Sonntag der Freuden und des Glücks – Sunday’s Joy and Luck

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Jeder ist seines eigenen Glückes Schmied. Ich erinnere mich, dass ich darüber mal einen Aufsatz schreiben musste und meine volle Zustimmung zum Ausdruck brachte. Heute bin ich mir nicht mehr sicher. Dieser Spruch will uns doch weismachen, dass es jeder in der Hand hat, respektive haben muss, sein Blatt zum Guten zu wenden. Und wer das nicht macht oder nicht kann, halt einfach selber schuld ist. Dieser Spruch lädt uns gehörige Last auf die Schultern, Selbstverschuldung nämlich, entbindet uns aber gleichzeitig von der Verantwortung den Mitmenschen gegenüber.

Zudem habe ich doch rein gar nichts dazu beigetragen, in ein Umfeld hineingeboren geworden zu sein, das sich über all diese Jahre als sehr solide bewiesen hat: Meine Stammfamilie, mein soziales und gesellschaftliches Umfeld, der Staat, dessen Bürgerin ich geworden bin, weil meine Eltern schon Bürger dieses Staates gewesen sind.

Da fällt mir ein, dass ich eine Cousine habe, die in Spanien geboren wurde, und obwohl ihre Eltern Schweizer sind, eine spanische Staatsbürgerschaft erhalten hat. Meine Landleute werden sich hüten, so etwas zuzulassen. Die lassen noch viel weniger zu.  Ja, am 12. Februar ist Abstimmung.

Meine Chancen waren immer mehr als intakt. Ich bin immer gesund gewesen, wurde in meiner körperlichen, geistigen und psychischen Entwicklung von meinen Eltern und Ausbildnern unterstützt. Als Erwachsene einen Platz in der Gesellschaft zu finden, war nicht wirklich schwierig. Es hat sich so ergeben. Natürlich habe ich meinen Teil dazu beigetragen.  Aber ist es wirklich mein Verdienst, dass ich fleissig sein, Frustration ertragen, Rückschläge einstecken, bei Problemen Lösungen oder Hilfe finden kann? Bin ich wirklich meines eigenen Glückes Schmied?

I’ve been thinking about fortune a lot lately. Every woman, every man is the architect of her/his own fortune. I’m not sure. I call myself fortunate; born into a perfect family and society, I’ve got all the possibilities to grow, I’ve been healthy both physically and psychically. I’ve got a good education because in this country everybody gets an education. There are means. I’m lucky to be born in this country, which is politically stable, which is still independent economically, which hasn’t been terribly shaken by wars for a long time. 

Of course I have done a few things. I’ve learnt how to solve problems, handle frustration and get help if I cannot help myself the hard way as anybody. I’ve worked for my education and job to the day. But still, there are many who cannot achieve what I have even if they wanted to, because there are no possibilities for them. Women and men by the way. They would love to be their own fortune’s architect, but they can’t be due to social, political or economical reasons. 

sockengrau

Jeder hat ja ab und zu ein paar Durstrecken zu überwinden. Für meine habe ich da ein paar Rezeptchen. Für heute lege ich jetzt zum Beispiel meine graue Strickarbeit beiseite und wähle weiss und leuchtende Farben dazu. Diese Farbkombination habe ich gestern auf einem Ausflug nach Romanshorn gesehen. Das Hafenrestaurant tatsächlich einen Besuch wert. Von Deutschland her gibt’s eine Fähre. 🙂

I know I am lucky. I feel fortunate. But still, I have my moments that are not all shiny. I have a few remedies to make a day look brighter though. For example, I’m putting away my grey ufo and substituting it by a much brighter one. I saw this colour combination in Romanshorn yesterday, when my husband and I went away from home for a few hours to see „the sun“. I had a chai latte at the harbour’s restaurant there and was reminded of Halifax harbour front. 🙂 

mutzebunt

Was das wird, kann ich euch bestimmt bald zeigen. Aber jetzt vergrabe ich mich wieder in meine Geschichte: „Die Fäden des Schicksals“, auch eine Sonntagsfreude.

 

 

 

 

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  1. Liebe Regula,
    danke, dass Du unseren Blog besucht hast.
    Ja, das ist ein guter Gedanke: Bin ich der Schmied meines Schicksals? Ich denke, ja. Wir können schon vieles lenken in die eine oder andere Richtung. Bodenständig soll man aber bleiben.
    Oh, stricken. Das habe ich seit Jahren nicht mehr gemacht. Für alle Hobbies, die ich habe, fehlt einfach die Zeit. Du hast schöne bunte Farben ausgesucht. Besonderes jetzt fehlt es an diesen bunten und fröhlichen Farben. Wird das eine Mütze?
    Liebe Sonntagsgrüße
    Loretta

  2. Huhu Regula, ja das mit dem Schmieden ist echt so eine Sache.Es kann negativ besetzt sein wie Du es anfangs beschrieben hast, eben „selber Schuld haben“,nun muß man aber manchmal Schuld auf sich laden um letztendlich ein anderes „Glück“ schmieden zu können. Es kann auch Hoffnungsträger sein, Du läßt alles hinter dir um irgendwo zu versuchen ein kleines Glück zu schmieden.Schmieden ist harte Arbeit.,sehr harte Arbeit, aber solange man 1-2 heiße Eisen im Feuer hat, kann alles gut werden.
    Ich könnte nun noch ellenlang weiter darüber philosophieren, aber ich freue mich das Du meine Gehirnwindungen mal ins Schwingen gebracht hast, ich werde gleich Streifen, viele Streifen bügeln, da kann ich wunderbar darüber nachdenken, was ich mir so zusammengeschmiedet habe und welche Möglichkeiten ich nicht genutzt habe und wo ich wirklich selber schuld bin, das es so ist wie es ist!
    (hihi ich seh schon die rollenden Augen meiner Familie wenn ich am Tisch davon anfange)
    Liebe Grüße Petra

  3. Dieser Glückes-Schmied-Spruch hat in mir früher auch immer ein Bauchgrummeln ausgelöst, weil er die Alleinherrschaft des Einzelnen über sein Leben voraussetzt. Heute sehe ich ihn viel gelassener und denke, dass es vielmehr um die positive Einstellung seinem Leben gegebenüber, die Fähigkeit sich zu freuen (auch über kleine Dinge), Dankbarkeit, Zuversicht ect. geht. Und mit der Farbe Weiß, eine momentane (und hoffentlich nur sehr kurze) Durststrecke zu überwinden, ist doch ein wundervolles Rezept 🙂
    Liebe Grüße
    Manuela

    • Gelassenheit ist sowieso das Grundrezept. Ich war bei meiner Schwester zu Besuch, wir haben Kaffee getrunken, Bananabread gegessen, abtratscht, resp. analysiert, und jetzt bin ich wieder parat fpr den Alltag. 😊 eine gute Woche wünsche ich dir.

  4. Du hast absolut recht! Wir hier sind wirklich mit der Butter auf dem Brot zur Welt gekommen, aber trotzdem gibt es auch hier genügend Menschen die schmieden und schmieden, sind fleißig und ackern sich in mehreren Jobs halbtot und nichts kommt dabei herum. Ein bisschen so, wie bei der Tellerwäscher-Ideologie der Amerikaner, dort hat man ja auch mittlerweile festgestellt, dass nicht jeder Millionär werden kann!
    Einfluss nehmen kann man wirklich, wie von dir angemerkt auf die eigene Einstellung zu seinem Schicksal: ist mein Glas halbvoll, oder halbleer? Das kann ich wirklich selbst entscheiden!
    Deins ist halb, oder dreiviertel voll, oder? 😉
    Gros bisou
    Sandra

  5. Hey, ich bin gerade über deinen Artikel gestolpert… und ja… ich glaube, dass wir unser Glück, unsere Zufriedenheit beeinflussen können 🙂 ich liebe es zu hören und zu lesen, wie auch andere Menschen sich mit diesem Thema befassen… und sich über Glück bewusst werden! Würde mich sehr interessieren, ob du diesem Gedanken mehr Raum gegeben hast! Liebe Grüße, Kati

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