Samstags Dona nobis pacem – Gib uns Frieden – Sind wir verrückt geworden?

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Friedenstaube

Dona nobis pacem! Gib uns Frieden! kommt mir in den Sinn, und grundsätzlich diese Art des Betens, die das Bitten einschliesst und uns Menschen davon befreit, etwas zu tun, um das zu bekommen oder zu bewahren, was wir uns wünschen.

Wir bitten für alles Mögliche, Kleines und Grosses: Heile meine liebe Oma. Mach, dass ich eine gute Prüfung schreibe. Gib uns unser tägliches Brot. Mach, dass ich im Lotto gewinne. Bewahre mich vor Unglück. Hilf ihr durch die schwere Zeit. Mach, dass in Syrien Frieden ist.

Im Moment lehre ich gerade Reformation. Jan Hus, Martin Luther, Ulrich Zwingli. Ich erkenne, aus welchen Motiven sie vor 500, 600 Jahren gehandelt haben; aus dem Wunsch nach Befreiung des Menschen aus Knechtschaft, nach Selbstbestimmung, aus dem Überdruss an hohlen Predigten einer korrupten Elite in einer Sprache, die die Menschen nicht verstanden. Fällt nur mir der Bezug zu heute auf? Luther lehrte, dass gute Taten zum Seelenheil führen. Na ja, erst Mal gab es Krieg. Und wie sagte Schiller? Die Geister, die ich rief … 

Ich rede mit meinen DaZ-Schülern, die so gerne die Weltkarte anschauen und mir zeigen, woher sie kommen, wo sie ihre Ferien verbracht haben. Kiew, Sewastopol, Budapest, Orid, Ancona, Kirkuk. Sie zeigen mir ihr Land, von dem sie träumen. Dona nobis pacem!

Frieden? Wirklich? Ich sehe nur Krieg und die Rechtfertigung des Kriegs. Täglich höre und lese ich, mehr oder weniger subtil, was die Bösen im Osten, die Verbrecher an der Menschlichkeit tun: Bomben werfen, Meinung unterdrücken, Frauen vergewaltigen, Giftgas einsetzen, Wahlen manipulieren, Menschen enteignen. Täglich lese und höre ich, was Politiker fordern und was in der Folge passiert: Noch mehr Nato-Truppen an der Ostgrenze, Sanktionen und Bomben gegen Länder, die unserem Bild von Staat nicht entsprechen, Aufstockung der Rüstungsausgaben. Stimmungsmache gegen Russland, ohne dessen Opfer der 2. Weltkrieg nicht zu Ende gegangen wäre. Die 29 Millionen toten Russen sind schon lange vergessen. Europäische Truppen in Kriegsgebieten. Wir müssen. Wir sind die Guten. Dona nobis pacem!

Sind wir verrückt geworden?

Frieden? Schon lange nicht mehr war Krieg so nah, und täglich wird in der Politik und in den Medien darauf hingearbeitete. Das nennt man Manipulation, vor der wir uns gefeit glaubten, denn wir haben das ja schon mal erlebt.

Und wahrlich ich sage euch: Eines Tages in nicht mehr allzu ferner Zukunft wird es ganz klar sein, warum der Westen zu den Waffen greift. Die Geister, die ich rief …. Dona nobis pacem!

Die Sonne geht auf über dem beschaulichen, friedlichen Oberheimen. Ich mache mir Gedanken zu allem und nichts: anstehende Geburtstage, die kommenden Tage in Rom, die momentane ungesunde Anhäufung von Arbeit in der Schule, die Exkursion nach Dachau ins ehemalige KZ nähe München, Krieg und Frieden.

Es gibt sie, die anderen Stimmen. Die Stimmen der Völkerverständigung, des Friedens. Überall auf der Welt, auch dort, wo uns weis gemacht wird, es gäbe sie nicht. Wir müssen hinhören.

Nein, nicht Gib uns Frieden.

Wir machen Frieden.

 

verlinkt mit: Samstagsplausch bei Andrea. Übrigens kann ich seit drei Wochen bei den blogger.com Blogs nicht mehr kommentieren. Geht euch das auch so? Weiss jemand, woran das liegt?

 

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  1. DANKE regula! 👍😍 häb ä schönä sunntig, trotz üsere verruckte wältlag!! glg usäm friburgbiet, katharina ☀️☀️

  2. Dein Beitrag ist so wahr. Ich sage auch so oft „Der Kriegt steht vor der Tür“. Es werden wahrscheinlich nicht Kriege sein wie WW I und WW II aber krachen wird es alle mal. „Ach was“… Man muss sich ja nur umschauen. Wenn selbst Nord- und Südkorea sich wieder verständigen.

    Zu dem Kommentieren: Viele Blogger Blogger haben die Möglichkeit mit anderen Waffen als Google Accounts zu kommentieren. Kommt man also von WP macht man eine lange Nase. It’s not a bug, it’s a feature.
    Liebe Grüße Magda

  3. Das sind Gedanken, die mir definitiv Angst machen und mich manchmal in meinen dunklen Momenten ebenfalls aus der Bahn werfen. Ich will sozusagen gar nicht daran denken, auf was wir da zusteuern.
    Grübelgruß
    Andrea

  4. Ein toller Post, liebe Regula. Schlimm nur, dass viele nicht bemerken, wie sie von den Medien manipuliert werden. Und diese ständige Kriegshetze kann ich eh nicht begreifen. Was geht da in den Köpfen nur vor? Ich kann das nicht begreifen.
    LG, Varis

  5. Hallo Regula,
    ein sehr schöner, sehr nachdenklich machender Beitrag! DANKE

    Hast du vielleicht Ghostery installiert? Das war bei mir das Problem, warum ich nicht mehr auf Blogger-Blogs kommentieren konnte. Das Add-on wieder abgeschaltet und schon ging es wieder.
    LG
    Yvonne

  6. Ein berührender Post, der mir aus der Seele spricht, liebe Regula! Warum muss es in unserem hochentwickelten Jahrhundert überhaupt noch Kriege geben? Die Menschheit wird einfach nicht schlauer, oder?! Ja, wir wünschen uns Frieden! Ein kleines Körnchen Beitrag ist, den Frieden in unserem Umfeld zu pflegen und im kleinen Rahmen Friedensstifter zu sein.
    Herzliche Grüße
    Ingrid

  7. Ein schwerer Beitrag heute, diese Gedanken haben ich auch zu genüge, aber ich verdränge sie auch sehr gerne… und erfreue mich an den kleinen Dingen im Leben.
    Liebe Grüsse
    Angy

  8. Die wahrlich unwichtige Sache zuerst: keine Ahnung! Ich habe einen Blogger. com Blog… da geht es nicht? Was schreibt der Computer denn?

    Frieden ist nicht einfach so, er muss gemacht werden! Täglich gelebt im Kleinen.

    • Natürlich geht es auch um „privaten“ Frieden, aber der nützt nichts, wenn die Politik hetzt. Das macht mir Sorgen.

      Der Domputer schreibt/schrieb nichts. Der Kommentar ging einfach nicht weg. Ich habe nichts geändert, aber plötzlich ging es wieder. „Miracouleusement“.

  9. Liebe Regula,
    die Menschen sind so dumm und leichtgläubig.
    Mein Wunsch:
    Mögen wir in Frieden leben.
    viele Grüße
    Margot
    P.S. der Gefährte besitzt nur einen Imkeranzug und ich wollte ja nur gucken und selber nichts an den Bienenstöcken arbeiten. Inzwischen sind die beiden Stiche Geschichte.

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