Samstags 20/11 an den Montag denken – School closed?

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NotfallkitWas ums Himmelswillen bedeutet, am Montag die Jugendlichen zu betreuen, statt sie zu unterrichten?

Gestern Nachmittag hat eine vierköpfige Delegation des Bundesrates an einer Pressekonfrenz die Schliessung aller Schulen in der Schweiz angeordnet. Ich war gerade in der Migros am Einkaufen, was ich am Montag für den WAH-Unterricht benötigen würde, als mir der freundliche Angestellte, der die Einkaufswagen einsammelte, davon erzählte. Nach einer anfänglichen Erleichterung, machte sich aber schon vor dem Schlafengehen Verunsicherung breit.

Während ich heute Morgen also mit dem Besen in meiner Küche hantiere, erinnere ich mich an die Zeit mit meinen eigenen Kindern. Wie haben wir damals eigentlich zwei Wochen verbracht und offenbar überlebt?

Filme

Und schon formt sich ein Bild in meinem Kopf. Ich sehe das Wohnzimmer, das kleine Fernsehzimmerchen, den Garten, die Garage zur Werkstatt umfunkioneriert. Ich sehe die Kinder auf dem Bett liegen und lesen, ich sehe sie draussen Fussball spielen. In meiner Erinnerung schleppen sie Schwartenbretter, Sägen und Nägel an. Ich sehe, wie sie mir beim Salatsaucerühren helfen, wie sie um Znüni und Sirup bitten. Und natürlich auch, wie sie sich langweilen …

Apfel

Genau so werden wir die nächsten zwei Wochen verbringen. Ich werde anregen, am Montag Schulzimmer in Wohn-, Spiel-, Fernseh- und Schlafzimmer einzuteilen, wo man sitzen, schwatzen, lesen und Film schauen kann. Die Türen werden offen und angeschrieben sein. Das Schulareal wird Garten und Spielplatz.

Stifte

Ich werde im Bastelzimmer Farbstifte, Papier bereithalten und die Materialschränke öffnen. Die Bibliothek wird für Leseratten (und solche, die es werden wollen) geöffnet sein. Puzzles von zu Hause, um das Spielzimmer auszustatten, sind auch eine Idee. Ich werde zwei, drei Jugendliche in den Dorfmarkt schicken, um Äpfel für den Znüni zu kaufen. Vielleicht gibt es sogar die eine oder den anderen, die mir beim Schränke ausräumen, Farbstifte spitzen, Papier schreddern, Türklinken und Laptops desinfizieren helfen? Kurz sie werden im Schulhaus tun, was sie zu Hause tun (natürlich mit seht streng überwachten PC-Zeiten, hihihi).

Schools are closed on Switzerland. However, we have to look after the children who can’t stay at home alone. What does this mean? I was angry first, but now I have a plan …. actually, I am really excited to go to school on Monday morning. Hopefully, my colleagues will agree.

We could name the classrooms: living room, tv-room, craft room, play ground … There can only be a number of stundents in one room. The can read in the living – or bed room, they can play games in another. They can watch movies, they can draw, cut paper, experiment with fabric and yarn, while the teachers are there doing their own stuff. It will be like living in a family.

 

Verlinkt: Samstagsplausch bei Andrea Karminrot.

 

 

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  1. Bei mir im Ort ist Montag erst Dienstbesprechung, danach bekommen die Kinder ein Materialpaket in die Hand und Informationen zur SchulCloud. Ich gehe allerdings davon aus, dass nicht viele Kinder erscheinen werden, da etliche Schulen, entgegen der Weisung der Kultusministerin Montag schon geschlossen haben. Es war ja schon Mitte letzter Woche vorgewarnt worden, für den Fall der Fälle zu planen und trotzdem Ruhe zu bewahren.
    Nun denn, wir werden sehen.
    Tolle Idee mit Deinem Blog für außergewöhnliche Schulzeiten!
    Viele Grüße,
    Karin

    • Wir werden sehen. Es könnte tatsächlich lange dauern, so dass wir nach und nach dahinter kommen, wie es funktioniert. Illusionen habe ich keine … LG von Regula

  2. Grundsätzlich finde ich es sehr widersprüchlich, die Schulen zu schließen und dennoch Notfallbetreuung anzubieten. Andererseits ist es nun mal so, dass manche Eltern nicht zu Hause bleiben können und tatsächlich keine Betreuung haben und da muss es eben dieser Betreuung geben. Ich wünsche dir, dass du die Zeit gut hinter dich bringst und bald wieder alles „normal“ laufen kann.
    Bleib gesund und lass dich lieb grüßen von Catrin.

    • Ja, das ist wirklich schwierig. Die Eltern, die ihre Kinder nicht selber betreuen können, müssen sich aber mit der Schulleitung in Verbindung setzen. Wir sind also nicht einfach ein Kinderhütedienst. Zum andern ist jetzt die Weisung raus, dass morgen Montag und Dienstag die Schule geschlossen ist und ab Mittwoch Schule digital stattfindet. Ich habe mich jetzt schon darauf vorbereitet und einen Blog gebastelt. Da gebe ich dann den Lernstoff bekannt. Ich bin gespannt, wie und ob es funktioniert.

      https://schuletobel.wordpress.com

      Dir und deiner Familie gute Gesundheit!

    • Das mit dem Blog ist eine sehr gute Idee. Ich wünsche dir, dass es gut angenommen wird, bei der Arbeit, die du da hinein steckst.
      Liebe Grüße, Catrin.

  3. Na, dann wünsche ich dir mal eine gute und entspannte Zeit mit den Jugendlichen und vor allem: bleib gesund!!
    Hab heute noch einen wunderschönen Sonntag!
    Liebe Grüße
    Ingrid

  4. Liebe Regula, na da kommt ja etwas auf Dich zu. Ich hoffe es ist trotzdem eine nicht so stressige Zeit für Dich. Verreisen würde ich im Augenblick lassen. Hab einen schönen Sonntag.lieben Gruß und bleibe bitte gesund Sylvia

    • Hoi Sylvia, da die SuS zu Hause bleiben (bestimmt diejenigen, die den Schulverleider haben und eher anstrengend sind), wird es bestimmt aus pädagogischer und disziplinarischer Sicht einfacher. Wieviel Arbeit es gibt, wieviele Nerven der digitale Unterricht kostet, werde ich dann sehen. Liebe Grüsse zu dir. Regula

    • Znüni setzt sich zusammen aus zum und nüni, was neun bedeutet. Znüni ist die Zwischenverpflegung um Neun Uhr, während Zviere, diejenige um Vier Uhr nachmittags ist. Liebe Grüsse zu dir. Regula

  5. The situation is exactly the same in Belgium, Regula, and I have been wondering about that. I’m not sure if I would feel comfortable sending my children to school, but then again, I have to go into work and I think lots of people are in that situation. What’s a good solution? You tell me! xxx P.S. I love your idea by the way!

  6. Hoffentlich nutzen das jetzt nicht alle, um den Einkaufstourismus zu intensivieren. Denn eigentlich sollen wir in die Selbstquarantäne, wenn wir in der Schweiz waren. Das wäre also schon beim Einkauf im heimischen Supermarkt. Hhm…
    Liebe Grüße
    Andrea

  7. Das ist hier in Deutschland offensichtlich ein wenig anders geregelt. Denn Betreuung gibt es nur für Kinder besonderer Personengruppen, wie eben Ärzte und Pflegepersonal. Alle anderen Eltern müssen selber sehen, wie sie ihre Kinder betreut bekommen. Das wird für einige keine leichte Aufgabe.
    Bei mir ist ab Montag auch alles dicht. Aber meine Azubis sind ja schon groß und benötigen keine Betreuung mehr!

    Gruß Marion

    • Ich denke, dass in meiner Schule höchstens ein paar 7. Klässler kommen werden. Es wäre natürlich jetzt die beste Gelegenheit, um all diese digitalen kooperativen Arbeits- und Lernformen zu üben. 🙂 LG, bleib gesund!

    • Der Unterschied ist, dass ich mit den Jugendlichen im gleichen Gebäude bin, aber nicht unterrichte, das wäre nicht fair denen gegenüber, die zu Hause bleiben. Deshalb kann man auch keine Hausaufgaben machen. Es gibt für einmal keine Leistungserwartung, keine Prüfungen, keine Noten. Ich schaffe einfach einen Raum für die Jugendlichen. Das tönt doch super, nicht?

      Wer sich nicht an die Weisungen, wie Abstand halte, Hände waschen, hält, wird isoliert, sprich hat ein ganzes Zimmer für sich alleine oder spielt draussen.

      Ich werde auf jeden Fall nicht schon um 6 Uhr in der Schule sein, sondern auf den Glockenschlag genau kommen. Aber ein paar Ideen im Kopf zu haben, kann nicht schaden. Nebst Puzzles werde ich auch mein Strickzeug einpacken.

      Es werden auch nicht alle kommen.

      Vielleicht wäre es tatsächlich gescheiter, 100 Prozent dicht zu machen, aber was ist mit Kindern von Pflege- und Spitalpersonal? Wo zieht man dann die Grenze?

      Aber noch hat der Kanton nicht entschieden.

  8. Ach wei. Genau die Frage stellt sich mir auch. 6 bis 10… ähnlich und dich sehr anders. Wird viel mehr Bewegung mit drin sein müssen.

  9. guten morgen Regula,

    Ja hier in Deutschland sind nun auch ALLE Schulen und Kitas bis nach den Osterferien dicht, aber gut mich betrifft es nicht, hab ja keine Kids 😉
    Im bin im Moment froh, im Homeoffice arbeiten zu können, auch wenn es da auch schon sehr ruhig geworden ist, weil keiner mehr großartig Außendienstler Zuhause haben möchte.

    Bleib gesund und munter und bis nächste Woche.

    Herzlich Sheena

  10. Guten Morgen Regula,
    ich sehe es auch so.
    Es gibt jetzt schon ein großes Geschrei, was man wohl 5 Wochen macht, wenn schulfrei ist.
    Urlaub und die Nachbarin fliegt mit ihren Kindern nach Kroatien.
    Das ist aber nicht Sinn der Sache.
    Ist es zuhause sooo langweilig.
    Du hast es wunderbar beschrieben, wie man auch seine Freitzeit verbringen kann.
    Was machen wir denn nur, wenn es mal kein Handy, keinen Fernseher und kein Internet mehr gibt.
    Die drehn alles am Rad, aber anders.
    Ein schönes Wochenende und pass auf dich auf.

    Grüße Eva

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