Archiv der Kategorie: Samstagskaffee

Samstags voll gesund – What The Forefathers Knew

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Heute früh war es endlich soweit: Die geernteten Brennnesselsamen sie getrocknet und bereit zum Abfüllen. Ich spüre schon, wie sie mir Energie liefern. Brennnesselsamen sind so gesund wie Chia-Samen, die man für viel Geld kaufen kann. Aber warum sollte ich, wenn mir die Natur Genüsse schenkt?

Brennnesseln sind ja nicht wirklich beliebt, weil sie brennen. Weisst du, warum das so ist? Hier kannst du die Geschichte nachlesen. Bei uns im Dörfli kann man durchaus den Eindruck bekommen, dass das grüne Wuchergewächs ein Stein des Anstosses sind. Warum nicht aus der Not eine Tugend machen? Ich jedenfalls habe mir Gummihandschuhe übergestreift und (auch in Nachbars Garten) geerntet. Wenn du hier nachliest, siehst du, wie ich zu meinen supergesunden Samen gekommen bin. Zudem wird sich auch das Rätsel von letzter Woche auflösen.

I’m a big fan of edible plants, and I am discovering more and more of the knowledge long forgotten and known by our forefathers. Stinging nettle seeds are full of proteins, vitamines and minerals. They are as healthy as Chia but free.

Now is the right time to harvest them, which I did last week. Today the seeds are enough dry to be bottled.

By the way, there is one more reason to let stinging nettle grow in your garden: Butterflies love them, too.

If you want to know how I harvested, dried and was able to fill up the valuable seeds, have a look here.

 

Verlinkt mit Andrea Karminrot.

 

 

Samstags eine Million – A Russian Buffet

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Birkensaft

Während gestern die Temperaturen wieder einmal über 30 Grad kletterten, stand ich in der Küche vor dem Herd und machte gefühlt eine Million Blini für das russische Buffet, welches den Vortrag meines Mannes über seinen Bildungsurlaub im grössten Land der Erde abrunden sollte.

Blini sind Pfannkuchen, die zum einen Buchweizenmehl und zum anderen Hefe enthalten. Ich habe hübsche kleine Blini von ca. 8 cm Durchmesser gebacken (immer fünf in der grossen Pfanne gemeinsam), so dass am Ende von viermal der Teigmenge 150 Stück in drei Platten lagen. Vor lauter Hitze habe ich vergessen, ein Bild zu schiessen.

Zu den Blini passt allerlei: Saurer Rahm, Kaviar, Gurkenscheibchen, Essiggurken, Tomaten, Brombeerkonfitüre, Kräuterquark und Olive (wir nennen letzteres Russischen Salat). Das Russische Buffet sah sehr schön aus. Das Kreuzstichtischtuch aus dem Bündnerland hat super gepasst.

Zu trinken haben wir Mors (Preiselbeersaft), Birkensaft und Kwas angeboten. Davon hat es noch übrig, so dass ich heute ganz bestimmt genügend trinken werde. Die Getränke enthalten nämlich alle keine Konservierungsstoffe und würden in Kürze entweder alkoholisch werden oder Schimmel bekommen.

Blini hat es auch noch viele. Deshalb jetzt erst Mal Morgenessen, wie Friedrich Dürrenmatt so nett sagt. 😉

Blini

I like maple syrup and got to know how it is made. I didn’t know that birches have juice as well, which I learnt is a common beverage in Russia. Anyway, we served birch juice yesterday after my husband’s presentation about his sabbatical. There was also mors, which is cranberry juice and kvas, which is made from dark bread and yeast.

I made about 150 blinis, a kind of pancakes (English recipe). Blini are very very common. You can eat them with jam, Olivier salad, cucumbers, pickles, tomatoes, cream, kaviar, salmon and lots of herbs. There are always lots of fresh herbs on Russian food. Dill weed, cilantro and parsley.

There are lots of blini and side dishes, beverages and sweets left. What’s for dinner won’t be a question this weekend. But first, blini with cream and jam for breakfast. Yumm!

 

Zum Samstagsplausch geht es hier.

Samstags unter der Weide – Unter the Willow Tree

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Immer wieder ist es Zeit, eine neue Schaukastenidee zu kreieren. Zu diesem Zweck düste ich gestern Morgen ins Brockenhaus in Wil, weil ich wusste, ich würde dort fündig werden: Sonnenbrillen in allen Farben und sehr günstig. Es scheint mir, die Gestaltungsaufgabe ist schon halb erfüllt. Noch halte ich nach Karton Ausschau …

Ein kurzer Rundgang durchs Brocki musste sein, um zu schauen, „was äs aläs äso hät“. Ohhhh! Diese Tasse durfte mit, und seither ist sie immer in Gebrauch. Aktuell geniesse ich eine kalte Schoggi daraus und verputze zwei Scheiben Gomfibrot gegen den gröbsten Hunger. Es ist schön, im Garten zu sitzen.

Ja, Ferien sind grossartig, weil Raum für vieles ist, was sonst im Alltag zu kurz kommt. Ruhe geniessen, zum Beispiel, aber ich habe auch Zeit für allerlei Projektchen, Zeit auch, sie auszubrüten, zum Beispiel das kleine Sitzplätzli unter der Weide. Dass ich da nicht schon viel früher drauf gekommen bin?

I love these days. Not too hot, lots of sunshine, wind and a bit of rain now and then. I can spend most of the day outside, but also play with fabric or read inside, visiting my now two grandchildren. 🙂

Life is easy.

I went to the thrift store yesterday to look for cheap sunglasses I need for the show box in school. Ahh, it’s time to start thinking about school again … Of course, I had to browse a little. Fortunatelly, I found this colourful mug, which has been used for coffee, tee and cold chocolate constantly since.

I’m sitting in the shade of a willow tree thinking why I didn’t transform the flower garden (totally overgrown and full of weeds) into this lovely sitting area earlier.

Life is easy.

Verlinkt mit Samstagsplausch bei Andrea von Karminrot.

 

Samstags Freude – Joy

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Es gibt was zu feiern, und wären wir nicht krank gewesen, hätten wir wohl mit etwas Stärkerem als Tee angestossen.

Während wir durch den Osten touren, passiert zu Hause Bewegendes: Mein zweites Enkelkind wurde geboren. Julian. Ich freue mich.

My second grandchild was born on Wednesday. What a joyful message while we are travelling. Julian is 49 cm long and weights 3580 g. He and his mother are fine.

It’s too hot for these, but in two months or three they will be welcome.

Noch ist es zu heiss (die Hitzerekorde dieser Tage sind sehr unheimlich) für diese, aber in zwei drei Monaten werden sie willkommen sein.

Im Moment sind wir in Torūn, Polen und geniessen hier die schöne Altstadt an der Wisla.

Verlinkt mit Samstagsplausch bei Karmintot von Andrea. Ich hab das Macbook nicht dabei und kann nicht kommentieren bei euch.

Samstags in Kaliningrad

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Dieses Foto habe ich gestern noch im Dorf Krasnalessje (hier könnt ihr über meine Eindrücke lesen) gemacht. Das Büsi hatte uns sofort adoptiert und strich uns ständig um die Beine.

Das Leben in der Stadt ist natürlich ganz anders als auf dem Lande. Kaliningrad ist eine europäische Stadt voller Leben, auch wenn nach 23 Uhr keine Busse mehr fahren.

Im Zug der Fussballweltmeisterschaft hat es ein paar Verschönerungen gegeben, seit wir vor etwa zwei Jahren das letzte Mal hier waren. Den Zugang zum Markt, der entgegen der Aussage einer Bekannten hätte abgerissen sei sollen, säumt jetzt eine einladende Promenade mit vielen Bäumen. Das kleine Geschäft, in dem ich meine Walenki gekauft habe, steht noch an der gleichen Ecke der schmalen Durchgänge.

Heute wollen wir auskunfschaften, was es Neues zu entdecken gibt, und lieb Gewordenes besuchen, zum Beispiel das nette Kaffeehaus mit der vielversprechenden Glacékarte im Einkauszentrum am grossen Platz.

Morgen geht die Reise weiter über die Kurische Nehrung nach Litauen.

After our stay in Krasnalessye, we are in Kaliningrad, where life is completely different. Of couse, city life is busy and noisy. We are staying in a lovely hotel three kilometers from the centre. There is an old and bumpy tramway. But the bus is more frequent. Nice to know: when you hop in, you don’t need a ticket. Someone will come to you and sell it while the vehicle is on its way. So no stress because you don’t know how much time you have to loock for which ticket snd if you have enough change.

Today we want to find out how Kaliningrad has changed since we were here last time. We’ve heard that some places were renovated due to the football world championship last summer.

The little obviously homeless cat was constantly around our legs bach in Krasanalessye when we were in the front porch drinking tea or coffee.

Verlinkt mit Karminrot.

Samstags dazwischen – Between Travels

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Ein letzter Kaffee in Rom.                                                                                                           Last coffee in Rome.

 

 

Gar nicht mal so schwupps, aber trotzdem ist die erste Ferienwoche vorbei. Die Schule liegt ewig weit zurück, so intensiv war der Aufenthalt in Rom. Ein paar Föteli und wenig Text gibt es hier und hier und hier.

Heute heisst es Koffer auspacken und Koffer packen, denn nach einer Woche mit den Schülerinnen und Schülern vereise wir morgen privat. Die Hühner brauchen einen chickensitter, letzte Eier muss ich liefern, die Pflanzen sollen gebündelt an einem Örtchen stehen, das Haus möchte ich einigermassen geordnet zurück lassen. Auch habe ich heute in der Frühe eine kleine Einkaufsliste geschrieben.

I came home from Rome last night. I’ve written short posts about this trip with students to the capital of Italy here and here and here.

However, I’m here for just a short break as we will be travelling to Lithuania. So I am packing and organizing all that has to be organized before we can leave, like cats, chickens, plants and mailbox. The house needs some care as does the garden. I’ve also made a short shopping list with little things we need on the journey (peanuts and crackers, bottled water, something to read).

See you soon!

 

Verlinkt mit Andrea Karminrot.

 

 

 

Samstags Danke sagen – No Big Deal

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merci

Guten Morgen meine Lieben

Ich kann’s noch nicht ganz fassen: Wir haben grosse Ferien! Der eine oder die andere mag anfügen: „Aber das haben Lehrer ja immer!“ Keine Sorge, ich werde nicht damit anfangen, zu erklären und zu rechtfertigen, warum die Lehrer „so viele“ Ferien haben. Viel lieber möchte ich meine Gedanken zum Schulschluss mit euch teilen.

Schulschluss bedeutet auch, dass nach einer intensiven Zeit von Frühling bis Sommer, die letzte Woche besonders streng ist. Nicht etwa, weil man noch besonders viel Stoff behandeln, besonders viel vorbereiten, viele Prüfungen schreiben und korrigieren und im Lehreroffice Kreuzchen fürs Verhalten setzten muss – das war nämlich in den Wochen davor der Fall -, sondern weil eben eigentlich nichts mehr zu tun ist, die Zeugnisse geschrieben sind. Für mich ist es am strengsten, wenn es nichts zu tun gibt. Einen Sack Flöhe hüten ist einfacher, als Jugendliche, die mit viel zu wenig Schlaf zum Unterricht erscheinen, den sie innerlich als grosse Störung in ihrer Endlich-nichts-mehr-tun-Laune empfinden.

Lehrer wie Schüler sind am Ende eines Schuljahres müde, sogar besonders müde, weil der letzten Woche oft eine zweitletzte 24-Stunden-Tage-Woche mit wenig Ruhepausen und wenig Privatsphäre stattgefunden hat. Alle sind deshalb eventuell ein bisschen weniger geduldig,  weniger kompromissbereit, weniger diplomatisch was die Kommunikation angeht. Alle sind auf der anderen Seite auch ein bisschen empfindlicher was die Kommunkation angeht. Auch was nicht gesagt wird, wird auf sehr sensible Ohren stossen.

Deshalb hier ein paar Worte zum Danke Sagen. Schule ist schon lange nicht mehr eine Wissensvermittlungsinstitution. Schule bedeudet Lebensraum. Schüler wie Lehrer verbringen sehr viel Lebenszeit an diesem Ort. Würde eine Stoppuhr laufen, sähen sie in Zahlen, dass sie mehr Zeit zwischen Wandtafel, Schulbänken, Turnhalle, Pausenhof und Lehrerzimmer verbringen als mit ihren Familien, dass sie mehr mit ihren Kollegen und Lehrpersonen reden als mit ihren Eltern. Nach drei Jahren intensiver, gelebter und erarbeiteter Beziehung ist deshalb eine Schachtel Merci-Schöggli nicht genug.

Mir ist es bei der Verabschiedung von meinen SuS, die ich in Englisch, Deutsch und Räume, Zeiten, Gesellschaften unterrichtet und auf zig Wanderungen und in zig Klassenlagern bekocht und verarztet habe, gestern gut gegangen: in der Bilderpräsentation über das vergangene Jahr gab es ein Foto von mir. Ich habe zu den Merci-Schöggeli noch einen Kinogutschein und zwei Rösli bekommen. Was aber noch viel wichtiger ist, es haben doch zwei, drei Mädchen ganz speziell gedankt, sogar eine Umarmung habe ich bekommen. Ja, ich habe sogar mehr bekommen, als ich erwartet habe.

Abends dann, nach einem feinen Essen, hat meine Kollegin geweint. Von ihr gab es nämlich gar kein Föteli. Sie isst keine Schokolade, hätte aber Freude an Blumen, nach hunderten Stunden in Sport, Hauswirtschaft und Gestalten ja eigentlich jeder gewusst haben sollte. Ich finde, sie ist zurecht enttäuscht. Nach drei Jahren unterrichten von Fächern, die nicht Leistungsfächer sind, in denen aber viel Herzblut, viel Emotion steckt, für die es seitens Lehrer, gerade weil kein Notendruck da ist, besonders viel Engagement braucht, ist es schäbig, die Lehrperson mit einem bedeutungslosen Gschänkli abzugelten.

Es tut mir wahnsinnig leid für meine Kollegin. Es mag sein, dass die Schweizer im Vergleich mit anderen Nationen ein bisschen unterkühlt sind. Wir mögen keinen grossen Zirkus und kein überschwengliches Lob. Aber eine Danke von Herzen, eine echte Geste muss einfach sein. Der Einsatz für die Jugendlichen ist nicht selbstverständlich.

Einige werden sagen, dass die Lehrer halt besonders empfindlich sind, Mimosen halt. Da sage ich laut: Halt! Diese Empfindsamkeit ist ja gerade gefordert bei den Lehrern. Sollen sie nicht jederzeit die Befindlichkeit ihrer Schüler kennen, wissen, wie es um ihre Schüler und Schülerinnen bestellt ist? Spüren, wann es genug ist, wen sie wie fordern und fördern können? Müssen sie nicht Stimmungen in der Klasse aufnehmen, um die geeignete Lernumgebung zu schaffen, ein Klassenklima zu erzeugen, in dem es allen wohl ist?

The end of the schoolyear is no big deal for many. This year even the usual thank-yous were a bit lousy. A colleague of mine was rightfully disapointed after three years of working and „living“ with her students, spending so much time and putting so much heart into her work, sharing her ideas and motivating the students to give their best. No, she doesn’t like chocolate. There would have been more appropriate gifts with more emotional value and not even more expensive ones. 

I was lucky. There was one photograph of me in the picture show (none of my colleague), I got two roses (my colleague none) and a ticket for the cinema (my colleague none) together with the chocolate. And most important, I hadn’t expected more. Three girls took their time to thank me in personal after the celebration, I even got a hug. 

I feel sorry for my colleague. And I will do my part next year that she gets what she is worth.

Verlinkt mit Samstagsplausch.