Archiv für den Monat August 2017

Samstags mit Strickjacke – You Need A Jacket on Saturday

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Regensamstag

Na ja, dann ziehe ich eben eine Jacke an, damit ich schön warm habe. So ist Sommer, als Illusion zwar, auch heute. Ich frage mich, ob die, die jetzt schon vom Herbst reden, die gleichen sind, wie die, die Ende Januar vom Frühling reden?

Ich liebe den Sommer, ich liebe heisse Temperaturen. Ich liebe es, wenn der Schweiss den Rücken runter rieselt, der Hosenbund klebt. Das macht mich lockerer als Valium.

Aber wir leben in der gemässigten Zone. Da regnet es oft, Regenfronten von Westen bringen feuchte Luft. Hier ist es im Sommer nasser als im Winter. Es gibt Gewitter, wenn kühlere Luft auf feuchte, warme trifft.

Hier ist die Landschaft deshalb auch im Hochsommer grün. Das heisst, wenn wir sie nicht zubetonieren. Zur Erinnerung: Die Initiative fand im letzten Februar 80 Prozent Zustimmung.

Und weil’s ja regnet, habe ich gestern meine neuen Schuhe in die grüne Landschaft ausgeführt. Ich wohne ja – um es mal positiv auszudrücken – wo Fuchs und Hase sich gute Nacht wünschen. Und das soll ja auch so bleiben.

I’ve trusted the weather forecast and haven’t checked for a while. Big surprise: It is still raining. I’m wearing a happy red jacket to suggest summer. I’m wondering if the ones who talk of spring end of January are the same as the ones who talk about fall now? 

I love summer. I love hot temperatures. I love it when I can feel sweat dropping down my spine and when the waistband of my trousers is wet and sticks to my back and stomach. It makes me loosen up like nothing else. 

We live in a temperate zone, where summer is wetter than winter, where humid air comes from the west. There are thunder storms when cooler air hits warm and humid air.

Therefore, it’s green here at least if we don’t pave over the landscape. Which isn’t possible due to the outcome of the citizens‘ and legislative initiative February 2017. 80 percent is a clear statement. 

So I’ll grab a jacket and sit on the porch anyway. 

Have a nice weekend!

 

verlinkt mit Andrea Karminrot

 

 

Maiden Trip – Jungfernfahrt

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Schuhe

Still in bed I realized that I haven’t walked the usual path around the settlement in a long time. This rainy morning, it was time to chance my life and to get out the new shoes. Maiden trip, so to speak. Let’s see how it goes!

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First stop at my neighbours‘ flowers. 

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Along the corn field. The landscape is really mystic today. 

 

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Along a gravel road.

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A lost shoe in the woods. Where’s Cinderella?

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Fence post and a hidden water channel. 

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Simple fountain, full after the rain. Fragile watercress. It’s about 200 meters from home. I’m newborn and ready. Carpe diem!

Aschenputtel

 

Cinderella is proof that a pair of new shoes can change your life.

Have a nice day!

 

 

 

Windrad – Windmill – Mit Rückenwind ins neue Schuljahr

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Windrad

Seit einem knappen Jahr ist der Schaukasten beim Schulhauseingang meiner Fürsorge anvertraut. Für ein paar Wochen hatte ich Werbung für die Bibliothek gemacht. „LESEN MACHT SCHLAU. Damit die bunten Buchstaben auf dem bunten Papier schön zur Geltung kamen, habe ich schwarze Tücher gespannt. Keine Ahnung, warum jemand für die Rückwand des Kastens ein hässlichstes Blau wählen konnte.

The display cabinet at the entrance of the schoolhouse is my chore. Although I almost forgot over the holidays, it’s high time for a new meaningful exhibit. I must add here that the cabinet is really ugly as someone painted the back in a colour I don’t have words for: blusish, greyish, dirty blue. Anyway, I hang up black curtains to cover the uglyness. And I dare say the call to read more (READING AKES YOU SMART) was really nice, colourful, an eye-catcher. 

Die schwarzen Tücher lasse ich noch einmal hängen. Zuerst wollte ich einzelne (künstliche) Blumen in Glasflaschen stellen und in einer Reihe arrangieren, aber ich scheut die Kosten. Statt Blumen zu kaufen, wollte ich dann welche basteln, bin dann aber schliesslich bei Windrädchen angelangt. MIT RÜCKENWIND INS NEUE SCHULJAHR.

I’m letting the curtains hang. The topic is something up-lifting. Windmills as a symbol for WITH WIND FROM THE BACK INTO THE NEW SCHOOL YEAR. It wasn’t my first thought though, I had flowers (sunflowers maybe) in mind, but dismissed the idea because artificial greenery is expensive. 

Windräder-2

Weil ich nicht extra in den Ort fahren wolle, um Dübel zu kaufen, drehte ich die Stäbe kurzerhand aus einer Seite Zeitungspapier. Wenn ich den Winkel verschieden wähle, werden sie unterschiedlich lang, was sich im Schaukasten gut macht. Die Zeitungspapierstäbe sind stabil genug, so dass ich die Windräder mit einer Stecknadel und einem halben Weinzapfen fixieren konnte. Und nass werden sie ja nicht.

Sparing more money, I didn’t go into town and made the sticks myself rather than buy any. I just rolled a sheet of a newspaper. The sticks turned in different lengths, which is perfect. They are also strong enough to hold the windmill with a pin (front) and a little piece of cork (back). 

Windräder

Ich habe zwei verschiedene Papiere aufeinander geklebt, damit die Rädchen bunter werden. Flaschen habe ich auch verschiedene genommen. Leider kann ich euch kein Bild des fertigen Schaukastens zeigen, denn das Glas spiegelt sehr stark.

I’ve glued two papers together to get them different in- and outside. Unfortunately, I cannot take a picture of the showcase. The glass is like mirror. 

Gerne nehme ich Ideen für einen abwechslungsreichen Schaukasten auf.

Do have an idea for my next exhibit? Let’s say for early fall?

Samstags nach dem Frühlingsfrost – Wisteria finally in Bloom

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KaffeeGlycinie

Nun blüht sie doch noch, meine Glyzinie, die in den kalten Nächten Ende März jämmerlich erfroren ist. Die Blüten sind ein bisschen dünner als in den letzten Jahren, der Duft ist weniger intensiv.

Übrigens hat sich auch der Nussbaum erholt, macht aber keine Nüsse. Das ist nicht schlimm, ich habe noch Früchte von einem Vorjahr. Mit dieser Haltung liege ich voll in der Tradition, wie ich vor zwei Tagen im Radio gehört habe. Es wurde über Ulrich Gubler, Nusspapst oder Nussarchivar, aus dem thurgauischen Hörhausen berichtet. Er hat eine riesige Nussbaumschule, sammelt Sorten aus allen Ländern der Erde und hütet und bewahrt so den Genpool. Die Baunuss wurde nie im grossen Stil kultiviert, jedes Bauernhaus hatte schlicht einen Nussbaum vor dem Haus. Gab es Nüsse, war das gut, gab es keine, hatte man noch vom Vorjahr.

We had a terrible frost end of March, that almost killed wisteria, wallnut tree and vine on our property. Finally, the wisteria is in bloom, a bit thinner than last years but still beautiful. I like the fragrance that spreads around the house. Also the wallnut tree has recovered but bears no fruits. I don’t mind as I still have from past years. 

The end of summer break is in sight. There are still a few chores I have to do next week until I’m ready to say hello to the students: paperwork, lesson plans, provisions and last but not least mental preparation. 

Euch allen ein schönes Wochenende!

Enjoy the weekend!

Für die Samstagsleser: Hier ist der Link zu meinem Schuh-Abenteuer, wenn ihr gwunderig seid, wie die Schuhe herausgekommen sind.

Mehr Samstag gibt es bei Karminrot.

 

 

Schuhe Mass geschustert – Shoes made to measure

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Cobbler stick to your last.

Schuster bleib bei deinem Leisten.

SchuhMuster

Days 1 and 2 of shoe making

The last should fit, so we took measurements and went to work. A lot of adding, grinding and sanding was involved.  – Fuss vermessen, den Leisten anpassen, das heisst wegnehmen und zufügen. Am Schluss soll auch eine schöne Form entstehen.

SchuhZuschneiden

Day 2 of shoemaking

Die Einzelteile aus dem Grundmuster zeichnen, Leder aussuchen und die Teile zuschneiden.

SchuhNähen

Days 3 and 4 of shoemaking

Sewing the parts together and adding a zip. – Teile zusammennähen und Reissverschluss einnähen.

SchuhZwicken

Days 5 and 6 of shoemaking

There are many pieces that make a shoe. And here you can’t even see all of them. 🙂 There are several tasks to be done until the project looks like a shoe at all. – Alleine die Sohle besteht aus vershiedenen Teilen: Brandsohle, Kunststoffverstärkung, Metallfeder. Zuerst wird die Ferse mit einer Schweinslederkappe verstärkt, dann der hintere Teil des Schuhs gezwickt. Dann wird das Futter des vorderen Teil des Schuhs gezwickt, die Vorderkappe verstärkt und schliesslich das Oberleder gezwickt.

Und wehe wehe, du vergisst einen Nagel zu ziehen, bevor er verdeckt wird. Das ist böses Schuhmacherkarma. 🙂

SchuheAusleisten

Days 7 and 8 of shoemaking

As always checking the shape of the shoe before the next step. So again equalizing before we added the rubber sole. And do not forget to pull the nails out. Otherwise bad cobbler karma. Finally we could take the last out.

Und immer wieder die Form kontrollieren, damit der Schuh auch schön heraus kommt. Bevor die Gummisohle aufgeleimt wurde, kam noch ein Riemen drum herum. Nochmals schliefen, Löcher füllen, und schliesslich konnten wir ausleisten. Huff, nichts angenagelt oder angeleimt.

Die Schuhe passen! Ich kann es kaum erwarten, bis es wieder kühles Wetter gibt, damit ich die Schuhe mit dicken Socken an den Füssen ausführen kann.

The shoes fit. Can’t wait for cooler weather to wear thick socks and go out and about in my custom-made new and shiny shoes. 

The one and only Zwickmühle in

Brienz

which is a wonderful place in the Swiss Alps, always worth a visit. As is

Ballenberg

an outdoor museum that shows the traditional and historic houses of all regions of Switzerland. The houses had all been torn down at their original places and rebuilt on the ground of Ballenberg. However, it looks like the houses have always been there.