1 : 12 – Banner-Recycling

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Bildquelle: http://www.srf.ch

Die Abstimmung über die Initiative der JUSO ist vorbei, aber das Anliegen bleibt. Ich mache mir Gedanken zu meinem Lohn im Verhältnis zu meiner Arbeit und darüber, dass die Pensionskassenbeiträge steigen und ich im Alter weniger Geld bekomme. Dieses weniger macht (ein bisschen) Angst.

Aber ganz sachlich betrachtet, ist dieses weniger doch immer noch genug. Konkret heisst das, dass ich für meine 50 Prozent Arbeit, die mir genug Zeit lässt, diesen Blog zu schreiben und meinen Hobbies nachzugehen, immer noch mehr bekomme als eine Kassierin in der Migros, die fünf volle Tage in der Woche ihrer Beschäftigung nachgeht.

Konkret heisst das auch, dass es auf der Welt ein ganz krasses Lohnverhältnis zwischen arm und reich gibt und dass ich mehr als genug zum Leben habe und mit weniger locker über die Runden käme. Konkret heisst das, dass ich auf sehr hohem Niveau jammere.

Die Gegner der 1 : 12 Initiative machten unter anderem weniger Steuereinnahmen geltend. Auch das macht ein bisschen Angst, denn der Staat muss jetzt schon kräftig am Budged schrauben und sparen, oft auf Kosten der sozial Schwächeren. Hingegen hätte 1 : 12 aber auch bedeuten können, dass diejeningen ganz unten auf den Lohnlisten mehr bekommen hätten (= mehr Steuereinnahmen), dass für sie auch ein kleiner Teil abgefallen wäre von den Riesengewinnen derer, die ganz oben hocken und 50, 60 und 80 mal mehr verdienen als der kleinste (1 : 12 bedeutet ja immer noch, dass der eine im Monat soviel verdient, wie der andere im ganzen Jahr).

Ich wünsche mir eine Welt, in der der Unterschied zwischen dem reichsten und dem ärmsten kleiner wird und nicht grösser. Und ja, ich wünsche mir einen Staat, der für die kleinen sorgt und die grossen zurückbindet. Freier Wettbewerb hat Grenzen und ist meiner Ansicht nach nicht sozialverträglich. Im Moment denke ich auch häufig über die working poor nach, denn ich soll darüber einen Artikel für das nächste Caritas Magazin schreiben.

Die rot-weissen Banner sind in der Öffentlichkeit verschwunden, aber meine liegen noch auf meinem Tisch. Zu schade zum Wegwerfen. Wie gesagt, das Anliegen ist nicht vom Tisch.  Und deshalb habe ich eine Schürze genäht. Das rechteckige Format war grad günstig, Ich musste nur die zwei oberen Ecken ausschneiden, die Kanten einfassen und Bändel annähen. Aber seht selber.

stecken

Der rutschige Stoff bekam eine Rückseite aus altem Leintuch, dann habe ich die Schnittkanten mit Bändern eingefasst.

heften

Die Bänder sind doppelt gelegt und auf der Rückseite angenäht worden, dann bügelte ich sie auf die rechte Seite und heftete die Bruchkanten fest.

steppen

Schliesslich rundum steppen und die Ecken versäubern. Bindbänder annähen.

1zu12b

Fertig ist die Schürze. Ich werde sie Christian Levrat zu Weihnachten schenken. Ob er gerne kocht?

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  1. Finde ich ganz toll – dieses Geschenk an genau den Empfänger🙂
    Dein Beitrag ist auch wieder ganz toll. Eigentlich ist da alles geschrieben, was ich auch so empfinde, auch wenn ich in Deutschland wohne …
    Ich wünsche Dir einen schönen dritten Advent🙂
    Liebe Grüße
    Karin

    • Hallo Karin

      Ichhabe im Sommer eine Grafik gesehen, die die Verteilung des Geldes zeigt. 1 (tief rot) würde bedeuten, dass ein einziger alles besitzt, 0 würde bedeuten, dass alle zu gleichen Teilen besitzen. Sprich, wie weit sind der reichste und der ärmste auseinander. Die afrikanischen Staaten, die USA, Südamerika sind rot. Das Land mit der hellsten Farbe, also dem kleinsten Wert in Europa ist …. Schweden.
      Was ich nicht verstehen kann, ist, dass der kleine Schweizer Bürger mit einem kleinen Lohn, immer noch die bürgerlichen Parteien wählt und somit die grossen, skrupellosen und gierigen Bonzen stützt. Offenbar muss man nur mit dem Zusammenbrechen der Wirtschaft drohen, und schon haben alle Angst und sagen ja zum freien Markt.

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