Archiv für den Monat Mai 2015

Babajeza

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Dornseiff

Wieviele deutsche Wörter gibt es?

Babajeza ist eines davon.

Dornseiff2

Franz Dornseiff hat 1933 den Versuch unternommen, „die Wörter der deutschen Sprache nach Sachgruppen, begrifflich geordnet vorzuführen. Es sollte der Versuch gemacht werden, den ganzen Reichtum der deutschen Ausdrucksmittel, sowohl Wörter wie ausführliche Redensarten, von der feierlich gehobenen Sprache bis hinab zur Gebärde nach Begriffen geordnet aufzuzeichnen. Für die Einzelbegriffe sollte nun möglichst alles aufgeführt werden: Gottseliges, Schnoddriges, Bäurisches, Fremdwörter, Papierenes, Menschliches-Allzumenschliches, Derbes, was Snobs sagen, die Bckfische, Soldaten, Schüler, Kunden (rotwelsch), Seeleute, Studenten, Gelehrte, Jäger, Börsianer, Pfarrer, die Zeitungen. … Kurz, was tatsächlich gesagt wird, nicht nur, was gesagt werden sollte, also viel Umgangssprache neben der Schriftsprache. Man wird hier vieles gedruckt finden, was man nur mündlich gewohnt ist.“

Babajedza

Dieses Wörterbuch ist mir zum ersten Mal im November 2006 in die Hände gefallen, das heisst, der Professor hatte es mitgebracht. Er verteilte uns als Auszug das Kapitel „Übersinnliches“, weil gerade Allerseelen (Halloween) gewesen war. Und da war sie dann, die Babajedza. Mitten im Kapitel. Ein schöner Name, der so positiv nachgeklungen hat, das ich ihn nie mehr vergessen habe. Das d ist mir dann für den Blognamen verloren gegangen.

Suche ich im Internet nach Babaje(d)za kommt zu Baba einiges, aber nicht viel zu Jedza. Es wird auf Korn- und Roggenmutter und Korndämon verwiesen. Vielleicht ist Babajeza ein Begriff, der vorallem mündlich gebraucht wurde und schliesslich aus dem Sprachgebrauch verschwunden ist?

Ich weiss auch nicht mehr, welche Hausaufgabe wir in jenem November 2006 hatten. Es war üblich, aufs nächste Mal ein Kapitel in einem Lehrbuch zu studieren und eine Zusammenfassung zu schreiben. Aktuell ging es gerade um Reime und Verse, was mich dazu inspiriert hat, mit einigen Wörtern aus der Liste lieber ein Gedicht zu schreiben, statt Versmasse zu büffeln.

Geisterstunde

Hundert heulende Höllenhunde,

luftig leichte Lichtträgerinnen,

Wichtelmännchen, Wurzelweibchen

treffen sich zur Geisterstunde.

 

Sie treffen sich zur Geisterstunde,

um Mitternacht beim Stein am Hain

aus Weiden, Buchen, Erlen, Weiden,

zu geistern und kichern in wilder Runde.

 

Die Schattenfiguren der Unterwelt,

verwunsch’ne Seel’n der Verlor’nen

umwerben Mana, Orenda und Elfe

im Mondschein vom Feuer erhellt.

 

Im Schein des Monds erhitzt vom Feuer,

berauscht vom Wein, beschwingt vom Tanz,

singen und johlen die Geistgestalten.

 

Das Treiben ist mir nicht geheuer.

Unirdisch, spukhaft. Vor allem tabu!

Die Guten und Bösen eng umschlungen.

 

Doch sieh!

Die holden Götter und harschen Teufel

schauen von weitem, aber schmunzelnd zu.

 

Wühlst du auch gerne im Wortschatz?

Und wie ist dein Blog zu seinem Namen gekommen?

Von Menschen, Hühnern und Bäumen – Of Men, Chickens and Trees

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Hühner

Manchmal dürfen die Hühner auf einen Ausflug. Der Nachbarsbub kommt dann jeweils angerannt und ruft: „Regula, Regula, dini Hüener sind dussä!“ Aber ich erkläre ihm dann, dass er ja auch nicht immer nur im Haus spielen will.

Sometimes my chickens are on a stroll around the property. They like it more than my neighbour’s little boy.

Nussbaum

Auf meinem kleinen Ausflug heute Morgen bin ich nur ein paar Meter weit gekommen. Aus der Wund im alten Nussbaum ist wieder einmal ein Riesenpilz gewachsen. Der Baum ist krank, aber Franz sagt zum Besitzer: „Wänn du dä Baum fällsch, wachst am Paul sini Hand zum Grab uus.“

Nussbaum2

I didn’t go so far this morning. Just around the corner there is a huge walnut tree. There is a giant fungus in a big wound of the stem that has grown in only a few days. I mean the fungus is beautiful but it tells that the tree is sick. 

Fungus

 

Have a wonderful Sunday!

Geniesst den Sonntag!

Und ab zu: Mein Freund der Baum bei Jahreszeitenbriefe.

Herz geht immer – Light-hearted

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Heute Morgen lasse ich mich (von einer Idee auf Facebook) ablenken.

Und ein bisschen denke ich auch daran, dass heute das Wetter so schön ist, dass man am Abend ein bisschen länger auf der Terrasse sitzen kann.

Vielleicht bei Kerzenlicht. 😉

I’ve got a bit sidetracked (by something I saw on facebook) this morning.

And I’m thinking of tonight’s opportunity to sit on the balcony a little bit longer due to the lovely weather. 

Windlicht

Manicure – Maniküre

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Maniküre

I had a manicure on Saturday afternoon and it was heaven. So I did it again this morning. My hands haven’t been so clean for months. We have a wood stove, which leaves black traces under my finger nails I don’t even notice most of the time.

Am Samstagnachmittag genosse ich eine Maniküre der besonderen Art.  Ich musste heute Morgen also grad nochmals. Schon seit Monaten waren meine Hände nicht mehr so sauber, denn normalerweise bleibt da nach dem Anfeuern immer ein schwarzes Rändli unbemerkt unter den Fingernägeln. 

The manicure consisted of several parts. Firstly, I had to dig deep into unwashed curly wool of „Walliser Schwarznasen Schafe“ and look for the most beautiful curls. It left a shiny layer of lanoline on my hands. The curls went into a plate until it looked like a  cake covered with whipped cream. And then the fun started. It got very soapy. 

Die Maniküre bestand aus verschiedenen Teilen. Zuerst musste ich tief in ungewaschene Walliser Schwarznasenschaf Wolle tauche und die schönsten Locken heraussuchen. Das hinterliess einen feinen Film erstklassigen Lanolins auf meiner Haut. Die Locken wurden in Runden auf einem Pflanzenteller angeordnet, bis das Ganze wie eine mit Schlagrahm garnierte Torte ausschaute. Dann begann der seifige und glitschige Spass.

Zottelkissen1

Later it was time for a cup of coffee. 

Zeit für Kaffee nachdem die Zötteli gelockert waren.

Heidschnucke

I tried to felt wool of Heidschnucke, but it didn’t go that well as the fibers are waveless and a bit glossy not unlike human hair. It needed some extra effort, some extra scrubbings. I take the long process as an experiment because the result is not completely convincing. 🙂 Nontheless, both cushions are drying in the sunshine, and I have a next manicure in mind already. 

Heute Morgen versuchte ich Heidschnucke zu filzen, aber das ging erwartungsgemäss nicht so gut, denn die Wolle ist sehr glatt und glänzt sogar ein bisschen, menschlichem Haar nicht unähnlich. Es brauchte ein paar extra Portionen Heisswasser und zusätzliches Rubbeln. Den langwierigen Process nehme ich als Experiment, denn das Resultat … na ja … ist nicht wirklich überzeugend. Vielleicht lässt sich noch ein wenig mit der Filndadel nachhelfen, wenn das Kissen erst mal sonnengetrocknet ist. Um das weisse Zottelkissen muss ich mich bestimmt mit der Katze streiten. 🙂

Filzkissen

 

 

Nicht so bald was Neues – Nothing New in The Near Future

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Schneeweisschen3

Das Leben lehrt einen so manche Lektion, zum Beispiel Geduld, Gelassenheit, Nachsicht. Mal 5 gerade sein lassen. Alles nicht so eng zu sehen. Zu erfahren, dass das Gegenteil auch wahr ist.

Man gewinnt Einsichten aber auch, wenn das Leben dabei ist, anderen eine Lektion zu erteilen. Das gibt viel Stoff zum Nachdenken. Ich überprüfe gerade täglich meine Motivationsquelle, die sich zu einem sehr grossen Teil an der Pflicht orientiert.

„Jemand muss das ja machen.“

Zum Beispiel kochen am Abend, Fenster putzen, die Hühner misten, einkaufen, den Geschirrspüler ausräumen. Man muss es ja sowieso machen, warum nicht gleich jetzt. Früher aufstehen, damit man möglichst viel von der To-do-Liste abstreichen kann.

Das Gegenteil wäre, sich an der Lust zu orientieren.

„Ich mache es dann schon, einfach nicht jetzt. Zudem habe ich heute schon genug gearbeitet.“

Bis der Lustorientierte in die Gänge kommt, hat der Pflichtbewusste schon alles erledigt. Wer bleibt gesünder?

Schneeweisschen1

Die Frage, ob man prozess- oder produktorientiert ist, taucht immer mal wieder auf. Hier passt sie vorzüglich dazu. Produktorientiert hat das Ziel vor Augen, am Ende ein Resultat zu haben, etwas fertig gemacht zu haben. Deshalb muss ich jetzt dranbleiben, noch ein bisschen länger arbeiten, obwohl ich müde bin. Die Frage, ob ich noch Lust verspüre, stellt sich gar nicht. Der Lohn liegt im Produkt. Da aber die westliche Welt auf Produkt getrimmt ist und uns täglich tausend Möglichkeiten offeriert, werden wir den Lohn gar nicht richtig geniessen können, denn schon haben wir ein neues Ziel, das wir mit aller Kraft anpeilen. Wir können uns auch keine Fehler leisten, denn sie sind lästige Hindernisse auf dem Weg zum Produkt und zum Ziel. Erschöpfung ist die Konsequenz. Also lieber vorher umdenken.

Wer nämlich prozessorientiert ist, ist schon am Ziel, sobald er angefangen hat, denn der Weg ist das Ziel. Irrtum und Fehler sind willkommene Möglichkeiten zu lernen und zu wachsen. Umwege machen die Reise interessanter, erlebnisreicher.

In diesen Ferien beobachte ich nun mein Tun sehr genau. Ich schaue mir zu. Ich höre mir zu. Statt dass ich sage, drei Stunden Pompoms häkeln, phuuuu, endlich fertig, sage ich: Ich geniesse jede einzelne Minute der drei Stunden, die ich in die 180 Pompoms stecke. Sie machen meine Schneeweisschendecke perfekt. Und jetzt bin ich fast ein bisschen traurig, dass der letzte Faden vernäht ist.

Aber natürlich freue ich mich sehr am Produkt, hoffentlich noch ein Weilchen. Deshalb ich fange auch nicht gleich was Neues an.

Schneeweisschen4

Lots of thoughts are spinning in my head these days. I friend of mine has been taught a lesson of life. She has to learn now how to be very kind to herself and careful with what she does and thinks. I’m thankful that I can learn from her as she is sharing her thoughts very openly and freely. 

I’m thinking about what motivates me to do all the things I usually do. I like things to be done, rather sooner than later. No need in procrastinating as in the end, I have to do it anyway. Cleaning the fridge, taking down cobwebs, cooking dinner, going shopping, for instance. I do it even if I am tired after a hard day in school. Because:

Someone has to do it, right? 

There are others who don’t even see that there are things to be done because they have already worked so hard during the day. 

„I will do it. Sometime. But now I need a rest.“ 

And then there is the question of product- or process-oriented. Checking off things from a to-do-list has a lot to do with product oriented. And as these lists tend to be endless, exhaustion is the consequence. To be honest, there isn’t light at the end of the tunnel of work, chores and projects as there are millions of possibilities. There is always someone who asks you for a favour and / or wants to be pleased. 

On the other hand, someone who is process-oriented reaches the goal from the beginning. The path is the goal. The longer the path, the more rewarding the gaol Obstacles are a possibility to learn and grow. They make the journey more interesting, more eventful.

I’m watching myself these days very carefully. And I’m listenting to what I say because it makes a difference in how we see things and experience them. Instead of saying: Thank God, I’ve finally made all the 180 pompoms of the border of my blanket, I say: I enjoyed every single minute of the three hours it took me to make this beautiful border, because it makes my blanket „Schneeweisschen“ perfect. Actually, I am a bit sad that the blanket is done. 

However, I am very pleased with the product hopefully for a long time. Therefore, I’m not starting with a new project soon. 🙂 

Schneeweisschen2

 

I’m linking with Crochet Addict.

Lustige gehäkelte Bölleli – Crochet Pompom Edge

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Pompomedge2

I’m so happy with the blanket’s border I have to show you this very evening.

However, this is going to take some time as this pompom edge I pinned a while ago on pinterest, is time consuming and needs my full attention.

I love it!

Pompomedge.quad

Ich bin so zufrieden mit meiner lustigen Böllelibordüre, die ich schon vor einiger Zeit auf Pinterest gesehen habe,  und muss einfach noch einen schnellen Beitrag auf den Blog stellen.

Aber, die Pompoms brauchen Zeit und meine volle Aufmerksamkeit.

Sop schön.

Baby Blanket – Home Stretch – Auf der Zielgeraden

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LaidaClaus

Ein paar Tage weg sein. Ein paar Tage Höhenluft schnuppern. Nette Leute treffen. Über die riesigen Berge (noch immer Schnee bedeckt) staunen und die Wahnsinnsidee, einen Tunnel von 57 Kilometer Länge zu buddeln. Sich am kleinen Seelein freuen, das im Zuge der Deponie von 250 000 Kubikmeter ( also 250 Meter mal 1 Kilometer mal 1 Meter Masse, ein kleines Häufchen angesichts der Gesamtmenge) Tunnelgeröll der Renaturierung entstanden ist. Der Lai da Claus zum Verweilen und Baden ein. Sedrun ist jetzt noch schöner. 🙂

I was in the mountains for a few days breathing fresh air, meeting nice people, checking how the landscape has changed since I was there last time. The Swiss people may be famous for their tunnels like others are for their towers. Anyway there is a tunnel 57 kilomters long about to be opened, NEAT, that goes under Sedrun, one of my favourite villages in Graubünden. I cannot immagine the tons of stone they took out. There is a tiny bit of it (250 000 cubic meters) that forms a cute little lake now. 

Häkelblöcke

Daneben ein paar Takte häkeln. Ja, Schneeweisschen ist in der Endphase und ich im Endstpurt auf der Zielgeraden. Vielleicht werden die 25 Quadrate heute noch zu einem Stück zusammengefasst.

Häkelblöcke1

I found the time to crochet a bit. Therefore „Schneewittchen“ is about to be finished. I’m on the home stretch crocheting the 25 sqaures into one piece tonight. 

Schneewittchen4

 Linking with Crochet Addict and Life and Yarn.