Mitumba – Das zweite Leben – Second Life

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Why I buy my clothes secondhand. And why I mend my clothes. 

Warum ich meine Kleider secondhand kaufe. Und warum ich meine Kleider flicke.

Mitumba

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Mitumba, Altkleider, sind in Afrika und allgemein in der dritten Welt zu einem Geschäft geworden. Was soll daran falsch sein? Ich finde es heuchlerisch, den Organisationen Bereicherung vorzuwerfen, wenn es bei uns normal ist, dass der Zwischenhändler seinen Anteil abzweigt, um für seine Kosten bezahlt zu werden. Es ist heuchlerisch, bei uns den freien Markt spielen zu lassen, aber von den Armen zu verlangen, dass sie sozial sind, nachdem wir ihren Markt mit unseren Spielregeln kaputt gemacht haben. Sind wir etwa beleidigt, weil die Armen nicht dankbar nehmen, was wir im Überfluss haben und gäbig los werden wollen, sondern damit einen Handel aufbauen und damit verdienen? Dieser Artikel wirft ein etwas differenzierteres Bild auf das Geschäft mit den Alttextilien.

They are called „mitumba“, which is Suaheli and means „bundle of clothes“. Secondhand clothes. The mitumbas come from Canada, the United States and Europa and have become a business in Africa and other third world countries. Not everybody likes this fact as the textiles were thought of being a gift and not merchandise to make business with. I think these people are hypocrites. I’ve found an article (in German) that sheds some light into this complex story. 

ch-Sammlungsack

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In der Schweiz liegt der Jahresbedarf an Textilien bei 13 bis 15 Kilogramm (die Angaben waren da verschieden) pro Kopf und Jahr. Sie alle haben bei der Herstellung sehr viel Energie, Wasser und sauber Luft verbraucht. Die Konsumenten bringen von diesen vielen Kleidern etwa 7 Kilogramm in der Altkleidersammlung und entsorgen etwa 6 Kilogramm direkt in der Verbrennung.

I don’t know how much textiles are consumed in your country. In Switzerland the amount is 13 to 15 kilogrammes per person a year, which is a lot. Certainly, a huge amount of energy, water and clean air has been used to. About 7 kilos go into recycling boxes and 7 kilos turn into garbage and are burnt. 

Brocki

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Nur etwa ein Achtel der gesammelten Textilienn bleiben in der Schweiz oder in Europa und werden in secondhand Läden verkauft. Aber Altkleidersammel-Organisationen bieten also Arbeitsplätze (sammeln, aussortieren, Logistik, Verkauf) an und unterstützen mit dem Gewinn Hilfswerke im In- und Ausland.

Only an eighth of the collected clothes remain in Switzerland or Europe. They are sold in thrift or secondhand stores. Firstly, this means work places, social work places. Secondly, it means money for social organisations like the red cross, salvation army. 

Die meisten gesammelten Textilien gehen nach Asien und Afrika. In Kenia wiederum leben 200 000 Menschen vom Ergebnis der Altkleidersammlung aus Europa. Ihr Lohn übersteigt das durchschnittliche Einkommen der Bevölkerung. Auch in Ghana, Tansania und Tunesien gibt es ähnliche Zahlen. Altkleider sind also in Entwicklungsländern ein Geschäft, bei dem Geld verdient wird. Und eine Möglichkeit, Kleider von guter Qualität für wenig Geld zu kaufen.

Most of the textiles go to Asia and Africa. For example in Kenia, 200 000 people live from the result of these collections in Europe. Their wage is higher than the income people usually have. And they can afford clothes for their families in better quality and for a cheaper prize than new clothes would cost. 

Baumwolle

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Um ein Kilogramm Baumwolle zu produzieren, werden in der Baumwollproduktion während der Wachstumsphase bis zu 25 Mal Pestizide versprüht und etwa 7000 Liter verbraucht, um ein Kilogramm Baumwolle zu produzieren. Dazu kommen Düngemittel, weiterer Wasserbedarf und Chemikalie in Veredelungsprozessen. Werden daher die Stücke aus der Altkleidersammlung noch einmal getragen, wird ihre Lebensdauer verlängert – zweitrangig wo und von wem auf der Welt -, ist das ein Beitrag zum Umweltschutz. Genau wie Kleider flicken auch.

Until one kilogram of cotton is ripe to be picked, it has already used up 7000 liters of water, needed 25 sprays of pesticides, not to mention fertilizer, more water and chemicals to produce fabric. It doesn’t matter where and who wears secondhand clothes, it makes perfectly sense to wear them a second time, to stretch their lifespan. Its one way to protect the environment, like by mending clothes, too. 

What is more, because they have been washed and washed and washed before, I can be sure that the chemicals too have been washed out too. 

Darüber hinaus kann ich sicher sein, dass es kaum mehr Rückstände von Chemikalien in meinen Kleidern hat, weil sie schon vorher gewaschen, nochmals gewaschen und nochmals gewaschen worden sind, bevor ich sie auf der Haut trage.

 

 

 

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  1. oh ja, ein wichtiges thema. vor allem der teil, wo unsere altkleider in entwicklungsländern arbeitsplätze kaputtmachen…. auf der anderen seite arbeitsplätze unter grausamste bedingungen stellen. da gibt es noch so viel mehr. gut, dass du hier eine erste tür in diesen themenbereich öffnest!
    liebe grüße,
    jule*

  2. ich habe bei netflix einige filme zum thema kleiderindustrie gesehen, horror! seit langem kaufe ich nur noch second hand und habe meinen nähkonsum deutlich eingeschränkt. hemden oder blusen etc. werden zerschnitten und zu beuteln umfunktioniert, shirts oder kleider zb zu reinigungspads. wenn es dann doch mal etwas neues sein soll, kaufe ich bei labels wie armed angels. danke dir für den aufrüttelnden bericht!
    lg anja

  3. Ich stöbere auch gerne in Secondhandläden und hab mir schon hie und da Lieblingsstücke gekauft. Mein jetziges Lieblingsstück(eine Strickjacke) wird langsam sehr alt und ich probiere eine neue nach zu stricken…ob es mir gelingt weiss ich noch nicht – mal schauen-.

  4. Ich und meine Töchter gehen auch in underer Gegend auf damenbasare. Ich gehe auch gerne in Secondhand shops und stöbere nicht nur Klamotten sondern auch Kleidung mit schönem Stoff den ich dan Upcycle.
    Ich habe damit angefangen als meine Töchter noch klein waren und wir nicht so viel Geld hatten. Da gab es sehr viel secondhand und selbst genäht und das schönste Kompliment das mir eine Kollegin neulich ausversehen gemacht hat , Sie meinet ich würde ständig shopen gehen. Das freu mich dann sehr weil man mir nicht ansieht das es secondhand oder genäht ist.
    Mach wieter so dein Beitrag ist goldes wert. Ich mag an sich nicht viel wegwerfen.
    LG Marion

    • Ich habe schon als Kind lieber schon getragene Kleider angezogen als neue. War mir einfach nicht wohl in neuen Sachen. Als ältestes Kind hatte ich nicht immer Glück. 🙂

  5. Lebe seit 7 Jahren in absoluter Abgeschiedenheit. Mein Partner ist erpicht darauf, mich von allem abzuschotten. Es ist wie in einem Gefängnis. Ab und zu (wenn er betrunken ist) gehe ich an den PC und habe somit manchmal Kontakt zur Aussenwelt. Meine Kleider verschleissen zusehends. Neues kann ich mir nicht kaufen. Aber es ist immer wieder spannend, was man aus alten verschlissenen Teilen noch rausholen kann!!

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