Samstags nach dem Frühlingsfrost – Wisteria finally in Bloom

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KaffeeGlycinie

Nun blüht sie doch noch, meine Glyzinie, die in den kalten Nächten Ende März jämmerlich erfroren ist. Die Blüten sind ein bisschen dünner als in den letzten Jahren, der Duft ist weniger intensiv.

Übrigens hat sich auch der Nussbaum erholt, macht aber keine Nüsse. Das ist nicht schlimm, ich habe noch Früchte von einem Vorjahr. Mit dieser Haltung liege ich voll in der Tradition, wie ich vor zwei Tagen im Radio gehört habe. Es wurde über Ulrich Gubler, Nusspapst oder Nussarchivar, aus dem thurgauischen Hörhausen berichtet. Er hat eine riesige Nussbaumschule, sammelt Sorten aus allen Ländern der Erde und hütet und bewahrt so den Genpool. Die Baunuss wurde nie im grossen Stil kultiviert, jedes Bauernhaus hatte schlicht einen Nussbaum vor dem Haus. Gab es Nüsse, war das gut, gab es keine, hatte man noch vom Vorjahr.

We had a terrible frost end of March, that almost killed wisteria, wallnut tree and vine on our property. Finally, the wisteria is in bloom, a bit thinner than last years but still beautiful. I like the fragrance that spreads around the house. Also the wallnut tree has recovered but bears no fruits. I don’t mind as I still have from past years. 

The end of summer break is in sight. There are still a few chores I have to do next week until I’m ready to say hello to the students: paperwork, lesson plans, provisions and last but not least mental preparation. 

Euch allen ein schönes Wochenende!

Enjoy the weekend!

Für die Samstagsleser: Hier ist der Link zu meinem Schuh-Abenteuer, wenn ihr gwunderig seid, wie die Schuhe herausgekommen sind.

Mehr Samstag gibt es bei Karminrot.

 

 

Schuhe Mass geschustert – Shoes made to measure

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Cobbler stick to your last.

Schuster bleib bei deinem Leisten.

SchuhMuster

Days 1 and 2 of shoe making

The last should fit, so we took measurements and went to work. A lot of adding, grinding and sanding was involved.  – Fuss vermessen, den Leisten anpassen, das heisst wegnehmen und zufügen. Am Schluss soll auch eine schöne Form entstehen.

SchuhZuschneiden

Day 2 of shoemaking

Die Einzelteile aus dem Grundmuster zeichnen, Leder aussuchen und die Teile zuschneiden.

SchuhNähen

Days 3 and 4 of shoemaking

Sewing the parts together and adding a zip. – Teile zusammennähen und Reissverschluss einnähen.

SchuhZwicken

Days 5 and 6 of shoemaking

There are many pieces that make a shoe. And here you can’t even see all of them. 🙂 There are several tasks to be done until the project looks like a shoe at all. – Alleine die Sohle besteht aus vershiedenen Teilen: Brandsohle, Kunststoffverstärkung, Metallfeder. Zuerst wird die Ferse mit einer Schweinslederkappe verstärkt, dann der hintere Teil des Schuhs gezwickt. Dann wird das Futter des vorderen Teil des Schuhs gezwickt, die Vorderkappe verstärkt und schliesslich das Oberleder gezwickt.

Und wehe wehe, du vergisst einen Nagel zu ziehen, bevor er verdeckt wird. Das ist böses Schuhmacherkarma. 🙂

SchuheAusleisten

Days 7 and 8 of shoemaking

As always checking the shape of the shoe before the next step. So again equalizing before we added the rubber sole. And do not forget to pull the nails out. Otherwise bad cobbler karma. Finally we could take the last out.

Und immer wieder die Form kontrollieren, damit der Schuh auch schön heraus kommt. Bevor die Gummisohle aufgeleimt wurde, kam noch ein Riemen drum herum. Nochmals schliefen, Löcher füllen, und schliesslich konnten wir ausleisten. Huff, nichts angenagelt oder angeleimt.

Die Schuhe passen! Ich kann es kaum erwarten, bis es wieder kühles Wetter gibt, damit ich die Schuhe mit dicken Socken an den Füssen ausführen kann.

The shoes fit. Can’t wait for cooler weather to wear thick socks and go out and about in my custom-made new and shiny shoes. 

The one and only Zwickmühle in

Brienz

which is a wonderful place in the Swiss Alps, always worth a visit. As is

Ballenberg

an outdoor museum that shows the traditional and historic houses of all regions of Switzerland. The houses had all been torn down at their original places and rebuilt on the ground of Ballenberg. However, it looks like the houses have always been there.

 

Samstags ohne Pause – No Break on Saturday

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Tag 5 ist schon fast vorbei. So langsam sehe ich, dass am Ende des Kurses ein Paar Schuhe massgefertigt an meine Füsse passen werden. 

Heute machen wir ein bisschen früher Feierabend, deshalb gibt es keine Kaffeepause. 

I’m spending a wonderful time making a pair of shoes. Day 5 has passed and yet I can get a glimps of how my shoes will look in the end. Three more days to go, but first it’s finally weekend. 

Verlinkt mit Andrea Karminrot

Meine abwechslungsreiche Sommerlektüre – So Much Time to Read

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Sommerlektüre

Meinen G-Stapel für den Juli habe ich mit ein paar Büchern ergänzt, damit ich ganz sicher genug Lesestoff für die Sommerferien habe. Knapp die Hälfte habe ich schon gelesen. „Der kleine Wassermann“ gesellt sich nun zum „kleinen Gespenst“ und zur „kleinen Hexe“, alle drei Klassiker, die ich mir wieder beschafft habe.

Geht auch Konsalik als Klassiker durch? „Das gestohlene Glück“ ist mir jedenfalls mehr als 30 Jahre lang, fast 40, in Erinnerung geblieben. Ich freue mich auf ein Wiedersehen, -lesen.

Das wichtigste Buch in der Beige ist aber wohl Michail Gorbatschow: „Nehmt endlich Vernunft an“. Es ist ein engagierter Aufruf an die Politiker zum Frieden in Europa und der Welt. Gorbatschow ist damit nicht allein, aber in den Medien ist dafür einfach kein Platz. Dabei sollten wir Politiker an ihrem Einsatz für Frieden und Verständigung zwischen den Völkern messen.

I’ve read half of the pile already. I finished the two books by Debbie Macomber, which were a bit disappointing. But it might be the translation into German. On the other hand, „Weissglut“ was interesting and well written/translated. 

Have you noticed the small and plain book, the forth from top? It’s the call for peace in Europe and the world by Michail Gorbatschow. Although it doesn’t look very attractive, it’s the most important book of this pile. We should measure the politicians by their effort of settlement between nations and peace. 

Hoch hinauf und tief hinunter – High Up And a Long Way Down

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SäntisamMorgen

Bevor ich auf den Bergwanderweg einbog, machte ich ein Bild vom Berg. Man kann in drei Stunden oben sein. Oder man nimmt die Bergbahn. Ehrlich gesagt, ich werde immer lieber hinauf kraxeln und mit der Bahn hinunter fahren. Sowieso wollte ich am Samstag nicht auf den Säntis, sondern nur bis zur Tierwis, mein Lieblingsrestaurant im Alpstein. Unglaublich, dass man das da oben bauen überhaupt konnte.

If you look up to the mountains top, you wouldn’t believe to be able to climb up there  without a rope. At 9.50 I took this photograph before I started. I wanted to go to Tierwis, where my favourite restaurant is. Unbelievable that there is a house at all. 

Tierwies

Hinter der Tierwis sieht es noch recht freundlich aus. Eine schöne Alpwiese mit hunderten von Blumen. Aber der Schein trügt, es gibt sehr viele Steine und Felsbrocken, man muss sich den Weg suchen.

Thousands of stones and rocks, hundreds of flowers in this steep landscape. I had to look for the path carefully. It’s all about the view, isn’t it? I felt so grateful to be able to be here. 

Silberplatten

Von hier aus konnte ich ins Toggenburg hinunter schauen. Ich konnte mehrere Alphütten erkennen, nur wusste ich nicht genau, welche die Alp Grueben ist, wo mein Bruder einen Alpsommer verbringt.

I followed the official path and turned to the right. I wasn’t completely sure which hut would be the one my brother is spending the summer. 

SäntisKarte

Ich wollte dem eingezeichneten Bergwanderweg folgen und dann nach rechts zur Alp vordringen. So genau wusste ich nicht, wo die Hütte war, und also auch nicht, ob ich am Ziel angelangt sei. Aber immerhin war da ein Alphüttli. Es war niemand zu Hause.

Alphütte

Es würde zu meinem Bruder passen, eine aquarellierte Kuh (oder ist es eine Ziege?) als Namensschild anzubringen.

Yes, who else would have a cow (or is it a goat?) as a name tag on the front door. However, I still wasn’t convinced. 

Alphütte_2

Zuerst einmal betrat ich einen Stall, dahinter konnte ich einen Blick in die gute Stube werfen. Immerhin sah das verblichene Hemd so aus, als könnte es Felix gehören. Aber man weiss ja nicht, die Älpler tragen eventuell alle die gleiche Mode. Ich habe mich umgeschaut und war dann zu 99.9 Prozent sicher, am richtigen Ort angelangt zu sein.

I went inside only to find a dark room for materials like chain saw, fuel, a saddle (was there a horse once?) … and behind the old stable a tiny chamber, about 15 square metres big. There is a bed behind the door. The shirt on the chair looks like my brother’s … 

Alphütte_3

Der Wohnraum ist nicht mehr als 15 Quadratmeter gross, hinter der Tür ist gerade noch Platz fürs Bett. Für Gäste ist hier definitiv kein Platz.

Mungg

Auf dem Bänkli vor dem Hüttli habe ich Mittagspause gemacht, dann aber beschlossen, nach Unterwasser zu marschieren, weil ich dort das Postauto auf die Schwägalp zurück erwischen wollte. Es hat mir fast das Trommelfell zerschlagen, als ein Murmeltier seinen Kollegen zur Warnung pfiff. Seht ihr den Kerl? Er steht rechts hinter dem hinteren Büschel gelber Blumen auf einer Steinplatte.

My brother wasn’t around. Anyway, I ate my bread and drank some water, before I decided to go down to Unterwasser and catch the bus back to Schwägalp, where I had parked my car in the morning.

Can you see the groundhog? 

Mungg_2

Überhaupt, es ist sehr steinig und steil da oben. Man muss auf jeden Tritt Acht geben. Wäre auch zu blöd, sich in so unwirtlichem und einsamem Gebiet den Fuss zu vertreten. Insgesamt habe ich 800 Höhenmeter hinauf und 1200 hinunter gemacht. Ein zünftiger Muskelkater erinnert mich daran.

Here he is. There are rocks and rocks and more rocks. It took me quite some time until I was down on a gravel road. In total, I walked 800 metres up and 1200 metres down. I sure have sore muscles in my legs. 🙂 

RegulaSäntis