Archiv der Kategorie: Allgemein

A Job Well Done – Gut gemacht! – Masters of the Trade

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HotwaterA few weeks ago I ordered a new hot water tank because the old one had lost half of its power a while ago. There had been the possibility also that it would break down any moment. Which didn’t happen. 🙂

Last week I got an e-mail announcing the arrival of the traded workers on Thursday. I was lucky that my son showed up so we could move the furniture together. It’s not easy to get a hot water tank out of an old house that has had a few alterations done since. So it had to be taken out through my bedroom. 

Anyway, on Thursday I went to work as usual, let the house open and a few instructions to the men on the kitchen table, as to help themselves to a cup of coffee. When I came home I found the hot water tank installed. There was a tool box in my bedroom, which was proof that the men would come again the next day. 

This morning I wrote some notes again and left the house for work. When I returned home after noon, the men, masters of their trade, were already gone. Everything was installed like I had wished, including a shiny new tap in the bathroom. Who wouldn’t want to take a hot bath and listen to some audio drama? Because the weekend is supposed to be rainy and grey, I’m going to watch a few films my colleague has recommended.  

Einmal mehr wurde ich Zeugin hervorragenden Handwerks: prompt, sorgfältig, fachmännisch. Unser alter Wasserboiler hatte schon ein Weilchen nur noch auf halber Kraft gearbeitet und drohte jederzeit seinen Geist vollends aufzugeben. Noch vor den Herbstferien bestelle ich deshalb einen neuen, damit ich zu Hause wäre, wenn er geliefert würde. Da mein Anliegen nicht so dringend war wie andere, verzögerten sich die Arbeiten.

Letzte Woche bekam ich, wie abgemacht, eine e-mail, die die Ausführung des Auftrags auf Donnerstag ankündigte. Das Möbelrücken konnte deshalb ohne Hast am Wochenende erledigt werden. Am Donnerstag verliess ich früh morgens das Haus, hatte bloss einen Zettel mit ein paar Mitteilungen an den Sanitär und Elektriker hinterlassen. Als ich am Abend nach Hause kehrte, stand der neue Boiler fertig montiert unter der Estrichtreppe. Eine Werkzeugkiste im Schlafzimmer war Beweis, dass die Männer am nächsten Morgen nochmals erscheinen würden.

Wieder hinterliess ich heute Morgen ein paar Notizen, stellte Kaffeetassen parat mit der Aufforderung, sich doch gerne zu bedienen. Wie erwartet war am Mittag alle Arbeit getan. Im Badezimmer glänzt zudem eine neue Mischbatterie und macht richtig Laune, das Wochenende mit einem Vollbad zu beginnen. Dazu gerne eine Geschichte von der Hör-CD. Und weil es offenbar das ganze Wochenende nass, trüb und kalt sein wird, hilft mir die Filmauswahl eines Kollegen über die Runden.

Habt euch wohl!

 

 

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Ein normaler Mensch unter normalen Bedingungen

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Holzlöffel

Ich bring’s nicht aus dem Kopf, was mir letztens passiert ist. Ich habe in der ungezwungenen Runde mit Begeisterung von meinem Kurztrip nach Kaliningrad erzählt. Denn das machen alle, wenn sie gefragt werden, wie es in den Ferien war.

Während ich also vom guten Essen schwärmte, der Gemüse- und Früchtevielfalt auf dem Markt, den netten Menschen, der positiven Emsigkeit und von den Frauen erzählte, die in den Quartieren in aller Ruhe Laub rechen, das Laub in Säcke stopfen und weit und breit kein lärmender Laubbläser die Ruhe stört, flippt eine Freundin aus. Ich solle aufhören. Das stresse sie jetzt total, diese Begeisterung von einem Land, das doch nur korrupt sei.

Ehrlich, ich war geschockt. Mir stockte der Atem, das Blut begann in meinen Ohren zu rauschen, die Hitze schoss mir ins Gesicht. Solche Situationen habe ich sogar als Kind nicht erlebt, dass man mich abstellt. Mein Hirn schaltete aus, ich war buchstäblich vor den Kopf gestossen. Ich bin nicht schlagfertig. Also habe ich ein Weilchen nichts mehr gesagt.

Später im Gespräch ging es ums Lernen, dass ein Kind auf seine Lehrperson, die ihm etwas beibringen möchte, hören muss, um zu lernen. Dass es nicht auf dem stehen bleiben kann, was es schon weiss, weil das Wissensstillstand bedeute.

Auch später im Gespräch ging es darum, dass heute so vieles übertrieben sei, nicht mehr normal.

Das Leben gibt einem oft genug Bissen zu kauen, die nicht so leicht verdaulich sind. Jedenfalls sinniere ich seit Freitagnacht über diese drei Punkte nach und erkenne, dass sie zusammenhängen.

Nein, ich muss mich nicht rechtfertigen für die enthusiastische Berichterstattung meiner Erlebnisse im Osten Europas. Ich war dort, ich habe mit eigenen Augen gesehen, mit meiner Nase geschnuppert, mit meinem Herzen und Verstand wahrgenommen. Was ich berichte beruht auf Tatsachen. Man kann mich fragen, ob ich denn auch Unschönes und Unerfreuliches erlebt hätte. Ich würde bereitwillig Auskunft geben und von den armseligen Häuschen in den Aussenquartieren, vom Unrat um die Abfallcontainer, der Bauruine im Zentrum der Stadt und von den Schlaglöchern in den Strassen erzählen. Ich würde bereitwillig berichten, dass die Tiere im berühmten kaliningrader Zoo nicht zu den glücklichsten Zootieren gehören, weil man sieht, dass Kaliningrad, obwohl von der Grösse vergleichbar, nicht Zürich ist. Aber soweit ist es gar nicht gekommen. Das Bild eines Landes, das ich mit meinen Erlebnissen (und meinem seit geraumer Zeit angeeigneten Wissen) vermittelt habe, passt nicht zum Bild, das sich meine Freundin macht. Und statt sich darauf einzulassen, zuzuhören, zu reflektieren, nachzufragen, hat sie mich abgewürgt.

Es entspricht nicht der Norm, vom grössten Land der Welt ein diversifiziertes, ein gutes Bild zu haben. Der Mainstream denkt, nein weiss, dass Russland böse ist, gefährlich und korrupt, was sich aber nicht auf Fakten stützt, sondern einfach so ein Gefühl ist, das genährt wurde durch das Weltbild der Herkunftsfamilie, verschwommene Wissenshäppchen aus der längst vergangenen Schulzeit, Erinnerungen an den kalten Krieg. Das Gefühl, das heute genährt wird durch selektive Informationen in den Medien und dem bestätigenden Zunicken unter Freunden, wenn jemand schon wieder etwas Negatives von Wladimir Putin berichtet.

Ich habe das Glück, dass sich mein Vater schon in seiner Studienzeit für Russland und die Sowjetunion interessiert hat. Kurz nach der Auflösung der Sowjetunion ist er nach St. Petersburg gereist und hat schöne Erlebnisse und geschnitzte Holzlöffel und Gewürze mit nach Hause gebracht. Meine Mutter hat schon in den 60er Jahren Russisch gelernt, weil sie diese Sprache und die russische Literatur liebte. Als Teenager – zur Zeit des kalten Krieges – fiel mir das Buch „Katharina und die Russische Seele“ in die Hand und ich bin eingetaucht in eine fremde, unbekannte Welt. Ich habe erkannt, dass es andere Menschen gibt, die genauso „richtig“ sind wie wir. Ich habe erkannt, dass unsere Massstäbe nicht für alle Menschen gelten, dass aber Menschen, obwohl sie anders sind als wir, genau das Gleiche wollen, nämlich in Frieden leben, ein Dach über dem Kopf, zu essen und Freunde haben. Und sie lieben ihre Kinder genau wie wir. In Kaliningrad habe ich nichts anderes gesehen und erlebt.

Wenn wir nicht offen sind für eine Sichtweise, die sich mit unserem Bild nicht trifft, wenn wir keine Fragen stellen, sondern von vornherein kategorisch ablehnen, was neu und anders ist, dann können wir nicht lernen. Wenn wir die Auseinandersetzung mit anders Denkenden scheuen und lieber mit der genormten Masse schwimmen und uns still freuen, dass wir es so schön haben in der Schweiz, dann sind wir nicht lernfähig. Dann leben wir wie der Primarschüler, der sich weigert, zwei- und dreistellige Zahlen zusammenzuzählen, weil es im Moment so gut läuft mit den einstelligen.

Gestern habe ich meine Eltern besucht. Während das Gespräch normalerweise so verläuft, dass meine Eltern mir erzählen, was sie beschäftigt und was bei ihnen ansteht, war ich wohl so aufgewühlt, dass ich mein Freitagserlebnis und meinen Gedanken dazu loswerden musste. Mein Vater hat mich getröstet. „Reg dich nicht auf. Wer nicht hören will, ist selber schuld. Sein Verlust.“ Und auch zum Thema „normal“ hat er mir was mit auf den Weg gegeben. Ein Lehrer hätte seinerzeit (mein Vater ist 85 Jahre alt) den Spruch „Ein normaler Mensch unter normalen Bedingungen“ in die Runde geworfen und sie hätten darüber philosophiert, was denn ein normaler Mensch sei und was normale Bedingungen bedeuteten.

Statt coole Begriffe, wie Diversity, zu gebrauchen, sollten wir besser Vielfalt leben. Dann ist es aber notwendig, dass wir zuhören, wenn jemand neue, unbekannte Ideen äussert, zu denken beginnen, die Fakten checken, unser Bild von der Welt und uns selber in Frage stellen und allenfalls korrigieren. Leonardo da Vinci, nicht nur ein grossartiger Künstler, sondern auch ein Philosoph der Aufklärung so schön gesagt:

So wie das Eisen ausser Gebrauch rostet

und das still stehende Wasser verdirbt

oder bei Kälte gefriert,

so verkommt der Verstand

ohne Übung.

Kant-Bänkli

Oder ein Spruch von Immanuel Kant, einem Bürger von Königsberg, dem heutigen Kaliningrad (geschrieben auf eine Parkbank in ebendieser Stadt:

Der eine sieht  in der Wasserlache den Schmutz,

,

der andere die Sterne, die sich darin spiegeln.

 

 

 

 

Task Based Learning (TBL) – Heute bleib ich zu Hause

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Haus_2

Accidentally, I’ve found this tutorial this morning. Why not use it in class? I’m sure my students appreciate a craft’s lesson. And they might even be more eager to train vocabulary. The topic of the current unit is architecture, buildings and drawing a floor plan. It’s called TBL (task based learning).  

Let’s reach for the basics first. 

Haus

HausBedroom

HausLivingroom

HausSink

HausVoci_2

HausVoci

I think this cute house is better than a floor plan. 

 

Link zum ErklärVideo

Und weil es so herzig ist, gehe ich damit zu Sonntagsglück.

 

 

 

Einfachstprojekt gesucht – Wanted: Easiest Project

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Haarbänder

Aus Zeitmangel und eingeschränkter Ideenvielfalt suche ich ein Einfachstprojekt, das ich ohne grosse Vorbereitung, ohne viel zu denken, ohne Platzansprüche zur Hand nehmen kann. Socken vielleicht?

Due to lack of time and energy I am looking for a small and easy project that doens’t require a lot of thinking and getting into the mood. Socks maybe? 

Haarbänder_2

I’ve wanted dreadlocks for quite a while but won’t get any until I am retired. In the meantime I’m satisfied with these colourful strings. They are easy to make, easy to attach and easy to remove. Using up leftover cotton yarn, they don’t cost anything.

Dreadlocks hätte ich gerne, scheue aber den Aufwand. Und wer weiss, ob es dann so aussieht, wie gewünscht? Eine Idee, die ich für später aufspare. In der Zwischenzeit müssen farbige Haarbänder genügen. Sie sind einfach zu wickeln, einfach anzubringen und schnell wieder entfernt. Und sie kosten nichts, wenn ich kleine Baumwollreste aufbrauche.

Papierkrma

Ups, da kann ich ja noch ein Feld abkreuzen: Etwas aus vielen kleinen Teilen machen oder etwas für sich selber machen? Herbsthandarbeitsbingo bei 60 Grad Nord.

Eigentlich hätte ich ja noch ein bisschen Papierkram zu erledigen … Ich würde nämlich gerne ein Windrad aufs Hausdach stellen, das dann Strom produziert, wenn das Wetter wie heute ist: Wolkig und windig (und nass). Dazu braucht es aber eine Bau- und eine Anschlussgenehmigung.

 

Der Herbst ist gelb, orange und rot – Fall is Red, Orange and Yellow

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Aussicht

Die wilde Rose wird immer grösser. Oft tummeln sich jetzt die Spatzen im Gebüsch und fressen sich an den roten Früchten satt. Ich kann sie vom Zimmer aus beobachten.

The dog rose is getting stronger and bigger by the year. It reaches the second floor now. What a wonderful sight into the landscape. The sparrows often sit in the bush having a feast. 

Hagebutten_2

Von der Strasse aus sieht die Heckenrose so aus. Sind die roten Früchte nicht wunderschön? Im Frühling noch zartfarbene, unauffällige Blüten, strahlen die Früchte leuchtend. Sollen die Vögel alle fressen oder werde ich einige auch ernten? Wir werden sehen.

Beautiful, vibrant rosebuds. There are so many that I plan to preserve some. I don’t know how yet. 

Hagebutten_3

Gelb und rot leuchtet es aus dem Gebüsch.

There is red and yellow in the bushes.

Orange

So richtig orange ist meine Strickarbeit. So langsam eilt es dann doch. 🙂

I’ve been knitting a bit from time to time. There won’t be too long until a little one can wear this tiny sweater. Orange, the third of fall’s colours. 

 

Saurer Museum – Living History

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SpulenKette

Industrialisierung – Victorian Age – Industrial Revolution 

Das Saurer Museum hat an 363 Tagen geöffnet. Man kann in der Wunderbar gleich nebenan einen Chip für den Eintritt kaufen und hat freien Zugang zu den Räumen und allen Maschinen. Eine Führung mit ehemaligen pensionierten Mitarbeitern der Firma Saurer ist aber unschlagbar und absolut empfehlenswert.

Ich habe ein Textilerinnenherz, das IMMER schneller schlägt, wenn ich irgendwo einen Faden, Fasern oder ein Stöffli sehe. Es sind schon zwei Wochen her, seit wir im Saurer Museum in Arbon waren. In einer alten Fabrikationshalle kann man anschauen, was die Firma früher hergestellt hat: Webmaschinen, Stickmaschinen und Transportfahrzeuge. Angefangen hat die Geschichte aber ganz anders.

Der Firmengründer kaufte 1835 eine Werkstatt, um Haushaltsgegenstände aus Eisenguss herzustellen. Ab 1869 begann er Stickmaschinen zu produzieren, denn die Stickerei war als Heimarbeit in der ganzen Ostschweiz eine sehr häufige Betätigung. Saurer exportierte aber in die ganze Welt.

Bändeliwebmaschine

Diese Bändeliwebmaschine aus dem vorletzten Jahrhundert ist noch immer voll funktionstüchtig. Jedes einzelne Teil wurde von hand gefertigt. Damals gab es noch keine Draht-Errosionsmaschinen, kein CNC. Da wurde gefräst und geschmiedet. Erstaunlich, wie jedes Teil ins andere greift.

Sticmmaschine

Um die Jahrhundertwende des letzten Jahrhunderts erweiterte Saurer sein Betätigungsfeld mit Transportfahrzeugen.

SaurerLastwagen

Das Saurer Logo war noch bis in die 90er Jahre des letzten Jahrhunderts auf den Schweizer Strassen häufig gesehen: Postautos, Armeelastwagen, aber auch Firmenlastwagen in aller Welt wurden in Arbon hergestellt.

SpulenSchuss

Aus jeder Krise kam Saurer heraus. Findige Köpfe entwickelten manche Weltneuheit, sowohl im Textil- als auch im Automobilbereich. Dies Spulen zum Beispiel werden automatisch und ohne den Webprozess zu unterbrechen in die Webschiffchen gelegt, wenn das alte leer ist. Auf der Webmaschine (unten im Bild) werden noch immer Geschirrtücher gewebt, die man im Museumshop kaufen kann.

Küehlituch

Die Maschine webt das Muster mittels einer Lochkarte: der Vorläuferin der computergesteuerten Anlagen.

Lochkarte

Und auch die Maschine, die die Lochkarten für die Muster stanzt, kann man anschauen. 110 Schussfäden ergeben eine Breite von rund 5 Zentimeter. Und die Schlaufe fürs Tüechli stammt aus der Bändeliwebmaschine, die ich euch oben gezeigt habe.

Heute ist Saurer Embroidery unter chinesischer Führung als top modernes Unternehmen noch immer weltweit tätig.

verlinkt mit Sonntagsglück