Ein ganz normaler Samstag – 45 * 22 – The Usual Saturday

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Normalerweise schlafe ich am Samstag nicht aus. Carpe Diem! Ein unverplanter Samstag will in voller Länge genossen werden. Ein guter Mix zwischen entspannender Arbeit und Erholung soll es sein. Heute bin ich allerdings etwas später dran (Atelierabend mit Sashiko), habe mir auch eine Liste geschrieben, damit ich nichts vergesse. Einige dieser Posten werden im Novembernebel draussen stattfinden, Laubrechen, Entorgungstour und zum Bäcker laufen, was ich als erstes schon erledigt habe.

Ich geniesse gerade eine zweite Tasse „Kaffee“ mit „Schlagrahm“ und dazu eine Scheibe frischen Zopf. Wir bekommen unser Brot hier auf dem Land pro Woche zweimal geliefert und alle paar Monate muss ich dann die Rechnung bezahlen. Der Bäcker betreibt seine Bäckerei mit Restaurant im nahe gelegenen Ort, der bis vor 50 Jahren der Hauptort der Gemeinde war. Ökonomische Gründe haben zu einem Geimeindezusammenschluss geführt, in deren Folge die meisten Strassen in der Gegend geteert wurden. Ich denke jeden November an diesen Segen.

Die Alten erzählen, dass man die Bewohner der Nollengegend in Weinfelden und Wil an ihren Dreck verspritzen Autos als Hinterwäldler erkennen konnte. Nun, im Herbst bei Nebel starren die Strassen auch heute noch vor Schmutz, den die immer grösseren landwirtschaftlichen Fahrzeuge aus ihren tiefen Pneuprofilen verlieren, wenn sie in horrendem Tempo, aus nassen Äckern oder Wiesen kommend, durch unsere Weiler brausen. Zudem hinterlassen auch die letzten weidenden Kuhherden ihre Spuren, wenn sie am Abend in den Stall gebracht werden. Ich weiss wieder, wovon ich erzähle, denn ich habe am Mittwoch das Auto gefegt, und viel ist davon nicht mehr zu sehen.

Sodeli, kommen wir noch zu den Anführungs- und Schlusszeichen bei den Worten „Kaffee“ und „Schlagrahm“. Beide sind nicht, wonach sie aussehen. Letztens im Laden habe ich schlagbare Hafermilch entdeckt und will das natürlich ausprobieren. Und tatsächlich, es funktioniert, wie das Bild zeigt. Der „Kaffee“ ist aus Getreide gemacht.

Zudem habe ich einen super guten Handmixer geerbt, ein richtiges Schlagwunder, der das gewünschte Produkt unter einer Minute erstellt. Ich habe zudem eine grossartige Bettdecke, einen kleinen Küchentisch und zwei Pullover geerbt. Auf meinem Pullt steht ein Becher mit Stiften, die ich nach und nach ausprobiere, ob sie noch schreiben.

Das Leben geht weiter, die Erde dreht sich, derweil sich überall kleinere und grössere Dramen ereignen. Sei demütig und stark!

Have I ever told you that I love Saturdays? I usually get up as early as on workdays because there is so much to love about Staturdays. They are the perfect mix of relaxing chores and freetime. Today I got up later than usual because I was in the atelier stitching my Sashiko project. When I came home it was way after bed time.

As I knew it would be later today to start the chores, I made list so I wouldn’t forget what I had had in mind in the first place. Paying the bill at the baker’s for example and buying a Sunday treat on this occasion. You have to know that in my sticks the baker comes around twice a week and brings the ordered bread like in the old days. When I was younger I thought being the one delivering bread, coming around, chatting with customers in front of their houses, dis cussion bread choices would just be the work I loved to do. But unfortunately my brother-in-law who owns a bakery too, moved to the other end to the world and bakes bread for other people. And here it went, my job I was hoping for.

Anyway, my second cup of „coffee“ with shipped „cream tastes wonderful even if I am still a teacher. I ‚m writing „coffee“ because it ist not, neither is the „cream“ cream. It’s made from oats and whippable (if this is a word at all). I was wondering if it would actually work when I saw the produce in the store. Yes it does. About the „coffee“ I have written a few times. It is also made from grain.

I have inherited the mixer I made the whipped cream. I also inherited a lovley little kitchen table and two sweaters. And on my desk there is a glass filled with pencils and pens that I try our once in a while and trow away if they do not write.

Life goes on. The earth runs arond the sun and itself. Be humble and strong!

Verlinkt mit Karminrot.

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  1. Saturdays are my favourites too, although I love my free Fridays when I’m able to take them even more. We no longer have any bakers bringing around fresh bread anymore, which is a pity really. xxx

  2. Um nochmals zur Demut zurückzukommen.
    Ich denke mal Jeder interpretiert das auf seine Weise. Ich weiß nur noch – ich bin stockkatholisch erzogen worden -, dass ich immer einen Beichtzettel habe schreiben müssen und dann dem Pfarrer im Beichtstuhl vorlesen habe müssen:
    „In Demut und Reue bekenne ich meine Sünden….“
    1. usw.
    dann folgten die 10 Gebote und hierzu meine Sünden.
    Ich war damals 7 Jahre alt und ja, schon damals habe ich darüber den Kopf geschüttelt.
    Ich habe mal nachgeschaut, was das denn ist und es ist wohl eher im religiösen und im jüdischen Glauben verankert.
    Was ist ein demütiger Mensch?
    Auch hier habe ich nachgeschauit
    „Demütige Menschen sind körperlich und seelisch gesünder. Sie verhalten sich auch großzügiger, sind hilfsbereiter und dankbarer – was sie attraktiv für andere macht. Außerdem fällt es ihnen leichter, ihre eigenen Impulse bewusst zu lenken und sie überstehen stressige Erlebnisse mit weniger negativen Folgen.“
    Aber da gibt es noch viel mehr, für mich ist Demut auch, wenn ich auf einem Berg stehe, den ich erklommen habe und sehe, was der liebe Gott hier gschaffen hat.
    Demut ist aber auch – so wie gestern bei mir, ist zwar eine Kleinigkeit aber… -,.
    Ich habe meine Sonnenblende am Objektiv verloren und das Ding ist ja teuer und so habe ich zum lieben Gott gesagt, dass er mir helfen soll, das Teil wiederzufinden.
    Und ich bin den ganzen Weg zurückgelaufen und habe geschaut und siehe da, ich habs wieder gefunden.
    Ich glaube daran und ich war schon in so vielen Situationen, da hat mir der liebe Gott geholfen. Ich bete nicht viel und behandele den lieben Gott eher als Kameraden. Aber bislang hatte ich immer Glück, da werde ich demütig. und auch dankbar.
    Liebe Grüße Eva

    • Sehr schön geschrieben. An den Beichtspiegel erinnere ich mich auch. Und auch daran, dass ich dachte, wieso die Kinder und Erwachsenen die gleichen „Verfehlungen“ zu überdenken hätten.

      Ich halte es mit Paulus, der da sagte: „Darum prüft alles, und das Gute behaltet.“ Deshalb habe ich den Beichtspiegel uns so manches aus der Kirche weggelegt.

      Der Zuspruch von Paulus hat übrigens in allen Bereichen Gültigkeit, den privaten und den öffentlichen, wenn grosse Veränderungen oder „Reformen“ anstehen. Gerade im Bildungswesen, resp. in meinem Schulzimmer prüfe, werfe oder implementiere ich entsprechend. 🙂

      Einen schönen Sonntag!

  3. Das ist ja nicht schlecht, wenn ihr das Brot geliefert bekommt und lecker sieht der Zopf auch aus. Da bekomme ich glatt Lust, ein Rezept zu suchen und auch mal einen zu backen.
    Einen schönen Sonntag und liebe Grüße zu dir von Catrin.

  4. Ich versuche die Samstage nicht ungenutzt verstreichen zu lassen, daher stehe ich auch relativ früh auf bzw. bin früh wach und mache irgendwas.
    Wenn ich mir den Hefezopf bei Dir so ansehe.. vermutlich backe ich demnächst einen.. Ich fürchte, es gibt hier keinen Bäcker mehr, der das selbst macht..
    Ein schönes Wochenende
    illy

    • Die innere Uhr schlägt regelmässig, nicht wahr?

      Zopf gibts hier nur am Samstag. Am Sonntag ist die Bäckerei geschlossen. Es gibt auch nur diesen einen Bäcker, der sei eigener Chef ist. Er macht nebst Brot und Brötchen die feinsten Torten.

      Einen schönen Sonntag dir!

  5. Liebe Regula,
    vielen Dank für diese Wortkombination: Demütig und stark! Ich nehme sie mit in die Tage, die kommen.
    Demut, so habe ich mal gelernt und verinnerlicht, hat ja auch nichts mit Unterwürfigkeit zu tun, sondern mit „dienendem Mut“! Das wünsche ich dir und mir. Und Stärke.
    Herzliche Grüße
    Ingrid

    • Ja gell, Demut ist nicht salonfähig heutzutage. Ich trage mich seit etwa 20 Jahren schon mit diesem Gedanken, denn der Machbarkeitswahn in unseren Breiten hat seine Grenzen, die dann soürbsr werden, wenn das Schicksa „zuschlägt“. Und ja, Demut muss von Mut kommen, deshal ist sie wohl so rar. Ein frohes Wochenende wünsche ich dir.

  6. Hallo Regula,
    ich weiß nicht, ich backe meinen Hefekranz noch selbst. Egal wie es auch ist, selbst gebacken schmeckt einfach besser.
    Hafermilch habe ich mal probiert, hat mir nicht geschmeckt.
    Ansonsten bin ich heute früh auch recht gut aus dem Bett gehüpft und war recht lange unterwegs.
    Hab ein schönes Wochenende und lieb Gruß Eva

  7. Dass habe ich deinem Kaffee auf dem Bild gleich angesehen, dass das kein Schlagrahm ist, würde auch gar nicht zu dir passen. Seit ich den selbstgebackenen Zopf im Hofladen kaufen kann, lohnt sich das selber machen nicht mehr. Heute haben wir den ersten richtigen Novembergrau Tag, wo es den ganzen Tag nicht richtig hell wird.
    L G Pia

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