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Kleine Eule – Little Owl Tutorial

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Ich habe mehr alte Jeans als neue, und wenn sie alt sind, sind sie reif für den Lumpensack, oder wie es früher hiess, für die Flickenkiste. So eine habe ich tatsächlich, und darin finden sich Hosen, die meine Buben trugen, als sie noch klein waren. Ja, so eine Flickenkiste ist wie ein Fotoalbum, das Erinnerungen weckt. Tatsächlich besass ich mal eine obercoole G-Star Jeans. Ein bisschen davon lebt jetzt in meiner kleinen Jeanseule weiter.

I have got more old jeans then new ones, but when they are old, they are so shabby that they just go into the rag box. Actually there is a rag box for „jeans only“ in my attic, that contains some jeans my boys wore when they were little. A rag box is like a photo album and brings back lots of memories. For example, I totally forgot that I possessed super cool G-Star jeans once. I little piece of them lives in my little owl for ever. 🙂 

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Schablonen fürs Schnittmuster zeichnen und mit der Zickzack-Schere aus Jeansstoff ausschneiden. Augen und Schnabel sind aus Filz.

I drew the parts of the owl on thick paper and cut the pieces out of the jeans fabric with zig-zag scisors. Eyes and beak are felt.

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Formen aufeinanderlegen und mit Stecknadeln fixieren. Die Augen und den Schnabel aufnähen. Flügel auf die obere Stofflage nähen, dann die drei Teile für den Eulenkörper genau aufeinanderlegen und zusammennähen. Stopfen, wenn noch ein kurzes Stück Naht offen ist.

Place onto the fabric, sew eyes and beak and also the wings onto the top layer. Then put the bigger fabric exactely between the two identical pieces and close the seams. Stuff the owl before the seams are closed completely. 

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Und dann noch eine Kordel zum Aufhängen anbringen. Noch habe ich mich nicht entschieden, wo die Eule bleiben soll. Am Sekretär in der Stube, an der Schranktür im Treppenhaus, am Schrank im Schlafzimmer oder an der Türklinke zum Arbeitszimmer.

I added a cord because I want to hang up the little owl although I haven’t decided where to; maybe onto the drawer of the buffet, the wardrobe in my bedroom or the door handle to the studio. 

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Raum und Möglichkeiten – Space and Possibilities

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Yesterday I visited a federal institution very close to the border to Germany called EVZ. It’s the first place for people who seek asylum in Switzerland. They all can stay until their cases are proofed and either they are accepted refugees and can stay. Or they have to go back where they came from or to their countries. But this is not what I want to write about here.

My topic is space, inspiration and possibilities.

The EVZ is very modern, built of concret with big windows, like a modern casern with a high concret wall around it. The days are clearly structured, everything is well organized, correct and efficient. I think people can feel more or less safe and free. They have a bed in a dorm with 9 other people and a locker. They can leave the building at a certain time and have to be back at a certain time. They get 3 Swiss francs a day for their personal needs other than food and clothing. So far, so good. We don’t want them to feel to happy here, don’t we? What was the most shocking was to see how these people are bored. Some played cards, a couple played chess. Others were outside smoking. Some were talking. But some were just sitting there at the very cramped tables. What is there, that they can do? We saw some women clean the floors in the basement. Yes, people in the EVZ have their chores. 

When I got home yesterday, I felt very content with my home and myself. Why would I wish my studio was three squaremetres bigger? Why would I complain about a staircase that has wormholes and scratches? What would it matter that lots of things needed to be fixed? My house is warm and comfy, it’s a home. It’s a thousend times more then the people in the EVZ have right now. I can come and go how I please. I have chores to do. My surrounding is inspiring. 

I had to make something this morning, just because I can, because I have so many possibilities to pass my time with creative work. 

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Gestern nahm ich an einer Fühung im EVZ, dem Empfans- und Verfahrenszentrum für Asylsuchende, in Kreuzlingen teil. Das EVZ ist eine Bundeseinrichtung und erste Station für Flüchtlinge. Hier werden sie aufgenommen und warten, bis ihr Verfahren geklärt ist, sie entweder anerkannte Flüchtlinge sind und in der Schweiz bleiben können, oder zurück in ihre Heimat oder gemäss Schengen-Dublin-Vertrag in ein Drittland ausreisen müssen. Es hat mich erstaunt, dass pro Monat doch etwa 30 Asysuchende freiwillig wieder nach Hause zurück kehren wollen. Eine Organisation unterstützt sie dabei und bietet Hilfe.  Aber darüber möchte ich hier gar nicht schreiben.

Mein Thema ist Platz, Inspiration und Möglichkeiten.

Das EVZ ist ein modernes Gebäude aus Beton und grossen Fensterfronten. Rundherum hat es eine hohe Betonmauer, die die Menschen im Inneren schützen soll. Die Tagesstruktur ist klar und gut organisiert, der Ablauf correct und effizient. Ich glaube, die Asylanten können sich tatsächlich einigermassen sicher und auch frei fühlen hier. Sie haben ein Bett in einem Zimmer mit 9 weiteren Personen und einen Spind. Sie können das Gebäude zu bestimmten Zeiten verlassen und müssen zu bestimmten Zeiten zurück sein. Sie bekommen 3 Franken am Tag für persönliche Bedürfnisse ausser Essen und Kleider. So weit, so gut. Wir wollen ja nicht, dass es den Leuten zu wohl wird hier, nicht wahr. Was mich auf dem Rundgang am meisten betroffen gemacht hat, war zu sehen, dass die Menschen so gelangweilt sind. Ein paar Männer spielten Karten, ein Paar spielte Schach, einige standen draussen und rauchten, andere sassen in Grüppchen und redeten miteinander. Vier kleinere Kinder kamen mit uns auf den Rundgang. Was können die Menschen im EVZ tun? Wir sahen ein paar Frauen den Fussboden im Keller reinigen. Ja, die Asylbewerber haben Ämtli, die sie ausführen müssen, wie Reinigung und Wäsche waschen, Mithilfe bei der Verteilung der Mahlzeiten.

Als ich wieder zu Hause war, war ich sehr zufrieden mit mir und meinem Haus. Was soll ich mir wünschen, mein Arbeitszimmer wäre drei Quadratmeter grösser? Was sollte ich mich grämen, dass die Treppe Wurmlöcher und Kratzer hat? Was macht’s, dass das eine oder andere am Haus renoviert werden sollte? Mein Haus ist gemütlich, es ist ein Heim. Es ist tausendmal mehr, als die Menschen im EVZ haben. Ich gehen und kommen, wie ich möchte. Ich habe Aufgaben zu erfüllen. Meine Umgebung ist inspirierend.

Heute morgen musste ich einfach etwas werkeln, einfach weil ich das kann und darf, weil ich so viele Möglichkeiten habe, kreativ zu sein.