Archiv für den Monat März 2017

Tadahh! Der Appenzeller Schlorzifladen

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Der Schlorzifladen ist ein flacher Kuchen mit einem aromatischen Belag aus gekochten, pürierten Dörrbirnen und einem Rahmguss. Im nichthelvetischen Raum würde man ihn wohl Birnenkuchen nennen. Die grossen, flachen, dünnen Kuchen haben in der deutschsprachigen Schweiz ganz verschiedene Namen: Wähe, Tüne, Chueche, Zelte oder  in der Ostschweiz eben Fladen. Schlorzi kommt vom Verb schlorze, was soviel wie pfuschen meint, oder es ist ein Nomen, das entweder eine verpfuschte, krumme Naht oder eine lose, liederliche Frau meint. auskunft darüber gibt das Schweizer Idiotikon, was wiederum ein verfänglicher Name ist, denn es ist nicht für dumme Menschen gedacht, sondern ist ein Mundartwörterbuch.

Der Schlorzifladen ist in den beiden Halbkantonen Appenzell und im Kanton St. Gallen, insbesondere im Toggenburg, anzutreffen.

Man kann den Schlorzifladen selber machen, also einen geriebenen Teig herstellen und gedörrte Birnen über Nacht in heissem Wasser, Rotwein oder Kirsch legen, weich kochen und durch den Fleischwolf drehen, allerlei Gewürze beigeben. Rezepte findet man in alten Schweizer Kochbüchern oder im Netz, zum Beispiel hier und hier und hier. Nichts spricht dagegen, sowohl den Kuchenteig, also auch die Birnenmasse fertig zu kaufen. Der Rahmguss ist keine Hexerei.

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Birnmus

Eier-Rahmguss

Ein bisschen Zimt darf nicht fehlen.

Schlorzifladen

Gegessen wird er warm oder ausgekühlt, zum Zmorge, zum Znacht oder als Dessert. Und wer weiss, vielleicht sehen wir uns ja mal im Restaurant Äscher und geniessen in dieser spektakulären Beiz im Alpstein ein Stück Schlorziflade.

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Hierhin kommt man bequem mit der Luftseilbahn Ebenalp und einem sanften Abstieg, oder man wandert über das Plattebödeli hinauf und gönnt sich nachher die Abfahrt. Jetzt liegt da oben allerdings noch Schnee. Wir müssen uns noch ein Weilchen gedulden.

Für die Gewinnerinnen gibt’s von Mond bei bimbambuki ein virtuelles Bienchen.

Marietta, Kathrin, Melanie, Pia haben richtig geraten.

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Rebus und delicious – Rebu -liciou- S – What’s a Rebus anyway?

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Ich mag nicht den ganzen Tag Nüsse knacken und bin kein grosser Fan von Rätseln, ausser die Lösung liegt sozusagen auf der Hand. Aber wer weiss, vielleicht knobelt, studiert und ratet ihr dafür umso lieber. Ein Rätsel zusammenzustellen, in diesem Fall einen Rebus, ist eine Herausforderung, die ich für einmal gepackt habe.

I’m not a fan of complicated riddles. I don’t like to think a lot about a „problem“ that isn’t one in reality and just keeps me from thinking about real stuff. However, I like expressions and word that origin in the Latin language, like „rebus“. 

Was ich hingegen sehr liebe, sind Wörter lateinischer Herkunft. Rebus zum Beispiel. Res bedeutet „die Sache, das Ding die Angelegenheit“. Rebus ist der Ablativ plural und bedeutet „von, durch, mittels den Dingen“.  Ein Rebus ist ein Bilderrätsel. Mittels, mit Hilfe von Dingen kommt man zum Lösungswort.

Wir, das sind ein paar Blogger, die sich zu diesem Plausch bei bimbambuki verlinken, lassen euch am heutigen Rebus-Tag, dem 31. März, regionale und deliziöse (delicious) Speisen erraten. Auf denn!

Today, there is rebu-licious going on at bimbambuki. Lots of riddles to solve if you happen to be a fan. 

Meine Speise gehört zur Kategorie Hauptspeise und Dessert und stammt aus einer Zeit, als die Männer noch hagebüchene Hosen trugen. Sie kommt aus der Region, deren Bürgerin ich bin. Man kann sagen, dass die Region dieser Tage vermehrt diskutiert wird, was durchaus mit Geschichte zu tun hat, aber noch mehr an der Unterhaltungsbranche liegt.

So here is mine (it’s in German, therefore you might not be able to solve it): My dish is from the region I’a a citizen. You’d not have to change the f into p, but double it. You’d also add an e befor the r. 

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Ist denn erst mal die Beheimatung geklärt (der erste Teil des Namens des Gerichtes), geht es darum, herauszufinden, worum es sich denn ganz Allgemein handelt. Soviel vorneweg: Das leckere Ding ist rund (der dritte Teil des Namens des Gerichtes).

There is one word for two different things, one you would happily eat. Maybe you have had an encounter with the second? 

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Und wenn ich nun denkt, ihr seid am Ziel, weil das ja nun jede und jeder kennt, dann liegt ihr falsch. Vor dem zu erratenden runden Ding steht ein loses Frauenzimmer oder eine krumme Naht. Aber wer würde das schon vermuten, weshalb ich ein bisschen helfe. Der erste Laut ist ein Sch.

What you can see on the picture below is the middle name of the dish we are looking for in the rebus. 

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So, aber jetzt ab in die Küche. Es ist Backzeit! Schliesslich will ich euch bei der Auflösung heute Abend ein Bild zeigen können.

Now it’s time to go to the kitchen and prepare the dish so you can see tomorrow if you’ve got the solution. 

rebulicious bei bimbambuki

 

 

Mein Lesezimmer – Library – Reading Room

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Bücher

Ich habe mir ein Lesezimmer eingerichtet, nicht hier im Haus, sondern auf dem Blog. Schau im Header nach: Lesezimmer. Ein Klick aufs Bild bringt dich zum Beitrag. Lesezimmer gibt Zeugnis über meine gelesenen Bücher. Ob ich die 100er Grenze in diesem Jahr knacken kann?

I have got myself a library, a reading room. Not in the house though but on the blog. Have a look at the header. Lesezimmer/Library. A click onto the picture on the site leads you to the post. Lesezimmer/Library shows my reading activity. At the end of the year I’m going to count. Will I be able to read a hundred books in 2017? 

Lesezimmer/Library

A Pile of Happiness – Solange es noch Knäuelchen hat

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Tulpen

Do you want proof that spring has arrived where I live? I can tell you that the meadows are green and that there are spring flowers everywhere. However, the air is chilly and I replaced the cotton shirt I have been wearing the last few days with a woolen sweater this morning.  

Unfortunately, my sweater is a bit scratchy. But look at what I’ve come up with:! I’m wearing my newest loop made of cotton and silk yarn. I stuffed it into the neck of the sweater. So comfortable, not itchy at all, just brilliant. 

I’m as happy as can be. As long as there are still little yarn balls in the basket, I’m knitting along. Can’t stop as I don’t want to put away the yarn. My pile of happiness. 

Knäuelchen

Der Frühling hat sich wieder zurückgezogen. Frischer Wind, nebelartige Wolken, eher graue Stimmung. Trotzdem gibt es untrügliche Zeichen von Frühling: grüne Wiesen, jede Menge Frühlingsblümchen.

Weil’s doch recht kühl ist, musste ich das Baumwollhemd durch einen Wollpullover ersetzen. Da er vor allem am Hals kratzt, trage ich meinen neusten Loop, gestrickt aus Baumwoll- Seidenresten, in den beissenden Halsausschnitt gestopft. So guet!

Solange es noch Wollknäuelchen hat, stricke ich dieses Wochenende gemütlich weiter. Halt, Haushalten, Einkaufen und Entsorgen inklusive.

Ich

Händ’s guet!

See you around!

Verlinkt mit Sonntagsfreude bei Rita.

Samstags: Eric, Cédric, Philipp?

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Eric

Guten Morgen, meine Lieben! – Good Morning, Dears!

Er war der einzige, aber ich hätte ihn aus hunderten ausgewählt. Zwar ist er ein bisschen verstrubelt und schmutzig, aber doch liebenswert. Zu Hause habe ich ihn als erstes in die Badewanne gesetzt und kräftig geschrubbt, ihm anschliessend die Haare gewaschen.

Die Kleider, von denen ich hier schon mal geschrieben habe, passen wie massgefertigt. Und wenn immer ich jetzt ein bisschen Zeit und ein Knäueli Wolle habe, stricke ich dem Kerlchen ein Pullöverchen, ein Mützchen oder Söckchen.

Nur, wie soll er heissen? Erich, Cédric oder Philipp?

Verlinkt mit Andrea.

I haven’t decided on a name for this little guy yet. He looks French to me. Eric, Cédric would fit. Or maybe Philipp? 

After a soak and a rubb, he looks lovable, I think. And the clothes look like made for him. I’m lucky to have found him in a thrift store. He was the only one there and very lonely amongst teddy bears and other toys. 

Whenever I will have a bit time and a little leftover yarn, I can knit him a sweater, a jacket, a hat or socks. Meanwhile he looks happy on the shelf. 

Until the Sun Shines – Bis die Sonne scheint – Solar Power

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FuchsSolar

Guck mal, wer da hämmert!

🙂

Schon bald ist das hauseigene Kraftwerk installiert. Jedenfalls wird bei uns in der Scheune und auf dem Dach wacker und kompetent gearbeitet. Und lokaler könnten wir den Auftrag nicht vergeben.

Soon enough there is going to be our own solar power plant on the roof of our barn. The men are working and making noise, the kind of noise that is music in my ears and makes me sing. They men know their business, that’s for sure. 

Loop

Aber solange die Sonne noch nicht kräftig scheint, stricke ich mir noch einen Loop. Meinereiner verkühlt sich nämlich leicht, besonders wenn hinter dem Haus Schatten ist oder ein frischer Westwind um die Ecken bläst.

Until the sun shines, I’m knitting another loop. Just for the fun of making. However, I catch a cold very easily these days when the air is cool in the shade and a fresh wind blows from the west. 

Happy Stich along Wednesday!

 

Sonntags Aussergewöhnliches – Going to the Cinema on Sunday

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Im Geschichtsunterricht beschäftigen wir uns zur Zeit mit der Reformation vor rund 600 Jahren. Viel hat sich verändert. Wir leben nicht mehr im Mittelalter. Es wird dem gemeinen Volk nicht mehr verklickert, es sei Gottes Wille, dass 90 Prozent der Bevölkerung die 10 Prozent unterhalten und selber in Armut leben müssen. Die göttliche Ordnung wurde gestürzt, der Papst entthront. Nach blutigen Wirren wurde die Menschheit schliesslich gleicher.

Na ja, wir wissen und erleben, dass es so simpel nicht ist. Zum Beispiel war die halbe Bevölkerung  Jahrhunderte lang in diesen Wandel nicht einbezogen. Die Frauen warten in verschiedenen Ecken auf der Welt noch immer auf Gleichstellung.

Eine Etappe auf diesem Weg, an die ich mich erinnere, ist das Frauenstimmrecht, das die Schweizer Männer ihren Frauen  auf nationaler Ebene am 7. Februar 1971 endlich zugestanden haben. Noch einmal wurde die göttliche Ordnung verändert. Einige bedauern das bis heute. 😉

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„In der Schweiz begehrten die Frauen erst spät gegen die männliche Polit-Vormundschaft auf. 1971 forderten sie das Frauenstimmrecht ein. Petra Volpe hat das historische Thema in einen beherzten Spielfilm verpackt – stimmig, engagiert, aber alles andere denn bierernst. «Die göttliche Ordnung» wird nachhaltig erschüttert, Frauen triumphieren.“

Jedenfalls steht im Hause Babajeza heute  „Die Göttliche Ordnung“ auf dem Programm. Ein bisschen Geschichtsunterricht, Gesellschaftsstudie, gute Unterhaltung und Abwechslung. Ich freue mich.

We are going to the cinema today. In Switzerland the women got the right to vote in 1971. The movie „Die Göttliche Ordnung“ (The Godly Order) shows this epic moment in Swiss history. The movie is a comedy, so hopefully, there will be a lot to laugh but also to think about. I remember the women’s fight for the right to vote and the day my mother voted the first time. She has never stopped since. 

verlinkt auch mit Soul Sister