Die Symetrie der Ferse – Playing with Numbers

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Ich liebe die Abfolge der verschiedenen Teile einer Socke. Ich liebe es eine neue Socke anzuschlagen, die 60 Maschen gleichmässig auf drei Nadeln zu verteilen. Ich liebe es, das Börtchen 2 re, 2 li zu stricken und dann viel schneller glatt weiterzumachen, bis das erste gerade Stück fertig ist. Bei Wintersocken ist es länger, bei Sommersöckchen kürzer. Manchmal gibt auch die Menge Wolle die Länge vor.

Danach erfolgt die Einteilung für die Ferse. Ich liebe es, die Maschen umzunadeln, bis es stimmt, so dass zweimal 16 Maschen still liegen, und ich 28 Maschen hin und her stricken kann, bis ich zwei Randschlingen weniger als die Hälfte der Fresenmaschen zähle, also 12. Ich liebe diese Zahlenspiele. Andere Leute machen Sudokus.

Ich liebe die Symetrie der Ferse und des Käppchens, links und rechts des Ganganfangs: 14 und 7 Maschen. Dann werden links und rechts an der Ferse die Randschlingen aufgenommen. Links und rechts folgen nun die Ristabnehmen. Ich liebe es, wie sich die überzogenen Abnehenmen nach links und die zusammengestrickten nach rechts neigen. Ich zähle die Maschen bis und vom Abenehmen weg, stricke zwar rundherum, aber im Geist von der Ferse hinunter und auf der anderen Seite wieder hinauf.

Sind auf allen Nadeln wieder gleich viele Maschen wie zu Beginn, folgt das zweite gerade Stück. Welche Erholung. Meditation. Mein Spiel ist es, eine ganze Nadel ohne Unterbruch im gleichmässigen Takt zu stricken.

Ich liebe es, das Schlussabnehmen zu stricken. Für den Endspurt brauche ich etwa 15 Minuten. Dafür reicht die Zeit noch ganz oft. Eine Viertelstunde ist kurz. Ich liebe die Regeln: Zwischenmaschen und Zwischengänge in gleicher Zahl, die Abnehmen liegen exakt aufeinander, bis es aufgeht und zuletzt neun Maschen auf drei Nadeln bleiben, die ich mit dem Faden zweimal rundherum zusammenziehen kann.

I love to knit socks because there are rules, there is a rhythme. It means to play with numbers. 60 stitches means 20 on each needle. The border is 2 and 2 stitches. Multiplication. I love to change the number of stitches before I can knit the heal. I need two stitches less than the half of the total. And I count two selvedge stitches less then half of the total. I always count when knitting the heal, it’s a play with numbers. Other peolple solve Sudokus.

There is symetry in the knitting of a sock, which I love. The decreases lean onto each other on the left and right side of the heal. And if the amount of stitches match the number I started with, knitting is like meditation. Round after round. I try to find the perfect speed and not to stumble. Stitch after stitch till the finish line, the tip.

Again there are rules to be followed. Starting with 5 decreases per round, the stitches between the decreases match the rounds between the rounds with decreases. And finally there are 9 stitche, three on each needle which I pick up with the end of the yarn twice and pull to a little star.

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  1. Weißt du, was ICH liebe? Wenn schon vor dem Frühstück der erste Beitrag aus BABAJEZAS WUNDERTÜTE aufpopt und ich mich zwischen Mittagessen Kochen und Abwasch auf einen zweiten freuen darf – da bin ich voll im Flow. Ich glaube, ich werde jetzt die nervige Knopfleiste an dem neuen Cardigan, die ich schon fünfmal angefangen habe, beiseite legen und ein Paar Socken anschlagen! Mit Fischmaul-Ferse …

    • So muss das sein. Ich geniesse tatsächlich ein paar Sonnenstrahlen suf der Westseite des Hauses und trinke ein Appenzeller Sonnwendlig. Die fast fertige Socke liegt auf dem Balkon im Osten. 😊

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