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Gut so – Samstags 45 / 21 – All’s good

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Einen Apfel essen, Tee trinken und zuversichtlich abwarten.

Gestern ist mit ein Satzfragment im Kopf herum gespukt: Die Leichtigkeit des Seins. Ich wusste, dass da noch ein Adjektiv fehlt, damit der Buchtitel vollständig ist. Aber eigentlich ging es im Gespräch darum, dass mir die Leichtigkeit abhanden gekommen ist, dass ich sie vermisse, dass ich sie nie richtig schätze, als ich sie noch verspürte.

Heute morgen habe ich nachgeguckt. Das Buch heisst „Die unerträgliche Leichtigkeit des Seins“. Es ist nicht, wie vermutetet, von einem südamerikanischen Autor, sondern von einem tschechischen, von Milan Kundera. Wieder eine Fehlinformation korrigiert.

„Die unerträgliche Leichtigkeit des Seins“ ist eine mehr als traurige Geschichte und handelt von der sehr komplexen Beziehung eines Paares, dass nach dem Prager Frühling in den Westen flieht. Nach den Jahren unter kommunistischem Regime empfindet die Protagonistin das Leben hier als unerträglich leicht. Ich habe das Buch nicht gelesen, frage mich jetzt, ob Teresa mit leicht vielleicht oberflächlich meint? Kann Leichtigkeit entgegen der Wortbedeutung eine Belastung werden, wenn es zu viel davon gibt?

Auf jeden Fall denke ich jetzt darüber nach, ob nicht alles, was wir uns wünschen, auch eine konträre Seite hat? Wenn Leichtigkeit unerträglich sein kann, kann dann die Schwere erträglich sein? Ist erträglich womöglich gar nicht das Gegenteil von unerträglich, weil das Pendel sozusagen zu wenig auf die andere Seite ausschlägt?

Das Gegenwort von ertragen ist zusammenbrechen. Wenn etwas unerträglich ist, bricht der Mensch zusammen. Das führt zum Schluss, dass das Gegenteil von etwas Unerträglichem mich mich zumindest standhaft bleiben, wenn nicht sogar wachsen lässt. Unerträgliches entzieht alle Kraft. Hat Teresa die Leichtigkeit als Kräfte zehrend empfunden? Und umgedreht, könnte ich die Schwere, die an meinen Armen und Füssen hängt, nicht auch Kräfte spendend sein? Heute widme ich mich ganz diesem Gedanken: Die kräftigende Schwere des Seins. Ich werde mich hinsetzen, die Schwere spüren und akzeptieren. Ich werde ausruhen, den ganzen Winter lang und aus der Ruhe im Frühling vielleicht wieder Kraft und später die verlorene Leichtigkeit finden. Es ist gut so, wie es ist.

Der Apfel: Ein Symbol für Liebe, Glück, Unendlichkeit, Vollkommenheit

My head is feeling a bit heavy today, so I am quite sure I am not able to write in English what I have written in German. Anyway, I went to see someone I felt could help me with my cough. I told her that I miss the lightness of being, which reminded me of a book title even there is a word missing. It’s the Unbearable Lightness of Being by Milan Kundera, a Czech auther. I thought Kundera, whose name I didn’t recall yesterday, was South American. Lesson learnt!

I was wondering if in case the lightness was unbearable, the contrary would also be true. That heaviness could be something positive. But what would the word be to describe it? If unbearable situations break us, the contrary gives us energy, lets us stand up, get stronger or grow. So the senctenc must be „the strengthening, boosting, nurishing, fortifying heaviness of being.

This is what I am going to do: I am sitting on the couch, I am resting as long as I need to, probably the whole winter. I am going to feel the heaviness in my arms and legs and accept it. I am going to enjoy it. I am going to allow me to be that way. And just maybe I will feel stong and energetic in spring. All’s good!

Verlinkt mit Andrea Karminrot.