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Babajeza

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Dornseiff

Wieviele deutsche Wörter gibt es?

Babajeza ist eines davon.

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Franz Dornseiff hat 1933 den Versuch unternommen, „die Wörter der deutschen Sprache nach Sachgruppen, begrifflich geordnet vorzuführen. Es sollte der Versuch gemacht werden, den ganzen Reichtum der deutschen Ausdrucksmittel, sowohl Wörter wie ausführliche Redensarten, von der feierlich gehobenen Sprache bis hinab zur Gebärde nach Begriffen geordnet aufzuzeichnen. Für die Einzelbegriffe sollte nun möglichst alles aufgeführt werden: Gottseliges, Schnoddriges, Bäurisches, Fremdwörter, Papierenes, Menschliches-Allzumenschliches, Derbes, was Snobs sagen, die Bckfische, Soldaten, Schüler, Kunden (rotwelsch), Seeleute, Studenten, Gelehrte, Jäger, Börsianer, Pfarrer, die Zeitungen. … Kurz, was tatsächlich gesagt wird, nicht nur, was gesagt werden sollte, also viel Umgangssprache neben der Schriftsprache. Man wird hier vieles gedruckt finden, was man nur mündlich gewohnt ist.“

Babajedza

Dieses Wörterbuch ist mir zum ersten Mal im November 2006 in die Hände gefallen, das heisst, der Professor hatte es mitgebracht. Er verteilte uns als Auszug das Kapitel „Übersinnliches“, weil gerade Allerseelen (Halloween) gewesen war. Und da war sie dann, die Babajedza. Mitten im Kapitel. Ein schöner Name, der so positiv nachgeklungen hat, das ich ihn nie mehr vergessen habe. Das d ist mir dann für den Blognamen verloren gegangen.

Suche ich im Internet nach Babaje(d)za kommt zu Baba einiges, aber nicht viel zu Jedza. Es wird auf Korn- und Roggenmutter und Korndämon verwiesen. Vielleicht ist Babajeza ein Begriff, der vorallem mündlich gebraucht wurde und schliesslich aus dem Sprachgebrauch verschwunden ist?

Ich weiss auch nicht mehr, welche Hausaufgabe wir in jenem November 2006 hatten. Es war üblich, aufs nächste Mal ein Kapitel in einem Lehrbuch zu studieren und eine Zusammenfassung zu schreiben. Aktuell ging es gerade um Reime und Verse, was mich dazu inspiriert hat, mit einigen Wörtern aus der Liste lieber ein Gedicht zu schreiben, statt Versmasse zu büffeln.

Geisterstunde

Hundert heulende Höllenhunde,

luftig leichte Lichtträgerinnen,

Wichtelmännchen, Wurzelweibchen

treffen sich zur Geisterstunde.

 

Sie treffen sich zur Geisterstunde,

um Mitternacht beim Stein am Hain

aus Weiden, Buchen, Erlen, Weiden,

zu geistern und kichern in wilder Runde.

 

Die Schattenfiguren der Unterwelt,

verwunsch’ne Seel’n der Verlor’nen

umwerben Mana, Orenda und Elfe

im Mondschein vom Feuer erhellt.

 

Im Schein des Monds erhitzt vom Feuer,

berauscht vom Wein, beschwingt vom Tanz,

singen und johlen die Geistgestalten.

 

Das Treiben ist mir nicht geheuer.

Unirdisch, spukhaft. Vor allem tabu!

Die Guten und Bösen eng umschlungen.

 

Doch sieh!

Die holden Götter und harschen Teufel

schauen von weitem, aber schmunzelnd zu.

 

Wühlst du auch gerne im Wortschatz?

Und wie ist dein Blog zu seinem Namen gekommen?