Abby Lynn – Samstags 18 * 22 – Meeting Old Friends

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Gestern habe ich eine alte Freundin wiedergetroffen. Kennst du Abby Lynn, das Mädchen aus London, das in eine Sträflingskolonie nach Australien verschifft wurde, obwohl sie unschuldig war? Ihre Geschichte ist eines der Bücher, das ich immer wieder lese und, wie ich zu sagen pflege, mit ins Altersheim nehme, sollte ich diesen Tag erleben.

Ich liebe es, Geschichte mit Geschichten zu studieren. Natürlich weiss ich, dass Bücher und Filme, literarische Erzählungen subjektiv gefärbt sind. Wichtig ist doch einfach, Geschichten möglichst vieler Perspektiven zu lesen, zu hören und zu sehen, um ein umfassendes Bild zu bekommen. Ob das im Geschichtsbuch der Fall ist?

Die Sieger schreiben die Geschichte, so steht es sogar im Geschichtsbuch von Westermann, das wir aktuell im Geschichts unterricht verwenden. Abby Lynn könnte Oliver Twist gekannt haben. Ob Rainer M. Schröder von Charles Dickens abgeschrieben hat, so wie das die Geschichtsschreiber aus dem Kanton Thurgau gemacht haben? Wenn also eine Quelle sich vorgängig auf eine Quelle auf eine Quelle gestützt hätte, so lange, bis man gar nichts mehr zurückverfolgen kann? Der Salath vom Schob und der Schob vom Pupi? (Namen verändert) Und wenn es bei den Thurgauern so wäre, dann auch bei den Schweizern, bei den Europäern, den Weltnationen?

Dann wäre Geschichte nichts anderes als ein Gerücht? Und je nachdem auf welcher Seite du stehst, ein gutes oder ein verheerendes? Und wie ist es wohl, wenn man in der Hitze des Gefechts Nachrichten verfasst? Geschichte beschreibt die Zustände immerhin aus einer gewissen Distanz

… Meine Güte: wie kommt es nur, dass bei mir immer gleich ein ganzer Baum an Gedanken aufgeht? Dabei wollte ich doch nur meiner Freude Ausdruck geben, dass unverhofft ein tolles Jugendbuch in meine Hände gefallen ist, das zu Lesen mein Wochenendvergüngen sein wird, nebst einem kleinen Nähprojekt, um einer Kollegin bei der Idee einer Herzverzierung zu helfen. Ich sage nur Spitze! 🙂 Und wenn das Wetter mitspielt, kommen heute Nachmittag noch die Kartoffeln in den Boden.

Rereading a book is like meeting old friends for me. I am so happy to meet Abby Lynn again. Although I know her story, know the ending of the book, it’s not at all boring. In fact, I can concentrate on other matters than „Will she find happiness eventually?“. This story is very rich. Is it a coincident that we are talking about Oliver Twist in class these days? Because there are parallels, and I can imagine that Oliver and Abby knew eachother, probabely lived in the same neighbourhood of London.

I love getting to know history by stories. You may say, books are written from someone’s perspective and don’t decribe the reality. But let me ask you, how is history made? If someone wants to write about it and goes into archives, she is likely to find old history books and goes on from there? In my canton/county Salath took from Schob and Schob took from Pupi (names altered). Can Salath be trusted? And if it is so in my county, isn’t it so in Switzerland, in Europe and in the world? At least, writing history means a certain distance to the events. What about actuell events, in the heat of the battle? Who can be trusted if news are just handed down to us?

Oh my! How come that every thought has to turn into a tree of thoughts? I ‚ve only wanted to tell you that I am happy to spend time with Abby Lynn this weekend, work on my little sewing project as a prototype for a colleague and maybe plant the potatoes if the weather is nice this afternoon.

Verlinkt mit Andrea Karminrot

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  1. Ist doch herrlich, wie du dich an diesem Buch erfreust.
    Das Nähprojekt sieht auch interessant aus.
    Zeigst du uns das fertige Werk?
    Liebe Grüße von
    Heike

  2. Liebe Regula,
    das Buch kenne ich nicht, finde es aber klasse, wie Du in Jugenderinnerungen schwelgst.
    Bei uns werden meistens späte Kartoffeln gelegt, die ganz Ängstliche warten sogar bis nach den Eisheiligen damit.
    weiterhin gute Besserung für Deine Hand
    viele Grüße Margot

  3. Ich kenne das Buch nicht, aber es erinnert mich an Manon Lescaut von Abbé Prévost.
    Nach der Vorlage haben Puccini und Massenet jeweils eine Oper geschrieben, die genau diese Handlung hat.
    Mit gefällt aber die von Puccini besser, ist eine schöne Oper mit einer sehr schönen Musik, die leider aber tragisch endet.

    Meine Lieblingsarie ist diese hier wunderschön:

    Ich bin immer hin und weg.
    Ich hoffe, du hast die Kartoffeln gepflanzt.
    Liebe grüße Eva

    • Werde mir die Arie morgen anhören, denn eigentlich bin ich schon im Bett. Mit Buch. Ja, die Kartoffeln sind drin, der Mann hat geholfen, denn ich habe immer noch eine Sehnenscheidenentzündung im Handgelenk und will mich schonen, geht aber fast nicht … Jetzt habe ich eine noch stabliere Handgelenkbandage bestellt.

      Schönes Wochenende! Liebe Grüsse von mir

  4. Als ich das Buch gesehen habe, dachte ich sofort, dass ich das vor Urzeiten schon gelesen habe, wie du auch. Aber soviel ist bei mir nicht haften geblieben. Bei unseren Kartoffeln kommen schon die ersten Blätter aus dem Boden. Bei uns war heute kein Garten Wetter. Dafür haben die Flösser morgen hoffentlich genug Wasser unter dem Kiel.
    L G Pia

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