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Моя русская бабушка – Mein russisches Grossmütterchen – My Russian Grandmother

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Plötzlich hat mich die Russlandsehnsucht gepackt. Mein russisches Grossmütterchen rührt an meiner Seele. Es mag daran liegen, dass das Salz aus Krasnalessje langsam zur Neige geht und ich mich frage, ob und wann ich die Gelegenheit haben werde, in jenem kleinen Lebenmittelladen neues zu kaufen. Es mag auch daran liegen, dass auf dem Waldspaziergang am letzten Sonntag die Tannzapfen so zahlreich am Boden lagen. Es kann auch an den Gänsen liegen, die in mir den Egal.

My yearning for Russia, a small village called Krasnalessje especially, has grown over the last months. There may be three reasons. First, the salt I bought in the little market there is almost finished. Second, I found many many pine cones in the forest on our Sunday walk that the Taiga came into my mind. Third, my brother’s geese are a constant reminder of Russia because there you can see many of these big birds along the roads, signs of a simpler life. Hmmmm. It’s possible that I romanticize what I saw almost two years ago.

Heute nachmittag zog ich die groben Schuhe an, kleidete mich in meinen dicken, schwarzen Mantel und zog die Mütze tief ins Gesicht. Genau so bekleidet, würde nämlich auch mein russisches Grossmütterchen in den Wald ziehen. Ich sammelte Tannzapfen und Fichtenzweige. Erstere brauche ich für Tannzapfenkonfitüre, zweite für ein Waldöl.

Nadelbäume enthalten viele ätherischer Öle, Harze und Flavonoide, mit heilbringender Wirkung, zum Beispiel in der dunklen Jahreszeit unsere Immunabwehr zu stärken sowie Erkältungen und Muskelschmerzen entgegenzuwirken. Es kann nicht schaden, sich von Big Pharma unabhängiger zu machen. Auch darin können uns die Russen Vorbild sein. In der аптека wir einem vor allem anderen zuerst Pflanzenmedizin empfohlen.

I went into the forest this afternoon dressed like a Russian babushka, heavy boots, thick coat, thick hat and a bag to collect pine cones and spruce branches. I am making spruce oil and pine cone jam. The needles need drying first, the pine cones had to be boild in hot water for 30 minutes. Now I let them be for 24 hours. The jam making is goint to take place tomorrow afternoon. Can’t wait to enjoy a slice of bread with the freshly made delicacy.

Vor der Weiterverarbeitung müssen die Fichtennadeln, die ich von den Ästen abgestreift habe, trocknen. Dann werden sie in ein Glas gefüllt und mit Öl (Mandel-, Oliven- oder Jojobaöl) bedeckt. Nach vier bis sechs Wochen ist der Ölauszug zum Absieben reif. Daraus kann ich dann eine Salbe herstellen oder das Fichtennadelöl direkt einreiben.

9 frisch gefallene Tannzapfen werden knapp mit Wasser bedeckt 30 Minuten lang ausgekocht und 24 Stunden stehen gelassen. Das passt perfekt, denn morgen Nachmittag habe ich Zeit aus dem abgesiebten Saft mit ebensoviel Zucker Konfitüre einzukochen, die herb und nach Waldboden schmeckt und den Duft der unendlichen Taiga in meine Küche zaubert. Hier geht’s zum Rezept.

Samstags im Garten – My Future Vegetable Garden

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Gartenbeet

Guten Morgen Sonnenschein!

Die Bise ist abgeflaut, so dass wir die volle Kraft der Frühlingssonne geniessen können. Am Mittwochnachmittag und Donnerstagabend habe ich drei Stunden im Garten verbracht, um meine im Herbst angelegten Gemüsebeete umzuplatzieren. Ich konnte im September noch nicht wissen, dass wir ein halbes Jahr später den Hühnerauslauf vergrössern würden. Huff!

Wie es so ist mit scheinbar anstrengender Arbeit: Man muss einfach anfangen. Jammern nützt nichts. Zur Belohnung fühle ich mich heute Morgen so zufrieden, dass ich mein Morgenessen nach draussen genommen habe, um mein Werk zu geniessen. Noch ist nichts angesäht, denn die Nächte sind empfindlich kalt, so dass eh nichts wachsen würde. Damit die Beete aber so bleiben, wie sie sind, liegt ein Maschendraht darauf, um die Katzen, Hunde und Hennen fernzuhalten.

Mein Brot ist übrigens mit meiner selbstgemachten Tannzapfenkonfitüre bestrichen. Sie riecht nach den Weiten der sibirischen Taiga und schmeckt wie frisch geschlagenes Fichtenholz.

Zapfenkonfi

Ich habe neun sturmfrische Tannzapfen gewaschen, in einer Chrompstahlpfanne knapp mit Wasser bedeckt für eine halbe Stunde gekocht und etwa 24 Stunden stehen gelassen. Dann nimmt man die Zapfen heraus, misst wie viel Flüssigkeit man hat, gibt ebensoviel Zucker dazu und kocht den Sirup auf, bis er dick ist. Ich habe letzten Samstag davon berichtet. Hier gibt es Bilder dazu.

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Das Konfibrot schmeckt so gut, ich musste es verteidigen.

Lola, gschsch!

I’m so happy: Spring has arrived after the cold wind had died. Furthermore, I had enough time to move my little vegetable garden on Wednesday and Thursday, which took me three hours. It’s worth the effort.

Project „vegetable garden“ is starting with only two beeds because I want it to be a success, so I’d better start small. Anyway, it’s still to cold to plant anything. Therefore I’ve covered the beeds to keep cats, dogs and hens out.

I think it’s time for a little celebration in the early morning sunshine. As you can see, I have to fight for my breakfast.

The jam is made of fir cones. In case you would like to see how I did it, here are some pictures of the process.

Verlinkt mit Andrea Karminrot.