Die Welt wird nicht über Nacht besser, aber …

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Es ist wohl wichtig, sich am Kleinen zu erfreuen: über ein Blümchen, ein paar Sonnenstrahlen, ein Lichtspiel im Nebel, ein Tasse Kaffee, ein nettes Wort, etwas selbst Gemachtes. Leider helfen diese kleinen Dinge nicht, meine unterschwellige Unruhe zu besänftigen. Im Gegenteil verstärken sie nur meinen Eindruck der allgemeinen Ignoranz gegenüber den Problemen unserer Zeit.

Seit Wochen beobachte ich die Wahlen in Amerika und bin tief beunruhigt. Denn genauso wie Trump ein personifizierter Alptraum ist, ist Clinton das nicht weniger. Nicht auszudenken, was seine Wahl für Amerika und was ihre für den Frieden in Europa bedeuten würden.

Ich bin entsetzt darüber, wie im Interessen von multinationalen Konzernen und ihren Lobbyisten Menschenrechte missachtet werden und die Erde ausgebeutet und zerstört wird. Ich bin entsetzt darüber, dass sich Politiker für menschenverachtende Handelsabkommen einsetzen, die nur wenigen dienen und sie noch reicher machen, während Afrika weiter verhungert, der Nahe Osten weiter verblutet.  Ich bin entsetzt, wenn ich im Radio höre, dass sich ein Journalist darüber freut, dass die Wallonen nun doch eingelenkt haben, weil der Druck von den anderen zu stark war. Ich bin entsetzt, dass Politiker von Demokratie und Freiheit reden, aber nicht merken, wie sie sie Stück um Stück verraten, weil sie gekauft sind von den Reichen und Mächtigen.

Und ich bin entsetzt, dass sich dafür offenbar kaum einer interessiert und sich noch weniger darüber entsetzen.

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Es ist deshalb heute morgen meine Sonntagsfreude, dass 10 Tage vor den Amerikanischen Wahlen, noch einmal Bewegung in die Misere kommt. Nein, als mein erhofftes Wunder will ich die neuen Enthüllungen von Hillarys e-mails nicht bezeichnen. Aber immerhin fordert die Chicago Tribune, dass die Demokraten Clinton als Kandidatin abziehen. Ich zitiere hier aus dem Artikel nur den Schluss: „The Clintons weren’t skilled merchants. They weren’t traders or manufacturers. The Clintons never produced anything tangible. They had no science, patents or devices to make them millions upon millions of dollars. All they had to sell, really, was influence. And they used our federal government to leverage it. If a presidential election is as much about the people as it is about the candidates, then we’ll learn plenty about ourselves in the coming days, won’t we?“  Auch alles andere ist lesenswert.

Und dann ist da noch das CETA (Comprehensive Economy Trade Agreement, auch Canada-EU-Trade-Agreement), ein Handelsabkommen, das den Reichen und Mächtigen, den Multikonzernen nützt und für die Kleinen, die Einzelstaaten, das regionale Gewerbe und die Landwirtschaft grossen Schaden zufügt. Eine Handelsabkommen dieser Tragweite sollte von den EU-Politikern stillschweigend durchgewunken werden. Da tut es doch einfach wohl, diesen Tweet zu lesen. Im Übrigen verhandelt die Schweiz mit Indien über einen Freihandelsvertrag, der den indischen Pharmaunternehmen, die günstige Medikamente produzieren, im Streit mit Novartis und Co. enorm schaden würde. Letztlich litte dann die arme Bevölkerung. Politik zum Wohl der Menschen? Demokratie?

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UN expert urges States not to sign the ‘flawed’ treaty & put it to referendum. Alfred de Zayas Blog ist ab sofort in meiner Leseliste.

Verlinkt mit Sonntagsfreude bei Rita.

 

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  1. Liebe Regula
    Vielen Dank für diesen tollen Beitrag! Auch ich stehe dieser Wahl sehr skeptisch gegenüber, sowie diesen Freihandelsabkommen…
    Sei ganz herzlich gegrüsst und hab einen schönen Sonntag, herzlich, Rita

      • Wie kann Konsum (noch mehr Konsum) die richtige Richtung sein? In der Schweiz haben wir keine AfD, aber die SVP. Wie kann es die richtige Richtung sein, als kleiner Bürger und kleine Bürgerin eine Partei zu stützen, deren Hintermänner das Grosskapital im Auge haben?

      • Richtig ist immer was jeder denkt.
        Wenn ich zu dir sage dein Denken ist falsch, werden wir kaum in einen Diskurs kommen.
        Jeder für sich hat seine Wahrheit.

      • Nun alles hat seine Richtigkeit, manche bewegen sich manche nicht.
        Das ist doch ein dauernder Prozess der niemals aufhört.
        Wenn du etwas bewegen willst bewerte es nicht, sondern zeige wie toll deine Bewegung ist😉

      • Wenn ich schreibe du denkst falsch, kommen wir womöglich nicht in einen Dialog, wenn ich schreibe, ob ich dir meinen Weg erklären darf, vielleicht eher.

  2. Ich bin für die Meinungsfreiheit, aber die Amerikanisierung macht mir auch bei uns grosse Sorgen.
    Und solche Selbstdarsteller braucht die Welt nicht.
    L G Pia

  3. Was mich auch entsetzten ist, dass Belgien offensichtlich das eine Zigeuner europäische Land ist, dass seine Leute gefragt hat, ob sie dieses vermaledeite abkommen mit canada wollen. Ich weiss ja nicht wie es bei euch ist/war, aber uns in Ö hat keiner gefragt. Unser Herr Bundeskanzler hat noch vor wenigen Wochen gegen ceta gewittert und jetzt auf einmal zugestimmt *ichkönntkotzen*
    Dennoch einen schönen Sonntag, Alles Liebe Babsy

  4. Diese unterschwellige Unruhe in mir werde auch ich nur selten los, gerade eben mal, als ich mit dem Gefährten doch tatsächlich draußen im Wald in der Sonne saß, von ferne trompeteten die sich sammelnden Kraniche… Ja, wer ist nun das geringere Übel, denn übel sind beide entscheidenden Kandidaten, bei den Wahlen in den USA, ich wüsste heute noch nicht, wie ich mich entscheiden sollte. Das Gefühl, dass – gefühlt? – so viele an den Problemen vorbeischauen und ihr Leben einfach weiterleben, als wäre gar nichts, teile ich mit dir… Ich staune dann auch immer in der Bloggerwelt, wenn ich sehe, wer was wie schreibt oder kommentiert oder eben nicht und Vielkommentierer dann manche Posts komplett ignorieren… Auf manchen Blogs, die sich so komplett neben dem Weltgeschehen bewegen, als gäbe es das nicht oder ginge uns nichts an, kann ich nicht mehr lesen… Ist mir die Zeit zu schade. Dann gehe ich lieber raus und erfreue mich am Zwitschern der Goldhähnchen, die wieder in den Spitzen unserer Kiefern wuseln und schärfe meine Wahrnehmung, das kommt dann auch anderen Themen zugute😉. Kurz zum Konsum noch – ich halte eine Wirtschaft, in der Menschen gezwungen sind nutzloses oder überflüssiges Zeug zu produzieren, um ihr Leben fristen zu können, für krank. Und Mitglieder einer Gesellschaft, die mehr kaufen als sie verbrauchen können, und „Shoppen“ als ihr Hobby bezeichnen, auch. Ja, dann noch dieses Trendgelaber, was jedes Jahr zu Neuanschaffungen zwingt, damit man auf der Höhe der Zeit ist und vor den Nachbarn bestehen kann, total bekloppt… Ich gebe zu, dass ich nach der Wende da auch kurz infiziert war, aber es hat sich sehr schnell als komplett unnötig und langweilig herausgestellt… Ich pflege da lieber einen sehr eigenen Stil😉. Herzlich Danke für deine besondere Sonntagsfreude zum Mit- und Nach- und Weiterdenken – Ghislana

  5. There are many people who do care, and I feel the Chicago Tribune was wrong in stating that if that is a direct quote. Hillary Clinton, while having her issues is far better for our country that an man who is racist, bigoted and thinks of women purely as objects, including his own daughter.. He has been clocked telling a lie every three minutes and is only in this for the fame not to help a single person. 30 years of experience serving says much more about a person, that is who we should vote for.

    • The longer I watch politics and politicians the more I come to the conclusion that mostly the wrong motivations bring these people that far. A minister in its original meaning is a servant to the people, which I don’t see in most politicians of any country. They are driven to get power (and money). Furthermore, there are the lobbyists. Even if a politician has her/his best intentions, there is no way for most to do what should be done. This can be seen in all countries. Independence? Freedom? Are you kidding me! All the best for you and America! Just a few day left … Regula

  6. Hallo, ich lese deinen Artikel erst jetzt, wo die Wahl schon schlimmst möglich ausgegangen ist. Noch mehr als das Ergebnis beunruhigt mich aber der Ablauf des Wahlkampfes. Ich habe als Reaktion einen Artikel über die Demokratie geschrieben, vielleicht kannst du dich darin ja genauso wiedererkennen, wie ich mich in deinem Text gesehen habe. Danke!

Thanks for stopping by and your comment. Danke fürs Reinschauen und für deine Nachricht.

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