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Gut ist gut genug – Pareto Principle

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Hasi

Mir fällt dieser Tage auf, dass sich die Menschen (wird das jetzt eine Studie über DEN Schweizer; DIE Schweizerin?) waaaaahnsinnig viel Mühe geben, um perfekt zu sein. Angefangen bei den Blumenkistchen, über Auto und Kind bis hin zu Zehennägeln und Ökobilanz der Kaffeemaschine. Selbstverständlich ist die gängige Antwort auf die gängige Frage „Wie geht es dir?“ ebenfalls „Sehr gut!“ Aber dieser ständige Superativ macht uns fertig bis zum Umfallen.

Dabei gibt es da die Pareto Regel, die besagt, dass mit 20 Prozent Aufwand schon 80 Prozent Resultat erzeugt werden. Das tönt so minimalistisch, so negativ. „Fuulä Siäch“, was hier in der Gegend so ziemlich das schlimmste Schimpfwort ist. Ich fomuliere die Regel aus Erfahrung um, dass nämlich für die restlichen 20 Prozent bis zu einem 100 Prozent Resultat, also für die Bestnote, nochmals viel Energie nötig ist, soviel wie für die 80 Prozent, für die wir doch schon viel und hart gearbeitet haben. Und 80 Prozent bedeutet gut.

Ich habe mein Gärtchen gejätet und freue mich, dass ich wieder eine Beeteinteilung sehe, dass da drei verschiedene Hostas blühen, verstreut ein paar Schlafmohnpflanzen und Ringeblumen wachsen. Der Salbei hat leider nicht überlebt, dafür die Pfefferminze. Und die Pfingstrosen, ich sage euch. Sie sind einfach wunderbar und super pflegeleicht. Im Moment ist der Giersch unsichtbar, weil ich ihn im Schweisse meine Angesichts kräftig zurückgestutzt habe. Nein, ich habe es nicht geschafft, die Wurzelknoten in der Tiefe auszugraben, denn der Aufwand war mir zu gross. Ein 80 Prozent Resultat also. Das Gärtchen sieht gut aus, und gut ist gut genug. Ich setze mich entspannt auf die Schaukel und geniesse.

Ich habe dieses herzige Häschen gesehen und gedacht, ich stricke mir auch eins. Leider war kein Knäuelchen hellbraun gross genug und ich musste improvisieren. Das Strickbild ist ein bisschen unregelmässig, das Schnäuzli zu auffällig geworden.  Nach einer Stunde Arbeit ein 80 Prozent Resultat. Na ja, ich lasse es so, das Häschen sieht gut genug aus. Ich setze es auf mein Kaffeetablett und geniesse eine Pause.

Bei dieser Einstellung geht es aber nicht nur um uns. Wenn wir weder von uns noch von den anderen  Höchstleisung verlangen, haben alle mehr Zeit für Entspannung und sind vermutlich aufgestellter. Sind dann die 80 Prozent eventuell sogar 100?

Ich wünsche euch ein gutes Wochenende.

I’ve lived this week following the pareto principle. My goal was 80 percent results: my little flower garden looks good, the lavender on the window sills looks good. I cooked good meals, knitted a nice bunny and had a good time. Nothing brilliant, not exciting. No superlatives.

Watching people I can see how much they do in order to have a great house, a great car, to be a great husband and a great wife, a super student with only great marks. The toe nails are super beautiful, the hair always perfect. They (try to) trim their bodies to great shape, push themselves to the maximum. 

This makes me think about the pareto principle, the 80 : 20 rule. But 20 percent of effort sounds very laid-back. It sounds so easy and therefor can’t be a good thing. Actullay, 80 : 20 doesn’t mean 20 percent of power for a 80 percent result to me. It means that the missing 20 percent to a 100 percent result demands again the same amount of energy. I must double my effort only to get a A instead a B. And I have worked hard for a B. Nota bene: B means good.

We would save so much power and time by still being good. We would have spare time and energy for friends and family, for cooking a good meal and sharing it together. We would find time for relaxation and therefore be kinder to others. We wouldn’t expect super results from others and be less disapointed. We could be kinder to others and ourselves.

I think this is more. Good is good enough. It’s even better.

I wish you all a good weekend!

 

Verlinkt mit den Frauen bei Andrea Karminrot.