Archiv für den Monat Oktober 2016

Ein Schnäpsli aus Hagebutten – Rosebuds – Liqueur

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Keine Angst, ich ernte nicht alle Hagebutten. Es hat viel zu viele an unserer Heckenrose. Ein paar fürs Mandala, ein paar für einen Likör, von dem am Radio die Rede war. Ich höre Radio im Auto, was eine Viertelstunde am Morgen und eine am späteren Nachmittag bedeutet. Jedenfalls war am Donnerstag von Hagebuttenlikör die Rede. Ob Alkohol, auch wenn da diese schönen roten Bürschchen drin stecken, gesund sein kann, bezweifle ich stark. Ich will aber wissen, ob er tatsächlich so gut schmeckt, wie angekündigt.

I don’t often drink alcohol. in fact these bottles do never get empty in our house. I’ve figured I’d better make a sweet liquor with my vodka than look at it and never take a sip. I heard about rosebud liquor on Thursday while driving home from work. Although rosebuds are supposed to be healthy, I doubt that rosebud liquor is. There is no health benefit from alcohol at all. But if it tastes good, this is as good a reason as any to have a sip at a special occasion. 

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Also, Hagebutten ernten, die Bärtchen und Stiele wegschneiden, waschen und trocknen. Wer will schon verdünnten Schnapps.

And here it goes: Harvest the rosebuds, cut off the „beards“ and stems, wash the fruits and dry them. You don’t want to have water in the liqueur.

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Ich habe 268 g Hagebutten geerntet, sie mit 78 Gramm Rohrzucker in ein Glas gefüllt.

I’ve harvested 268 g of rosebuds put them into a jar and added 78 g of cane sugar. 

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Mit einem neutralen Schnaps aufgefüllt (ca. 3 dl) und zum Schluss noch eine Zimtstange reingesteckt. Jetzt soll das Glas verschlossen 6 Wochen lang an einem sonnigen Plätzchen stehen, was ja an Nebeltagen schwierig zu bewerkstelligen ist. Wird schon klappen!

I filled the jar with vodka but any kind of schnaps will do. Finally, I’ve stuck a stick of cinnamon into the jar, which now must be closed and stay on a sunny place for six weeks. Hopefully, there won’t be too many foggy days. 

Übrigens ist heute der letzte Tag zum Ernten. Oder so.

 

Die Welt wird nicht über Nacht besser, aber …

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Es ist wohl wichtig, sich am Kleinen zu erfreuen: über ein Blümchen, ein paar Sonnenstrahlen, ein Lichtspiel im Nebel, ein Tasse Kaffee, ein nettes Wort, etwas selbst Gemachtes. Leider helfen diese kleinen Dinge nicht, meine unterschwellige Unruhe zu besänftigen. Im Gegenteil verstärken sie nur meinen Eindruck der allgemeinen Ignoranz gegenüber den Problemen unserer Zeit.

Seit Wochen beobachte ich die Wahlen in Amerika und bin tief beunruhigt. Denn genauso wie Trump ein personifizierter Alptraum ist, ist Clinton das nicht weniger. Nicht auszudenken, was seine Wahl für Amerika und was ihre für den Frieden in Europa bedeuten würden.

Ich bin entsetzt darüber, wie im Interessen von multinationalen Konzernen und ihren Lobbyisten Menschenrechte missachtet werden und die Erde ausgebeutet und zerstört wird. Ich bin entsetzt darüber, dass sich Politiker für menschenverachtende Handelsabkommen einsetzen, die nur wenigen dienen und sie noch reicher machen, während Afrika weiter verhungert, der Nahe Osten weiter verblutet.  Ich bin entsetzt, wenn ich im Radio höre, dass sich ein Journalist darüber freut, dass die Wallonen nun doch eingelenkt haben, weil der Druck von den anderen zu stark war. Ich bin entsetzt, dass Politiker von Demokratie und Freiheit reden, aber nicht merken, wie sie sie Stück um Stück verraten, weil sie gekauft sind von den Reichen und Mächtigen.

Und ich bin entsetzt, dass sich dafür offenbar kaum einer interessiert und sich noch weniger darüber entsetzen.

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Es ist deshalb heute morgen meine Sonntagsfreude, dass 10 Tage vor den Amerikanischen Wahlen, noch einmal Bewegung in die Misere kommt. Nein, als mein erhofftes Wunder will ich die neuen Enthüllungen von Hillarys e-mails nicht bezeichnen. Aber immerhin fordert die Chicago Tribune, dass die Demokraten Clinton als Kandidatin abziehen. Ich zitiere hier aus dem Artikel nur den Schluss: „The Clintons weren’t skilled merchants. They weren’t traders or manufacturers. The Clintons never produced anything tangible. They had no science, patents or devices to make them millions upon millions of dollars. All they had to sell, really, was influence. And they used our federal government to leverage it. If a presidential election is as much about the people as it is about the candidates, then we’ll learn plenty about ourselves in the coming days, won’t we?“  Auch alles andere ist lesenswert.

Und dann ist da noch das CETA (Comprehensive Economy Trade Agreement, auch Canada-EU-Trade-Agreement), ein Handelsabkommen, das den Reichen und Mächtigen, den Multikonzernen nützt und für die Kleinen, die Einzelstaaten, das regionale Gewerbe und die Landwirtschaft grossen Schaden zufügt. Eine Handelsabkommen dieser Tragweite sollte von den EU-Politikern stillschweigend durchgewunken werden. Da tut es doch einfach wohl, diesen Tweet zu lesen. Im Übrigen verhandelt die Schweiz mit Indien über einen Freihandelsvertrag, der den indischen Pharmaunternehmen, die günstige Medikamente produzieren, im Streit mit Novartis und Co. enorm schaden würde. Letztlich litte dann die arme Bevölkerung. Politik zum Wohl der Menschen? Demokratie?

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UN expert urges States not to sign the ‘flawed’ treaty & put it to referendum. Alfred de Zayas Blog ist ab sofort in meiner Leseliste.

Verlinkt mit Sonntagsfreude bei Rita.

 

Ein Blick zurück und in die Zukunft – What’s a Hobo anyway?

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There is a reason why I’ve made a hobo-stove. A little history lesson here and what we can learn for now and the future. Because in my opinion, a time like The Great Depression can happen any time. And if you look around you can see those who don’t fit into our kind of society whatever may be the reason. There are homeless people, people on the move, people seeking for a job, refugees … 

Es gibt Gründe, warum ich Hobo-Kocher gebaut habe am Mittwoch und am Donnerstag. Ein bisschen Geschichtsunterricht und was wir für die Gegenwart und Zukunft lernen können. Weil ich mir sehr gut vorstellen kann, dass Zeiten wie die Grosse Depression jederzeit wieder passieren können. Und wenn du um dich schaust, siehst du Menschen, die nicht in unsere Gesellschaft passen, was auch immer der Grund ist. Es gibt heimatlose Menschen, Menschen auf Job-Suche weit weg von ihrer Heimat, Flüchtlinge …

„What’s a hobo?“, my colleague at school asked me when I showed him my hobo-stove, that we are planning to make with the students. It’s an easy energy-efficent tool that burns with wood instead of gas like the usual camping tool you buy for many. And hobo doesn’t cost you a dime because it’s made from recycling material, but requires little skills. You can see pictures of how I made my hobo-stoves here

Was ist überhaupt ein Hobo, hat mich mein Kollege gefragt, als ich ihm meinen Hobo-Kocher gezeigt habe, weil wir einen solchen mit unseren Schülerinnen und Schülern bauen werden anlässlich der Energie-Tage im November.  Der Kocher ist ein einfaches, energieeffizientes Ding, das mit Holz befeuert wird und nicht mit Gas, wie die üblichen Camping-Kocher. Der Hobo-Kocher ist ein Recyclingprodukt und kostet nichts, erfordert aber ein bisschen Geschick. Hier kannst du sehen, wie ich’s gemacht habe.

What’s a hobo, again? He or she is a migratory worker or homeless vagabond, especially one who is impoverished. The term originated in the Western—probably Northwestern—United States around 1890. The number of hobos increased greatly during the Great Depression era of the 1930s. With no work and no prospects at home, many decided to travel for free by freight train and try their luck elsewhere. Have you seen the movie „Paper Moon“ or read novels by John Steinbeck like „Grapes of Wrath“ and „Of Mice and Men“? Voilà!

Aber was ist denn nun ein Hobo? Er ist ein nordamerikanischer Wanderarbeiter. Hobos sind meist heimatlos und nutzen Güterzüge, um durchs Land zu reisen und sich hier und dort mit kleineren Tätigkeiten etwas zu verdienen. Die Blütezeit der Hobos war das späte 19. und das frühe 20. Jahrhundert. In wirtschaftlichen Krisenzeiten, nach Kriegen und besonders zur Zeit der Grossen Depression nahm ihre Zahl stark zu. Kennst du den Film „Paper Moon“? Hast du vielleicht „Früchte des Zorns“ oder von „Mäusen und Menschen“ gelesen? Voilà!

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It’s time for a second cup of coffee now. I feel very fortunate that I can enjoy the benefits of a proper and safe home, a job and enough money.

Zeit für ein zweites Tässchen Kaffee. Ich bin für diese und alle anderen Annehmlichkeit, meinen Beruf und das Geld, das ich damit verdiene, sehr dankbar.

Verlinkt mit Andrea

 

Mein Hobo-Kocher zum Zweiten – Hobo Mini – Hobo Stove the Second

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I’ve made a second hobo stove and created a thingy to put the pot or coffeemaker properly onto the stove. The coffee tasted good but it took me a while to figure out what material would burn best. I cut short pieces from very thin and dry branches. However, I’m going to ask my neighbour whether she still has splints from cutting wood.

Heute Morgen habe ich einen zweiten Hobo-Kocher gebastelt und dazu ein Ding kreiert, auf das ich die Bialetti  stellen kann. Der Kaffee wurde schliesslich gut, allerdings hat es mich einige Zeit gekostet, herauszufinden, welches Material am besten brennt. Kurze Holzstückchen von dünnen, super trockenen Ästchen scheinen gut geeignet, aber ich werde bei meiner Nachbarin nachfragen, ob sie noch Holzsplitter vom Holzspalten hat.

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Mein Hobo und ich – Hobo Stove

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Habt ihr so ein Ding auch schon mal gesehen? Oder davon gehört? Mit ganz wenig Holz kann man einen Topf Wasser zum Sieden bringen und Spaghetti kochen oder ein Spiegelei braten kann. Das perfekte Out-door-Vergnügen!

Heute Nachmittag war die Zeit reif, die Bohrmaschine und die Metallschere auszupacken und mit Blechbüchsen zu hantieren. Man kann draussen arbeiten, in der Werkstatt oder zur Not auch in der Küche. Ein bisschen Vorsicht muss man schon walten lassen, denn die Schnittstellen sind scharf. Zudem empfiehlt es sich, eine Brille zu tragen, damit die Augen vor Metallspänen geschützt sind. Alle Löcher habe ich mit der Ahle vorgestochen, damit der Bohrer nicht abrutscht.

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Es braucht eine kleinere und eine grössere Konservendose. Die kleine muss man folgendermassen bearbeiten: man bohrt in den Boden verstreut Löcher hinein. In der Wand bringt man oben und unten eine Reihe Löcher an, ca. 1.5 cm vom Rand entfernt.

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Die grössere Dose muss man so bearbeiten: man bohrt auf der offenen Seite der Dose in den Rand zwei Reihen Löcher. Auf dem Deckel zeichnet man den Umfang der kleineren Dose ein, schneidet das Blech ungefähr einen Zentimeter kleiner aus, bis zur gezeichneten Linie schneidet man Einschnitte, damit man den vorstehenden Zentimeter nach unten biegen kann.

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Die kleinere Dose schiebt man in die Öffnung der grösseren Dose und der Ofen ist fertig. Die kleiner Dose ist der Feuerraum des Ofens, in dem man kleine Holzstückchen füllt und sie entzündet. Durch die Löcher der grossen Dose, dann durch die unteren Löcher der kleinen Dose strömt genug Luft zum Feuer. Durch die oberen Löcher fliesst das Holzgas in den Feuerraum zurück und verbrennt mit viel Hitze, so dass die Energiegewinnung optimiert wird.

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Setzt man eine Pfanne auf den Hobo-Herd, legt man am besten drei kleine Steinchen auf den Rand des Ofens, damit allfälliger Rauch abziehen kann. Aber am besten kocht man erst, wenn das Feuerchen schön glüht und nicht mehr raucht.

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Ich denke, dass ich morgen nochmals einen Hobo-Kocher bastle. Diesmal einen kleinen, auf dem ich mir dann ein Käfeli mache.

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Behütet – Bob Marley? – Just One More Hat

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Wie gesagt: Halbstäbchen, aber das Glied auf der Rückseite auffassen und nicht beiden Glieder der liegenden Masche oben. Es geht übrigens nur, wenn man Runden häkelt.

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Damit die Mütze nicht kratzt, habe ich sie mit einem Rest Baumwolljersey gefüttert. Ein altes T—shirt geht auch.

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Und weil ich finde, nähen mit der Nähmaschine ist Arbeit, von Hand nähen aber Meditation, habe ich die zwei Teile an der Schnittkannte mit Vor- und Hinterstichen zusammengenäht.

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Das Futter in die Mütze geschoben, einen Einschlag gebückt, festgesteckt und am unteren Rand mit Überwindlingsstichen angenäht.

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Bob Marley? Seriously?

Snowden

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Ich wusste es ja. No surprise, I’ve known it. 

Ob ich das Ausmass jedoch tatsächlich ermessen kann?

However, I’m not sure whether I can comprehend the extent. 

UNGLAUBLICH – UNBELIEVABLE

SNOWDEN.

 Und die in diesem Zusammenhang m.E. unangebrachteste Äusserung:

Ich habe nichts zu verbergen. – Bist du sicher?

I truly believe it is  inappropriate to say in this context:

I have nothing to hide. – Don’t you?