Samstags

Standard

KaffeeundSchnaps

Während ich diese Zeilen schreibe, summen die Gedanken wie wildgewordene Bienen durch mein Gehirn. Meine Ideale und Werte sind mit Füssen getreten worden, was mich mitten ins Herz trifft.

Immer schon habe ich mich sehr als Mitglied einer Einheit empfunden mit Aufgaben, Pflichten und Freuden, sei es in der Familie oder am Arbeitsplatz. Jeder schaut für den anderen. Gerechtigkeit, Kollegialität, Solidarität, Loyalität sind wichtige Werte für mich.  Ich lebe sie, so gut ich kann. Einer für alle, alle für einen.

Es war mir klar, dass ich Zeiten niedrigerer Schülerzahlen auf Lektionen verzichte, um anderen zu ermöglichen, nahe an ihre gewünschte Lektionenzahl hinzukommen.  Schwesterlich und brüderlich wollte ich den Kuchen verteilt sehen.

Umso härter trifft mich nun die Erfahrung, dass das nicht alles so sehen. Ich nehme, was mir zusteht, ist ihr Credo. Vertraglich oder sowieso. Wow! So wird es offenbar zur glücklichen Fügung, dass ein Kollege so plötzlich versorben ist. Dass es für seine Witwe nun nicht mal mehr ein Brotkrümelchen hat, ist für mich unfassbar. Zudem war nicht genug,  was ich gegeben habe, mir wurde noch mehr genommen, damit andere alles haben. Darüber hinaus bin ich zur Schachfigur geworden, die den nächsten Zug selber bestimmen muss. Wen soll ich schlagen? Den Puur oder den Turm? Oder gibts doch noch eine dritte Möglichkeit, an die ich noch gar nicht gedacht habe? Und welche Züge haben die Spieler dann im Sinn?

Nein, mir geht es nicht gut, muss den Brocken erst tüchtig kauen, bevor ich ihn überhaupt schlucken kann. Schön, dass ich das hier bei Ninjas samstäglicher Kaffeerunde loswerden kann.

Ja, ein Kaffee soll es heute sein und dazu einen Schnaps als Digestif.

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  1. Hallo Regula!

    Das klingt ja gar nicht gut, ich hoffe sehr, dass es zu einer für Dich guten Lösung der Probleme kommt. Leider ist es ganz oft so, dass diejenigen, die einfühlsam und rücksichtsvoll sind von denen die diese Eigenschaften weniger besitzen, überrollt werden.

    Ich drücke Dir ganz fest die Daumen!

    lg
    Maria

  2. Oh Mann, das ist bitter. Es macht mich auch gerade besonders sprachlos, weil ich gestern erfahren habe, dass wir (aufgrund sinkender Schülerzahlen^^) Lehrerstunden im Überhang haben. Und mich wird es treffen – wahrscheinlich … Ich werde die Schule wechseln müssen – mal wieder. Ich weiß, das hilft dir nicht. Aber im Geiste bin ich mit dir einig. Lass dich trotzdem nicht zu sehr runterziehen. Liebe Grüße Sabine.

    • Hallo Terra. Nein, wechseln muss ich die Schule nicht. Werde ich nicht, aber mein Bildungsurlaub ist gefährdet. Andere in schwierigeren Situationen trifft es hart. Deshalb setze ich mich ein für eine Lösung, die nicht einseitig zu Ungunsten von wenigen ausfällt. Schwierig ist für mich, dass so bürokratisch, unsolidarisch und herzlos entschieden wurde. ich spüre aber, dass ich zum Glück in einem Team arbeite, das voll auf meiner Seite steht und ebenfalls empört ist. Es steht nicht in meiner Kompetenz, Lektionen zu verteilen, aber ich kann ja immerhin mal versuchen, einen sozialverträglichen Weg aufzuzeigen. Ob er dann umgesetzt wird und was dann passiert, werden wir sehen. Und doch, es hilft. Geteiltes Leid ist halbes Leid! Ich wünsche dir nur das Beste! Regula

  3. Liebe Regula,
    das tut mir wirklich sehr leid, dass du diese Erfahrung machen musstest. Wir „kennen“ uns nun schon eine ganze Zeit und ich erlebe dich als kreativen, fröhlichen, gefühlvollen Menschen. Deshalb finde ich, dass du das nicht verdient hast.
    Ich wünsche dir alles Liebe und stell dir noch ein Pfefferminzschnäpschen zum Runterspülen des Ärgers hin!
    Regina

  4. Oh je, das ist schlimm! Es tut mir sehr leid, daß dir das passiert ist! Ich wünsche dir von herzen, daß du ein wenig inneren Abstand dazu finden kannst und darauf vertrauen kannst, daß etwas Besseres auf dich wartet!
    Alles Liebe und Gute und viele Grüße!
    Ulrike

    • Danke fürs Mitfühlen. Es geht da nicht nur um Lektionenzahlen und letztendlich Geld. Es geht nicht nur um mich. Aber ich spüre, dass es sich lohnt, ein paar schlaflose Nächte zu durchwälzen und nach gangbaren Lösungen zu suchen, die nicht einseitig ausfallen. Ich kann Menschen nicht ändern, möchte aber nicht resigniert geschehen lassen, was da passiert. Vielleicht kann ich ja noch etwas in Bewegung setzen.

  5. Liebe Regula
    Das tut mir leid wie mit Dir umgegangen wird. Ich habe solche Geschichten leider schon öfters erlebt.
    Es trifft immer die anständigen, die mit den Ellenbogen rollen ohne mit der Wimper zu zucken über alle Kollegen rüber und schreien laut nach Teamwork wenn Sie selber Hilfe benötigen.
    Ich , ich ,ich …….
    Wünsche Dir viel Kraft und hoffe ,dass Du eine Lösung finndest mit der Du die Arbeitssituation für dich verbessern kannst.
    Lieben Gruss
    Esther

  6. Liebe Regula, so ist es leider immer wieder. Diese Erfahrung machen zu müssen tut weh. Ein Schlag ins Gesicht. Deine Ideale und deine Sicht auf die Welt – so wie du sie auch immer wieder mitteilst- lass bitte davon unberührt, die sind es , die das Leben liebeswert machen. Dennoch fällt ein Teil von deinem Leben gerade zusammen wie ein Kartenhaus..Ich schick dir Kraft und Mut
    LG Sabine

    • Zum Glück bin ich nicht ohnmächtig. Und solange ich eine Chance sehen, stetze ich mich für eine Lösung ein, zu der ich mit gutenm Gewissen stehen kann. Danke dir!

  7. Das klingt gar nicht gut und es tut mir sehr leid das man so mit jemanden umgehen kann. Ich hoffe du findest die Kraft damit umzugehen und eine Lösung für deine Probleme.
    Liebe Grüße
    Armida

  8. Es ist immer wieder erstaunlich, wie sich Menschen, die man glaubte zu kennen, in Krisen wandeln können! Und plötzlich waren die ganzen gemeinschaftlichen Werte nur leeres Geschwätz! Aber es geht immer weiter und wer weiß, wozu es gut sein wird, du musst nur erst durch das Tief. Alles Gute!

    • Ich fühle mich schon viel besser. Unser Schulleiter hat nach kreativen Lösungen gefragt. Ich habe eine gebracht. Ich setze dem noch solidarisch hinzu. Jetzt warten wir ab. Schönes Wochenende und danke für deinen Kommentar.

      • Das ist eine gute Taktik! Vielleicht hält das allen Nicht-Solidarischen mal den Spiegel vor die Augen! – Ich wünsch dir noch ein schönes Wochenende!

  9. Oje, liebe Regula,
    wer kennt dieses Gefühl nicht. Von einem Moment zum anderen kann sich plötzlich alles verändern. Man fühlt sich verletzt, enttäuscht, hilflos. Ich wünsche dir ganz viel Kraft und fühle dich gedrückt!
    Jutta

  10. Diese innere Einstellung des eigenen Besitzes, immer mehr und mehr. Kein Gedanke mehr für andere, egal ob hier oder woanders in der Welt. Sich selbst zurücknehmen, um anderen Menschen etwas zurückzugeben. Ich denke an dich und schicke dir ein paar Gedanken der Kraft!

    • Wir wissen nicht, warum jemand sich egoistisch auf den vermeintlichen Anspruch versteift. Dem kann auch eine Urangst zu Grunde liegen. Wichtig fände ich es, den richtigen Ton zu finden, um die Ansprüche zu begründen und nicht den „Geschlagenen“ noch mit zynischen Bemerkungen eins obendrauf zu hauen. Schliesslich lehren wir doch auch Sozialkompetenz. Ich bin nur froh, muss ich nicht so hartherzig für meine Vorteile kämpfen (nein, so macht man sich keine Freunde) und darf/kann grosszügiger sein. Ich bin froh, dass ich nicht gleich in eine Existenzkrise gerate, wenn an meinem Pensum geschraubt wird, auch wenn es kräftig ist. Mir geht es tatsächlich um Werte wie Solidarität, Empathie, Gerechtigkeit und nicht um Recht.

  11. ups, das hört sich nicht so gut an
    erstmal – bleib so wie du bist, das ist wichtig
    zweites – kämpfe! denn sonst gewinnen immer die anderen, die fiesengestalten!
    ich wünsche dir viel Kraft
    liebe Grüße
    Regina

    • Oh ja, ich weigere mich zu denken, dass man in der heutigen Zeit halt mit Ellbogen durchs Leben muss, um zu bekommen, was einem zusteht. Ich werde aber auch nicht die Hände in den Schoss legen und kommentarlos annehmen, was da passiert ist, ohne nicht wenigstens zu versuchen, etwas zu zum Besseren zu verändern. Danke dir! Regula

  12. Och du Liebe,
    tut mir echt leid dass du das erleben musst. Es ist unglaublich aber leider ist es im Leben oft so: Hauptsache ich krieg was ich will und wenn nicht box ich mich durch. Diese Erfahrung hab ich auch schon gemacht, leider.
    Ich wünsche dir dass du eine Lösung findest mit der du leben kannst.
    Liebst Andrea

  13. Oh, nein! Das tut mir sehr leid!
    Aber ich glaube nicht daran, dass dieses ‚Nach-mir-die-Sintflut-Denken‘ wirklich Zukunft hat. Und JA: Es gibt fast immer mehr als zwei Möglichkeiten! Du wirst die für dich stimmige finden!
    Alles Liebe und ganz ♥♥♥♥♥-lich Grüsse, mo(nika)

  14. Das hört sich nicht gut an und ich hoffe sehr, dass Deine Vorschläge gehört werden und Ihr zu einem guten Miteinander zurückfindet! Dass der Schulleiter nach kreativen Vorschlägen gefragt hat, hört sich gut an — es liest sich zumindest so, als stündest Du nicht alleine da mit Deinem Bestreben, solidarische und gut verträgliche Lösungen zu finden.

    So long,
    Corinna

  15. Prost…denn der Rest macht mich sprachlos…

    ja ja, das verdammte Ellbögle. Ich versuche dem entgegenzuwirken und versuche unseren Kindern vermittle noch genau die Werte vorzuleben und zu vermitteln, die auch dir wichtig sind.
    Hoffentlich macht die Sache noch einen Schwenker in die richtige Richtung!
    Lg Carmen

  16. Hallo Regula,

    alles Gute für Dich und bleib optimistisch – nach Regen gibt´s auch wieder Sonnenschein.
    LG von Heike

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