Archiv für den Monat Dezember 2018

Tee-zember – 16. Dezember 2018 – Tea-cember

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Lichter im Dezember, könnte man mein Stickbild nenne.

Ich mache mit beim Tee Adventskalender bei Alltagbund. Jeden Tag sollte ein Brief bei mir eintrudeln, denn 25 Teilnehmerinnen haben je einen Tag zugewiesen bekommen, an dem sie ihrerseits an jede einen Brief mit Tee senden.  Ich darf mich jetzt jeden Tag freuen, weil erstens was Schönes im Briefkasten steckt und ich zweitens mit mir ein gemütliches Teepläuschchen halte. Ein paar Extraminuten Freizeit.

Der Sternenhimmel über beleuchteten Häuschen ist ein kleines Nähprojekt, das ich gewerkelt habe, weil ich einer Freundin diese Nähtechnik zeigen wollte. Für den Teezember habe ich ein Foto vom Bild gemacht, welches ich dann an alle Teilnehmerinnen als Karte verschickt habe.

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Gefühlt tausend verschiedene Teesorten in allen möglichen Verpackungen machten mir die Auswahl schwer. Schliesslich entschied ich mich für etwas ganz Einfaches. Dafür ist jedes Teebeutelchen von Hand zu einem Sternchentee aufgepeppt worden.

Teezember1

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Ein kleines Gedicht vervollständigt die Adventspost. Zusammen mit einem lieben Gruss sind die Briefe hoffentlich alle rechtzeitg zum heutigen 16. Dezember angekommen.

Ich grüsse euch herzlich!

Samstags 1 Jahr – Happy Birthday

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1Jahr

Seit ich in alten Holzhäusern wohne, zünde ich keine Kerzen mehr an, denn ich traue mir nicht zu, daran zu denken, sie auszulöschen, wenn ich aus dem Raum oder aus dem Haus gehe. Ab und zu brennt bei uns ein Teelicht. Nicht weil Advent ist, sondern weil meine Enkelin heute ein Jahr alt wird. Heirassa. Sie geht und scheint mega stolz zu sein, dass sie dieses grosse Ziel erreicht hat. Mit grossem Willen und unermüdlichem Üben.

Heute Nachmittag gibt es also Geburtstagkuchen. Ich freue mich.

Elaynegeht

One year ago, my first grandchild was born. Now she can walk. I was in the mood to light a „candle“ this morning. In the afternoon, we are celebrating with cake and coffee.

Happy Birthday, Dearest!

 

Verlinkt mit Karminrot von Andrea.

Un velo di silenziosa pace – I’m looking forward to snow

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Ein Schleier des stillen Friedens.

In drei Wochen brauche ich einen neuen Kalender, aber das ist mir eben erst bewusst geworden, als ich ein Datum im Januar eintragen wollte. Ich Glückliche! So wenig verplant bin ich.

Ich Traurige! Die letzte bunte Seite in meinem aktuellen Kalender aus Genua, der voller hübscher Zeichnungen, italienischen Rezepten, Sprüchen und Gedichten ist. Zugegeben, mein Italienisch ist so dürftig, dass ich nur 20 Prozent verstehe.

Ich Glückliche! Diese kleine Gedicht verstehe sogar ich.

Schneeflocken fallen vom Himmel,

so weich und leicht.

Sie sind Blumen ohne Stiel,

Flaumfedern der Engeln.

Sie fallen im weissen Licht und

bilden einen Vorhang des stillen Friedens.

Auf der Welt schweigt alles.

Ich werde den Kalender Ende Jahr beiseite legen und noch ein Weilchen aufbewahren. Wenn dann das neue Jahr so richtig angefangen hat, werde ich die schönsten Bilder ausschneiden und den Rest entsorgen.

Winterthur

No snow yet, I mean snow that stayed for a period of time, let’s say two or three days. After the storm the trees are bare of leaves now, which makes interesting silhouettes against the sky, like scissor-types. 

I took this picture in Winterthur last Saturday with my iPhone hence the quality. But to me, it looks like an advents calendar. Some windows are already open, some still closed. Two weeks to go.

I wish you all the best! 

i fiocchi dello cielo

cosi soffice e lieve

un velo di silenciosa pace

 

Gemütlich am Sonntag – Tealicious Letters

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Hier seht ihr meine Dezemberpost. Teetrinken hat eine ganz spezielle Bedeutung bekommen. Herzlichen Dank allen!

I’m drinking tea and feeling blessed as I’ve got so many lovley and tealicious letters last week.

Verlinkt mit Sonntagsglück

Am Samstag Sturmböen – It’s Stormy Out There

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Sturmmorgen

Draussen toben die Novemberstürme, die sich nicht ums Datum kümmern. Auf meiner Tour rund ums Haus habe ich ein paar Dinge gefunden, die gestern noch nicht da lagen: Nachbars Baugitter liegt quer auf der Strasse, das blaue Schnapsfass ist unter die Bäume gerollt, ein Amselweibchen versteckt sich im Geäst der Weinrebe. Dafür fehlt einiges, was gestern noch da war: der Baum hat alle Blätter verloren, der Türkranz ist ebenso unauffindbar wie die grüne Zeltplache zum Abdecken des Häkselguts. Nur die Wolken waren gestern schon da.

Schon vor dem Sturm war der Samichlaus hier. Er hat Biberli, Schöggeli, Nüssli, Guetzli, Grittibänzen und Mandarinli ins Lehrerzimmer gestellt.

Chlaustasse

Den Kaffee trinke ich heute aus meinem neusten Fundstück aus dem Brockenhaus.

 

Hello, Good Morning!

It’s stormy out there. Like others I didn’t have the time to bring stuff inside that was in danger to fly way. Things are missing, but there are also other items that are not supposed to be here. I’ll sort it out later. First, I’m having a cup of coffee in my new mug. 

Samichlaus, Santa, was here on the 6th. He brought a lot of nuts, tangerines, cookies, chocolate. I love to see the big box on the table in the teachers‘ lounge. It’s a big thank you from the school administration. 

 

Verlinkt mit Samstagskaffee bei Andrea.

Altkleider-Wahnsinn? – Der Entwicklung Afrikas schaden? – Qui bono?

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Heute also mal wieder sozialpolitisch. Auf einem Blog habe ich gelesen, dass man seine Altkleider nicht mehr mit gutem Gewissen in den Sammelcontainer werfen könne, weil sie nur Schaden anrichten. Die Schreiberin beruft sich auf diesen Artikel bei msn-Nachrichten „Mit Spenden Schlechtes tun“.

Mit dem Thema Alttextilien habe ich mich vor einer Weile beschäfftigt mit Ungerechtigkeit andauernd. Dazu möchte ich meine Gedanken äussern.

Dass der heimische Markt mit Textilien in Afrika (also Produktion) nicht in Schwung kommt, hat nichts mit unseren Containern zu tun, in die wir auch aus ökologischen Gründen unsere Altkleider entsorgen, sondern unter anderm damit, dass die Rohstoffe, die es zur Kleiderproduktion benötigt, also Baumwolle, Wolle, Leder usw., mit höhren Zöllen belegt sind, als billige Fertigware aus Asien. Die heimischen Produktionsfirmen können nicht konkurrenzfähig sein. Wenn es keine Produktion gibt, gibt es auch keine Arbeitsplätze und kein Geld, sich einheimische, teurere Kleidung zu kaufen.

Der Handel mit Alttextilien ist nicht das Problem, dass die einheimische Produktion nicht in Gang kommt, sondern die Folge. Die Secondhandware generiert eine Menge von Jobs, angefangen vom Händler, die die Containerladung kauft (und Steuern von etwa 15 Prozent dafür bezahlt), seinen Angestellten, die sie sortieren, die Näherinnen, die die Kleidungsstücke in Stand stellen, über die Händlerin, die nur Oberteile oder Unterwäsche kauft und wiederverkauft, einer anderen, die sich auf Kinderkleider spezialisiert, bis zu dem Mann, der im Schuhhandel tätig ist. Hunderttausende leben vom Handel mit Alttextilien. Secondhandware aus Europa ist zudem oft von besserer Qualität (Schuhe vor allem), als die Neuware aus Asien und zudem immer noch billiger. Nur diese Kleidung könnten sich viele leisten.

Dass Afrika wirtschaflicht nicht vorwärts kommt, hat nichts mit Secondhandkleidern zu tun, sondern damit, dass die ehemaligen Kolonialherren ihre angeblich befreiten Untertanen noch immer wacker ausnehmen. Man spricht von Kapital- und Ressourcenflucht.

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Landgrabbing, sei es nun für Nahrungsmittelbeschaffung oder Ausbeutung von Bodenschätzen. Es schadet der Landbevölkerung, weil es ihr die Möglichkeit nimmt, sich selber zu versorgen, ökologische Landwirtschaft zu betreiben, unabhängig zu sein. Jahrhunderte alte Dörfer werden zerstört, Gesellschaftsgefüge auseinander gerissen, Familien entwurzelt. Am Geschäft auf den Monokulutren so gross wie der Kanton Thurgau verdienen in erster Linie internationalen Konzerne aus den Industriestaaten.

Auch zerstört europäische Überschussware den afrikanischen Markt (zum Beispiel Pouletflügel (die sind im reichen Europa nicht so beliebt, wir essen lieber Pouletbrüstchen), Milch und Tomaten aus den giftigen Treibhäusern von Spanien, um nur drei Beispiele zu nenne. Wie verwerflich ist es, Überschüsse, die man (teuer) entsorgen müsste, unter dem Deckmantel von Hilfeleistung zu verschenken/zu verkaufen und die Menschen damit vom europäischen Markt abhängig zu machen?

Jetzt die Alttextilien ins Korn zu nehmen, weil es angeblich der Entwicklung Afrikas schadet, ist das Gleiche, wie Plastiksäckli kostenpflichtig zu machen und Trinkhalme zu verbieten, um die Verschmutzung  der Ozeane zu stoppen: Man lenkt von den grossen Sündern/Problemen/Ungerechtigkeiten ab. Aber von den Mainstreammedien ist man sich ja nichts anderes gewohnt.

Weisst du um wieviel der Schiffsverkehr in den letzten Jahren zugenommen hat (die Konsumwut braucht ja Futter), und welche Dreckschleudern diese Containerschiffe sind, solange sie leben und erst recht nach ihrer Ausmusterung? Zudem Trinkhalme aus Papier verwenden und dann eine Kreuzfahrt machen?

Oder das Rettungsschiff der Medecins Sans Frontière aus dem Verkehr zu nehmen, weil sie angeblich ihre Abfälle ins Meer gekippt haben? Aber auch das ist eine andere Geschichte. Wo sind da die investigativen Journalisten? Auch das ist eine andere Geschichte.

Ich gehe mit der Aussage einig, dass zu Europas Überschüsse den Afrikanischen Markt kaputt machtn. Wenn die Altkleider ins Feld geführt werden, ist aber Fast Fashion das Übel, mit dem Ausbeutung von Mensch und Tier, Umweltverschmutzung usw. einhergehen, nur damit der Plunder noch billiger wird und noch mehr davon gekauft wird. Aber davon reden nur die alternativen Medien, denn es ist Konsum schädigend. Damit dies Produktion noch mehr angetrieben wird, ist es von Interesse, auch die Afrikaner (und andere Schwellenländer) dazuzubringen, in den Konsumkreislauf einzubinden, indem sie Neuware zu kaufen. Man nennt das dann „neue Märkte“ erschliessen. Noch perverser wird es, weil ja nur zu oft Neuware gleich auf dem Müll landet.

Aber allem zu Grunde liegt das marktwirtschaftliche Glaubensbekenntnis vom Wachstum.

Die Altkleidersammlung in Verruf zu bringen, hat aber vielleicht auch ganz niedere Gründe. Kann es sein, dass auch einfach unser Ego beleidigt ist, weil wir den armen Afrikaneren etwas schenken, sie dieses nicht einfach dankend annehmen, sondern eine Geschäftsidee daraus entwickeln, die sogar noch funktioniert? Wir sind ja nicht nur die Guten, sondern die mit dem Wissen.

Meine pessimistische Prognose ist, dass mit dem Geschäft bald Schluss ist. Der Handel mit Alttextilien ist in gewissen Ländern nämlich, vorerst auf dem Papier, illegal. Ich bin aber überzeugt, dass damit nicht der einheimischen Produkion auf die Beine geholfen wird, sondern einmal mehr, der Bevölkerung geschadet. Qui bono?

 

 

Samstags anfangs Teezember – No Christmas Rush This Year!

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Ich habe mal gelesen, dass die Zeit mit zunehmendem Alter gefühlt schneller zerrinnt, weil das Gehirn nachlässt und weniger speichern kann. Es bleiben weniger Erinnerungen haften, die schliesslich das Zeitempfinden verlängern. Zweitens läuft die Zeit schneller ab, wenn man weniger erlebt. Je ereignisloser der Alltag ist oder je weniger bewusst er erlebt wird, umso weniger Momente, die wir nie vergessen werden, bleiben in Erinnerung. Es ist ein Trugschluss zu meinen, der Tag oder die Woche gehe nie zu Ende, wenn mir langweilig ist.

Habe ich also den Eindruck, dass die Zeit nur so rast, werte ich das als schlechtes Zeichen für meine Lebenführung. Denn nicht die Zeit rast, sondern ich. Offenbar gelingt es mir nicht, ansich erinnerungswürdige Augenblicke bewusst zu erleben, offensichtlich bin ich achtlos.

Zugegeben, der Alltag ist nicht immer das Gelbe vom Ei, ein Schultag kann so anstrengend sein, dass ich ihn am liebsten schon hinter mir hätte. Und trotzdem möchte ich am Ende meines Lebens nicht auf einen grauen Brei zurückschauen, in dem ein paar grossartige Highlights schwimmen. Wenn immer ich denke, was? Schon wieder Samstag?, gibt es nur eins für mich. Langsamer werden.

Vermutlich sind wir im Dezember noch anfälliger für das Gefühl, die Zeit rase nur so vorbei, denn die Tradition stellt uns vor ein Dilemma. Nie im Jahr (ausser vielleicht vor den Sommerferien, aber da sind die Tage lang, die Sonne ein Energiespender) ist so viel los, wie in der Zeit vor Weihnachten, die wir in unseren mitteleuropäischen Breiten aber bitte besinnlich und friedvoll feiern sollen. Es ist paradox zu meinen, Hast, Eile, ein voller Terminkalender und daraus resultierende Müdigkeit und ein dünnes Nervenkostüm liessen sich mit Friede und Besinnichkeit in Einklang bringen, die wir uns zu Weihnachten sehnlichst wünschen. Betriebsamkeit passt nicht zum hereinbrechenden Winter und dem Bedürfnis des Körpers, nach einem reichen Sommer und Herbst auszuruhen.

Für mich gibt es auch da nur eins: Slow down. Es wird auch Weihnachten ohne Dekoration, ohne Guetzli, ohne Adventsfenster, ohne ohne ohne. Statt dessen werde ich meine Kraft für mich, meine Familie, meine Arbeitskollegen und die Schüler aufwenden, damit wenigstens ich nicht auch noch am 24. Dezember über die Ziellinie krieche. Mein Weihnachtsschmuck ist dieses Jahr eine ausgeglichene Lehrerin zu sein.

Was an dieser Adventszeit speziell ist, habe ich schon lange vorbereitet. Gestern habe ich meine Briefe zum Teezember zur Post getragen, und heute darf ich selber die erste Tasse Adventstee trinken. Aber zuerst jetzt Kaffee! Aus der Santa Tasse.

Habt euch wohl!

I think I’m going to take it really slow this year regarding Advent and Chistmas. I’m not planning on cookies, tree, candles, presents. It’s just me, my family, the colleagues at work, the students. Christmas ornament this year will be a content woman under the „Christmas tree“, a teacher who is fit enough to wish the students Merry Christmas with all her heart.

Yes, I’m reading „Skipping Christmas“ by John Grisham.

🙂

The only thing I have been planning long before today, is Tea-Cember. I’m having a cup of tea sent to me from 24 people all over Germany, Austria and Switzerland. Yesterday I sent my share of lettres to them. I wish you all a good time during December 2018.

It’s still dark outside. I’m having a cup of coffee with whiped cream (vegan) in my Santa cup. I think I’m coming into Christmas mood much easier without the rush.

 

Verlinkt mit Andreas Samstagsrunde bei Karminrot.