Samstags 20/17 im Garten Eden – Long-term Project

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BrennnesselPfefferminze

Je länger ich zu Hause bin, umso mehr Ideen habe ich, wie ich den Tag verbringen kann. Heue Morgen mit dem pelzigen Knoblauchspinatpizzageschmack auf der Zunge lechzte mein Mund nach Tee. Und schwupps kam der Gedanke, diesen Sommer zu nützen, um meinen eigene Teemischung zu sammeln und zu trocknen.

Mal schauen, was sich im Verlauf der Zeit alles findet. Angefangen habe ich jetzt mit Brennnesselblättern und ein bisschen Pfefferminze. Bald gibt es Waldmeister und Lindenblüten. Es ist das Paradies hier.

Und womit vertreibt ihr euch die Zeit?

Jeder Tag gleicht dem anderen. Am Morgen bin ich in der Schule, bereite Aufgaben für die Schüler vor, die ich online (auf den Blog) stelle. Die anwesenden Lehrer halten eine kurze Pause, in der wir uns grundsätzlich und schulbezogen austauschen, um nicht den Verstand zu verlieren.

Wir halten uns immer an die bundesrätlichen Bestimmungen: Höchstens fünf Personen, Abstand zwei Meter, regelmässig Hände waschen und beim Betreten des Schulhauses desinfizieren.

Am Nachmittag bin ich normalerweise zu Hause (hier läuft eigentlich alles wie immer), checke ab und zu die Plattform, damit ich Fragen der Schüler beantworten kann, und ich mache Fotos für die nächsten Aufträge. Ich gebe mir grosse Mühe, nicht die Familien zu belasten, sondern die Jugendlichen anzusprechen, damit sie nicht alles vergessen, damit sich die Schule nicht vergessen, damit sie mich nicht vergessen.

Die Lehrer dürfen nicht unterrichten, aber sie dürfen beraten. Ich weiss, dass der Grat dazwischen sehr schmall ist. Tatsache ist, dass diejenigen Schülerinnen und Schüler, die einen Schups oder Hilfe bräuchten, gar nicht kommen. Wer hätte das gedacht? 😉

Tee

Each day is the same as the day before and the day after. I go to school in the morning, preparing tasks for the students I share on the blog and on Teams. The present teachers have a short breat to chat and keep the their minds healthy, to share their thoughts about the situation in general and regarding the teaching.

We follow the rules of the government: distance two metres, not more than five people, washing hands regularly, using desinfectant when we enter the building.

Sometimes a student shows up with a question or to get something. Teachers are not allowed to teach but they can coach in small groups if necessary. I know it’s hard to tell where coaching ends and teaching starts. The fact is not many come to school. The one who would need a boost don’t come. Who would have thought? 😉

In the afternoon I am usually home (life is pretty normal at home) checking into Teams now and then, answering questions of the students and taking pictures for the next day. I’m trying not to load to much onto the families. The students shouldn’t forget too much, they shouldn’t forget how school works and they shouldn’t forget me.

There is still time for personal projects. When I woke up this morning I thought it would be nice to have my own tea blend. And that’s what have started: I’ve picked stinging nettle and peppermint so far. Soon there will be woodruff and lime blossoms.

Have a nice weekend!

 

Verlinkt mit Andrea Karminrot.

Ihre Frage kann ich mit ja beantworten, allerdings passt das Wort schon nicht dazu. 

 

 

 

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  1. Oh ja, es sind gerade schwere Zeiten, für Lehrer und SchülerInnen. Es ist doch zu befürchten, dass die lernschwachen Schülerinnen und Schüler noch mehr abhängen. Und für die Lehrer ist es extrem viel Arbeit. Dein Schulblog ist super!
    Gegen jede Krankheit ist ein Kraut gewachsen… Kräuter sind toll. Ich bin auch so eine Kräuterhexe in unserer Familie. Leider kann ich nicht mehr jeden Tee trinken, was ich sehr bedaure.
    Wünsche dir eine gute und schöne Woche, liebe Regula!
    Liebe Grüße
    Ingrid

  2. Oh, selbst Blätter usw. trocknen für Tee hört sich gut an. Ich fürchte, außer Brennessel würde ich nur nichts erkennen. Ich habe da echt so unglaublich wenig Ahnung von. Unser Volkshochchule bietet immer so Kräuterwanderungen an, wo es auch darum geht, essbare Pflanzen kennen zu lernen. ich glaub, da sollte ich, sobald das wieder geht, doch mal mitmachen. Dein selbstgemachter Tee hört sich nämlich gut an.
    Genieß den Sonntag
    LG
    Yvonne

  3. Ich glaube auch, dass, je länger das andauert, von den Schülern lernmäßig was gefordert werden muss – deine Meinung zu Arbeitsblättern, so gerne ich die gemacht habe, teile ich -, was die Lernfähigkeit mancher Erwachsener übersteigt und auch nicht von allein Kollegen gepflegt worden ist. Hierzulande hätten wir nur schon vor über zwanzig Jahren damit anfangen können, das anzugehen, was jetzt notwendig ist. Aber auf uns hört ja keiner, auch schon so lange.
    Ich bin froh, dass ich draußen bin. hab auch so genug zu schaffen.
    Alles Gute!
    Astrid

    • So hat jeder seine Aufgabe im Leben. Und das ist gut so. Es ist ein Privileg, wenn man sich das Leben gestalten kann. Im Moment scheint mir, geben viele dieses Privileg ohne nachzudenken ab.
      Ein gutes Schulwesen hat viel mit Zukunftsdenken zu tun. Wer lieber der heiligen Kuh „Wirtschaft“ opfert, gutheisst, dass sich die Politiker gegenseitig auf die Schultern klopfen, vergisst, dass am Schluss die Zufriedenheit der Bevölkerung (und dazu gehören Bildungschancen, Lebens- und Arbeitsbedingungen, Gesundheitswesen und Sozialwerke) entscheidend ist.
      Mich dünkt, ein paar Oligarchen im Trüben spielen mit der gesamten Menschheit ein trauriges Spiel.
      Mach’s gut! Liebe Grüsse von Regula

  4. Glaube mir, den Stadttee, mag man nicht trinken! Und hinaus aus der Stadt, habe ich es noch nict geschafft. Auch wenn die Autos und Schlote im Moment so viel weniger Dreck verteilen, so ist noch genügend in dem Boden zu finden.
    Sammel schön und ärgere dich nicht.
    Andrea

    • Oh ja, Kräuter neben der Strasse geht gar nicht. So hat alles seine Vor- und Nachteile. Hier musst du auf Gülle achten, die ist weder gesund noch schmeckt sie im Tee. Ärgern bringt tatsächlich nichts … Liebe Grüsse von Regula

  5. Picking herbs to dry and make your own blend of tea is a lovely idea! I’m sure it’s not easy being a teacher during these times. Nor being a pupil, I guess. It is true that those who need it the most are not necessarily the ones who can be reached through digital channels. It’s a balancing act but a very important one. xxx

  6. Ich hab mich die Tage mit Wildkräutern befasst und mir eine APP hochgeladen für den Wald. Bin mal gespannt ob ich essbar fündig werde. Angefangen hab ich heute mit was eindeutigem – Löwenzahnblüten für Honig. Bin mal gespannt.
    LG
    Ursula

  7. Frische Triebe der Brombeere sind auch toll im Tee. Das ist vor allem ideal, wenn man eine wilde Brombeere im Schach halten möchte. Wenn es weiterhin warm bleiben sollte ist das ideal die Brombeerblätter noch zu fermentieren. Auch Blätter der Erdbeere, der Johannisbeeren, Himbeeren lassen sich verwenden. Und und und 😀
    Ja, das Homeschooling! Letzte Woche bin ich vor allem hinterhergehechelt nach nicht erledigten Aufgaben.
    Schönes Wochenende, mit vielen Grüßen,
    Karin

  8. Ohja! Die Lehrergilde musste in den letzten Wochen ein grosses Mass an Flexibilität und Phantasie an den Tag legen. Ich hoffe, gewisse „homeschoolende“ Eltern haben wieder schätzen gelernt, was die Lehrer jeden Tag leisten….! 😉
    Selbst gesammelte Tees sind was Herrliches. Selber bin ich noch nicht über Pfefferminze hinausgekommen, aber ich hab mir schon eine Räuchermischung selbst kreiert: getrockneten Salbei aus dem Garten, dazu Lavendelblüten und zerstampfte Wacholderbeeren- das duftet prima!
    Meine Tage? Die laufen ab wie immer. Abgesehen davon, dass ich etwas mehr Freizeit hab als sonst (weil unser Arbeitsmodus im Spital etwas verändert wurde wegen dem Virus). Die hab ich aber sehr genossen und muss sagen, dass ich auch sehr gut nichts tun kann! 😄 Bis ich vor und nach dem Job jeweils die Stallarbeit geschafft habe, geritten bin und den Haushalt auf Vordermann gebracht habe bleibt meist auch nicht mehr viel Lust, noch irgendwie was anderes zu tun. Ausser dass ich hin und wieder unsere Schränke und Kommoden „durchsträhle“ auf der Suche nach Dingen, die zum Flohmarkt dürfen. (Falls dieser heuer überhaupt stattfindet!)
    Häb es scheens Wuchenänd, liebi Griess!

    • Ich wollte grad sagen, definiere mal „nichts tun“. 🙂 Flohmarkt wäre so toll!!!! Wir nehmen’s, wie’s kommt. Liebe Grüsse zurück!

  9. ich hoffe, die für die bildung verantwortlichen in politik & verwaltung lernen was!

    selbst kräuter sammeln für einen schönen haustee für den winter ist eine prima idee – und was man nicht alles in den tee tun kann! ich hatte schon: stiefmütterchen, ringelblumen, gänseblümchen, lavendel, brombeerblätter, spitzwegerich (sehr gut bei husten/bronchitis), die üblichen verdächtigen wie salbei, thymian, minzen & melissen….. schafgarbe stillt innere blutungen (selbst ausprobiert!) und ringelblume entzündungen und schmerzen (nutzen wir andauernd).

    xxxx

    • Im Vergleich zu anderen Ländern geht es uns ja gut. Aber der Ruf der OECD ist auch hier negativ zu spüren. Ja, die Schule profitiert von der Krise. Ich denke auch, dass sich ganz viele darauf freuen, wenn es endlich wieder losgeht.
      Spitzwegerich habe ich schon gesammelt, auch Weissdornblüten. Alles andere kommt nach und nach. Das meiste wächst, wuchert gar in meinem Umschwung. Geniess das Wochenende! LG von Regula

    • Ja, es hätte einiges einfacher gemacht, wenn man den SuS in echt hätte erklären können, wie sie sich auf den digitalen Plattformen bewegen sollen. Jetzt ist halt einfach learning by doing, was bestimmt einen sehr grossen Lerneffekt hat.

      Die Australier mit ihrer school of the air haben wohl am meisten Erfahrung in distance teaching und learning, aber auch da holen sich die Familien oft eine Hilfe auf die Station, damit diese die Arbeit der Kinder begleitet. Ohne direkte Beziehung läuft das Lernen (auf der Volksschulstufe) schlecht. Mit wenigen Aussnahmen natürlich. Aber dann muss die Umgebung enorm inspirierend sein, was nur wenige Eltern schaffen können. Nein, nein, digitales Lernen verschärft die Chancengerechtigkeit.

      Trotzdem kann ich dieser Zeit viel Gutes abgewinnen. MIA war nie echter.

      Liebe Grüsse zu dir. Regula

  10. Liebe Regula,
    mein Sohn ist auch Lehrer und macht seine Kurse (Meisterkurse) per Videokonferenz, das ist anstrengend, klappt aber sehr gut. Den anderen Unterricht mit seinen Lehrlingen macht er per PC und auch das klappt gut.
    Bei mir hat sich nicht viel geändert, bis auf Kleinigkeiten und ich denke, dass du schon jeden Tag tolle Ideen hast, die habe ich auch. Ich entdecke jeden TAg in meiner „Wundertüte“ dem Keller Neues, „ach das hast du auch noch“, herrlich was so eine Coronazeit alles fertigbrngt.

    Dir ein schönes Wochenende und liebe Grüße Eva

    • Je jünger die SuS, je schwieriger für sie (und die Eltern). Ich denke oft, dass reden so viel schneller geht, als den zu erklärenden Stoff in geschriebene Form zu bringen. Und nur Arbeitsblätter lösen, ist fürs Üben gut, aber ja echt nicht Schule.
      Ich denke auch, dass diese Form von Schule von den Kindern ein Verhalten und Arbeiten verlangt, was viele Erwachsene nicht leisten könnten.
      Corona hat durchaus ihr Gutest! Liebe Grüsse zu dir. Regula

  11. Jetzt spriesst bei mir überall im Garten die Zitronenmelisse die kommt klein geschnitten in die Salatsauce und zusammen mit Pfefferminze gibt es einen erfrischenden Tee. Kräuter sammeln und verwerten finde ich eine schöne Beschäftigung. Die Brenneseln lasse ich noch stehen und stelle dann zusammen mit Beinwell eine Jauche an, dann bekommen meine Pflanzen auch eine willkommene Stärkung.
    L G Pia

  12. Liebe Regula, Dein Tag hört sich eigentlich gut an. Ich hoffe sehr, alles Schüler bekommen die Kurve, ist immer solch eine Sache. Man ist schnell in einem Trott drin, wo einen alles zu anstrengend wird, wenn es zuviel Freizeit gibt.
    Aber mir gefallen diese Tage hier zu Hause. Natürlich fehlt mir mal ein Kino oder einfach nur schön Essen gehen, aber man kann dies zu Hause gut ausgleichen. Beschäftigt bin ich mit Masken nähen. Also Langeweile habe ich auch nicht.
    Hab ein schönes Wochenende. Lieben Gruß Sylvia

    • Hallo Sylvia, nein, nicht alle SuS bekommen die Kurve. Gerade für diejenigen, für die Beziehung so wichtig ist, sind mit distance learning nicht gut bedient. Auch die schwachen Lerner (keine oder schlechte Strategien, wenig Selbstdisziplin, fehlende Einschätzungsgabe, fehlende Motivation, kurze Konzentrationsspanne, ….) und für Kinder aus bildungsfernen Haushalten ist das völlig falsch. Aber es ist jetzt halt mal so, wir werden dann schauen, wenn die Kinder und Jugendlichen wieder in die Schule dürfen, wo sie stehen. Eine Promotion gibt es diesen Sommer ja schon mal nicht. Liebe Grüsse zu dir. Regula

  13. Tee sammeln macht ganz viel Spass. Hier blüht schon der Weißdorn und ich habe heute morgen einen Zweig mitgenommen, ist herzstärkend. Spitzwegerich ist auch überall schon zu sehen. Die Pfefferminzsorten im Garten wuchern 😉
    Schön, dass Du so mit den Schülern versuchst in Kontakt zu bleiben, ich fürchte, das machen nicht viele. Der Grosse arbeitet zZt in einem Jugendzentrum und die haben *Beschäftigungspäckchen* gepackt und per Rad rumgebracht. Die Eltern und Jugendlichen/Kinder waren so so froh. Kontakt halten! Nicht hinten runter fallen lassen!
    So eine schöne Idee, einen Blog zu machen für die Schüler.
    Liebe Grüsse
    Nina

    • Ja, es gibt sehr herzige Möglichkeiten, besonders bei den Kleinen. Unsere Grossen sind natürlich schon www-tauglicher. Aber eben auch nicht alle. Ich denke schon, dass die Kinder und Jugendlichen den Kontakt vermissen. Und die Eltern sind auch wieder dankbarer den LPs gegenüber. 🙂

  14. Na dann viel Freude in der Kräuterküche!
    Und ihr habt sogar einen Blog für eure Schüler. Toll!

    Ein schönes Wochenende für dich!
    Marion

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