Biodiversity – Insektensterben, Vogelsterben – Ich mag gar nicht darüber nachdenken

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Girsch

Wir lesen dieser Tage überall davon: Bienensterben, Vogelsterben. Ich mag gar nicht darüber nachdenken. Mir wird ganz sturm vor lauter Ideen, was ich alles dagegen unternehmen soll. Alles macht soviel Arbeit!

Brennnesselernte.jpg

Und während ich so meinen Blätz abschlendere, gucke, was schon alles aus dem Boden kommt, jetzt wo die Sonne wärmt und lockt, da denke ich: Mensch, was bist du blöd! Gar nichts musst du tun. Lass einfach alles wachsen. 🙂

Unser Ordnungssinn ist es, was der Natur schadet. Unsere Faszination für gerade Reihen, das Bestreben Gleiches zu Gleichem zu stellen und Fremdes auszumerzen beschneidet die Biodiversität, der Ruf nach sauberen Abschlüssen und klaren Begrenzungen.

Brennnesseltee.jpg

Mal schauen, wie weit ich mit meiner neuen Gartenphilosophie, die Biodiversität als hehres Ziel hat,  komme. Heute trinke ich erst mal Brennnesseltee. Und später gibt es einen gemischten Salat mit frisch geschnittenem Giersch (der Schnittlauch ist noch sehr mikrig). Und dass ich für ein Bienenhotel doch noch zur Bohrmaschine greife, zeige ich euch bei Gelegenheit.

Übrigens soll Schöllkraut gegen Warzen helfen …

Schöllkraut

With spring arriving, I’ve started thinking about my garden and orchard. Although I live in a region where nature is quite intact and has a lot of space, I can see that there are things to do against the dying of insects, including wild bees and birds.

I have a few plans which are all quite time consuming. Have you ever planted busches or trees? In order to get a patch of poor grassland, I must bring in sand frist and seeds later. The mear thought of all the work makes me tired. I don’t want to think about the danger our planet is in anymore.

But this morning I realised that I don’t have to do anything, that there is in fact no work to do at all. I just have to let grow, what ever wants to grow in my property. My only concern are my neighbours who might not be ready for my vanguard thinking.

But anyway, who makes the decisions of what is worthwhile and what is weed? Instead of working hard to have clean edges and angles, I drink stinging nettle tea and later have a salad with chopped goutweed.

The third plant is celandine. It helps agains warts.

Gartenglück-2

 

Verlinkt mit Sonntagsglück.

 

 

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  1. genau – einfach mal nüscht machen!
    die natur hat soviel kraft wenn man sie lässt. im prinzip stecken wir noch im 19.jahrhundert fest mit seinem machbarkeitswahn.
    diese toten gärten müssten mit empfindlichen extra-abgaben belegt werden – die dann in vernünftige ökologische projekte investiert werden 😀
    xxxxx

  2. Wir haben einen wilden Garten, in dem sich zunächst zu unserem Ärger, die Buddleja extrem ausgebreitet hat … Letzten Sommer haben wir uns gänzlich mit der Wildnis versöhnt: Es war wie in einem „Schmetterlingshaus“. Vom Distelfalter über das Tagpfauenauge bis zum Schwalbenschwanz: Alles da!- Was mir Probleme macht, ist, dass viel zu wenig über Ökosysteme und ihre Fragilität gesprochen wird: Jede/r will das Klima retten, die Natur ist dabei ziemlich egal. Dabei sollten Natur-, Arten- und Klimaschutz doch EINS sein. Hier planieren sie mal wieder einen Wald, reißen auch alte Buchen aus, um das Klima angeblich zu retten. Die Zahl der getöteten Insekten, zerstörten Nester und bald zerfetzten Fledermäuse und Vögel interessiert da nicht. Sie werden ja einem höheren Ziel geopfert ….“Klima“ ist so herrlich abstrakt und sauber. Das verstehen auch Städter, die sich vor Kröten und Insekten ekeln 😉

    • Der Plan ist eben immer (noch) viel Kohle mache, alles haben, nichts dafür bezahlen. Ein paar Ersatzhandlungen beruhigen das Gewissen, wenn überhaupt eins da ist.

  3. Ohja…da mache ich mir auch ganz viele Sorgen! Und ich werde richtig „gätzig“, wenn ich diese Steingärten sehe. Nichts als mit der Nagelschere getrimmter Rasen, Steine und grüne Gehölze, die mit Sicherheit nicht blühen. Ich weiss nicht, wie begriffsstutzig der Mensch sein kann- wie oft muss man es denn noch schreiben, sagen, an den Mann/die Frau bringen?? Wie gut, dass das Schweizer Radio jetzt bis September 20 die Aktion „Mission B(iodiversität) gestartet hat. Wer weiss, vielleicht wird der eine oder andere doch hellhörig, wenn er es tagtäglich aufs Brot geschmiert bekommt? Ich für meinen Teil habe einheimische blühende und beerentragende Büsche bestellt, die ich in grosse Töpfe setzen will, dazu kommen Lavendel, blühende Kräuter und Sonnenblumen. Wenn jeder was tut, dann ist schon sooo viel richtig gemacht! Hätte ich einen Garten, dann würde meiner so aussehen wie beim fröhlichen Männchen in der Hängematte! ;oD
    Ganz e scheenä Abig nu, härzlichi Griess!

    PS: Ich habe mal die Reportage über eine Gartenarchitektin gesehen, die einen Waldgarten angelegt hat. Oder vielmehr: Sie hat die Natur grösstenteils selber machen lassen. Ein PARADIES! Ich sass völlig begeistert vor dem TV und hätte am liebsten auch gleich so einen Garten gehabt. Auf die Frage der Reporterin, ob das nicht wahnsinnig viel Arbeit mache meinte die Frau: „Eben nicht. Das regelt sich alles von alleine!“ Sie hatte zum Beispiel einfach eine Mulde im Boden mit Teichfolie ausgelegt, und nach einiger Zeit hatte sich dort selber ein wunderbarer kleiner Teich gebildet, mit Pflanzen und Tieren drin.
    Es wäre so einfach……

    • In den Frühlinsferien pflanzen wir auch. Ein Wäldchen entsteht schon hinter dem Schopf. Der Nachbar hat auch einen kleinen Wald angepflanzt, denn sein Enkel wollte unbedingt einen haben. Ist das nicht allerliebst? 🙂

  4. Schaue mal in Deinen Garten. Wenn dort Brennnessel wächst ist sicher das Gartenschaumkraut nicht weit. Das schmeckt lecker nach Kresse und passt sicher in Deinen Salat.
    Achtung bei Schöllkraut, der gelbliche Saft darf nicht in die Augen und an andere Schleimhäute kommen!
    Schönen Sonntag,
    Karin

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